Regensburg (ifors), die letzten Würfe der Mitteldistanz in der PRO.Tour waren gerade geworfen, da gesellte sich zum Spitzentrio noch ein vierter. Tobias Engel. Der Regensburger, der es endlich geschafft hatte seine Nerven an der Wurflinie zu kontrollieren, war bis an die Spitze der Tour gestürmt und hatte sogar noch Chancen auf den Gesamt-Titel. Der blieb ihm diese Saison noch verwährt. Wohin es bei ihm aber noch gehen kann, dürfte dem geneigten Ravernsport-Fan nicht entgangen sein. Wenn man seine Treffsicherheit in Prüfening gesehen hat (nicht zuletzt beim 3er Pack von der Mitteldistanz), dann dürfte er wohl zu den großen Favoriten bei der diesjährigen Ravernale gehören. Ob er das selbst gerne hört, oder nicht: So manch einer dürfte ihn auf der Rechnung haben. RAVERNALE.COM hat sich mit dem Vize-Meister der PRO.Tour dort getroffen, wo es ihn in seiner trainingsfreien Zeit des Öfteren hinzieht: In die bayerischen Alpen. Unter Einsatz seines Lebens sprach unser Reporter mit ihm und befragte ihn zur kommenden Ravernale!
Ravernale.com: Wie sind Sie mit dem Abschneiden in der vergangenen PRO.Tour-Saison zufrieden?
Tobias Engel: Eigentlich recht zufrieden, vor allem der Ausklang bei der extrem spannenende Copa Danubia. Ich hätte nicht erwartet, dass es mit dem letzten bisschen Glück auch noch für Platz eins der Tour hätte reichen können. Aber ich denke mit dem Göttinger Thomas Hook ist der richtige Mann Toursieger geworden. Etwas überrascht war ich aber, dass der hochgehandelte Weltmeister so sang- und klanglos in der Tour untergeht und sich sogar so seiner Leistung in Sinzing schämte, dass er ins Ausland fliehen musste um der gleichen Schmach bei der Tour de Monaco zu entgehen. Die Herren von RCMM hatten wenigstens den Mut trotzdem immer wieder zu erscheinen.
Ravernale.com: Wird Roland „El Rancho“ Kittel von den Young Boys Ravern seinen Titel verteidigen können? Wer wird Einzel-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Tobias Engel: Ich denke die Tour wird hier schon auch ein Gradmesser sein. Natürlich sind die Bedingungen ein wenig andere, aber Torgel ist Torgel und Ravern ist Ravern. Thomas Hook und seine Schmeiss-Ei High Towers werden sich jetzt schon an ihrem Erfolg messen lassen müssen. Was den Einzel-Titel angeht: Nachdem Kittel ja nun sein Lang-Trauma anscheinend überwunden hat scheint es ja als würden seine Karten ganz gut sein, dass Gesetz vom abstürzenden Weltmeister zu widerlegen, ich denke aber, dass ihm der Rhythmus fehlt, sein vorgeschobenes Trainingslager könnte ihn diesen Sommer noch kosten. Man wird sehen ob ein Matthias Dettenhofer wieder von herannahenden Felsbrocken aus dem Favoritenkreis gedrückt wird oder ob er an seine guten Leistungen der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Insgesamt ist das Teilnehmerfeld wieder sehr stark aufgestellt, insofern ist die Frage nach einem klaren Favoriten fast unmöglich zu beantworten, für mich stehen Hook und Dettenhofer aber schon vorne in der Liste.
Ravernale.com: Kann der RCMM seinen dritten Teamweltmeister-Titel holen, oder bestätigt sich der Trend aus der TEAM.Tour? Wer wird Team-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Tobias Engel: Das kommt drauf an ob sie es schaffen sich wieder zusammenzuraufen. Zwischenzeitlich haben die Trennungsgerüchte um die älteste BoyBand des Ravernsports ja die Spatzen von den Dächern geschrien. Um ehrlich zu sein, tue ich mich etwas schwer, hier Favoriten zu benennen. Ich bin momentan so ins strenge Trainingsprogramm von DHH eingebunden, dass ich leider keinen Überblick über die teilnehmenden Teams habe. Wenn die SEHT an den Start gehen, denk ich werden die Medien sie als Favoriten handeln.
Ravernale.com: Wie bereiten Sie sich auf die Weltmeisterschaft vor? Wann reisen Sie genau an?
Tobias Engel: Das Übliche! Grundlagenausdauer, Krafttraining, Techniktheorie (der aus ‚Asterix erobert Rom‘ bekannte Speerwerfer konnte hier verpflichtet werden). Ich denke man sollte hier auch nicht allzu viel Geheimnis draus machen, sonst kommt die Presse noch auf die Idee mit irgendwelchen Dopinggeschichten etc. anzufangen wenn man so vermeintlich untrainiert in die Wettkämpfe geht. Die Anreise erfolgt mit dem Team am Samstag vor den Wettkämpfen um sich ausreichend zu akklimatisieren und die Bedingungen in Augenschein zu nehmen.
Ravernale.com: Haben Sie sich persönlich ein Ziel für die kommende Ravernale 2013 gesetzt, wenn ja welches?
Tobias Engel: Ziel ist das Podest, wie weit es nach vorne reicht hängt, zumindest in der Einzelwertung, immer auch von der Tagesform (oder Wochenform) ab. Sollte denn das Team tatsächlich vollständig anreisen können, erwarte ich mir hier ein spannendes Rennen um die vorderen Plätze.
Ravernale.com: Was macht in Ihren Augen den Reiz des Ravernsports und insbesondere der Ravernale in Santa Margalida aus?
Tobias Engel: Ich persönlich sehe die soziale Komponente als großes Plus dieses tollen Sports. Großes Ziel der Aktion „Süd hilft Nord“ ist es ja, dem Donau-Norden unterstützend zu Seite zu stehen. Hier wird neben der Integration in Mixed-teams auch auf das Stärken des Selbstbewusstseins mit vereinzelten Erfolgen wertgelegt. Was die Ravernale im Besonderen angeht, so muss ich Noch-Weltmeister Kittel rechtgeben. Der historische Rahmen und das durchwegs starke Teilnehmerfeld machen dieses Turnier immer zu etwas Besonderem.