Morgen geht es los. Die PROTour geht in ihre sechste Saison. Und was ist los beim Ravernsport? Es herrscht eine vielsagende Ruhe.
Prüfening und Sinzing sind überraschend Zahm, die Ultras kaum wahrnehmbar und auch sonst umgibt den Ravernsport Stille. Wo sind die emotionalen stundenlangen Regeldiskussionen? Bei den bevorstehenden Neuerungen (Masters League, Permanenttorgel-Regel) gäbe es doch genügend Gesprächsstoff. Wo die Sticheleien zwischen Teams und Donauufern? Ist uns etwa die Lust am Ravernsport abhanden gekommen? Sind wir überspielt? Kann eigentlich nicht sein, denn fast alle Sportler haben ihr Kommen angemeldet und auch alle Teams werden zum Saisonauftakt ins Stadion einlaufen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, so ein bisschen kribbelt es doch jeden in den Fingerspitzen. Eigentlich freuen wir uns zumindest ein bisschen darauf im staubigen Torgeleimer die Torgel herauszufühlen, das Gewicht in der Hand zu spüren, an die Linie zu gehen und die Flugkurve verfolgend das Scheppern in der Ravern zu erwarten. Wir freuen uns darauf, das Vorbereitungs-Ballet von Basti Teufel zu verfolgen, wir freuen uns auf die Ruppschen Treffergesten der Schiris und wir freuen uns auch wieder darauf, die fulminante Kittelsche Aufholjagd nach einem total verpackten ersten Durchgang zu bestaunen. Wir sind gespannt, ob die Torgel von Andres Hubero dieses Jahr noch größer werden und endgültig mit dem Tieflader angeliefert werden müssen, wir wollen wissen, ob der ein oder andere Ravernist das Team wechselt und wir sind gespannt, ob dieses Jahr die erste Frau einen Turniersieg einfährt.
Trotz alledem herrscht Stille. Wie ist das zu verstehen?
Es gibt eigentlich nur eine schlüssige Erklärung: Der Ravernsport ist erwachsen geworden. Der Sport hat sozusagen seine pubertäre Phase hinter sich gelassen und damit Kraftmeierei und proletenhafte Rüpeleien in das Reich der Sportgeschichte verbannt. Aus den Sturm und Drang Ravernisti sind nun echte Gentlemen geworden. Statistiken sind nun genauso wichtig wie der obligatorische Raverna und die gepflegte Unterhaltung am Rande des Ravernodroms löst die wilden Fangesänge und Schlachtrufe ab. Die legendären GAPTogether, bei denen ganze Kneipen eingerissen wurden und so mancher Ravernist am darauf folgenden Spieltag seine Nöte hatte, werden nun in die Beschaulichkeit von Wohnzimmern verlagert. Alles in allem, sehr erwachsen.
Das kommende Wochenende wird zeigen, ob ich mit dieser Prognose richtig liege. Was das GAPTogether betrifft, kann ich mir da nur selbst im Weg stehen. Ich weiß jedenfalls, dass ich mich darauf freue. Auf das Turnier, aber vor allem auf die Ravernisti.
Frisch! Frei! Ravern!