Kittel erweitert Titelsammlung

Tom Hook gewinnt das Saisonfinale unter Sinzings Wahrzeichen – Kittel vergrößert seine Titelsammlung – Schubkramento Kings Team.Tour-Sieger 22/24

(Von S.Teufel am 15.9.2024)

Was macht ein gutes Pferd aus? Es springt nur so hoch, wie es muss. Es gibt wohl keine Weisheit, die das Finale der langen PRO.TOUR-Saison 2022-24 am gestrigen Samstag unter der Sinzinger Autobahnbrücke besser beschreiben könnte. Denn viele Ravernisti leisteten akkurate Maßarbeit, wenn es z.B. darum ging, das Turnier zu gewinnen, den Abstieg zu vermeiden, den Aufstieg klarzumachen oder aufs Treppchen der Gesamtwertung zu klettern.

Die Ausgangslage vor dem Turnier auf der Sinzinger Donauseite war mehr als unübersichtlich – gab es doch viele Ungewissheiten:

  • Wie viele Winterjacken und Gummistiefel brauche ich bei diesem verregneten kalten 8°Celsius-September-Samstag? (Spoiler: Ein paar Gummistiefel reichte bei Weitem nicht – siehe Stefan Z.)
  • Wird der Tour-Gesamtführende Roland Kittel zum Turnier erscheinen und seinen Vorsprung somit ins Ziel bringen? Oder haben die Verfolger Wiegard, Graf und Teufel bei einer Abwesenheit des Rekord-Siegers doch noch eine minimale Titel-Chance?
  • Können Leo Jakob, Tom Hook und Stefan Zenisek die Abstiegsplätze in der Masters-League doch noch verlassen?
  • Gelingt es Lukas Graf sich den Titel in der 2. Liga zu sichern?
  • Schnappen sich die klar führenden Schubkramento Kings ihren zweiten Team-Titel nach dem WM-Triumph 2015?

Zu Beginn des ersten Durchgangs war keinem der Anwesenden klar, dass viele dieser Fragen am Ende sehr knapp und auch unter teils kuriosen Umständen beantwortet werden sollten.

1. Durchgang

Den Aufgalopp zum ersten Durchgang bestritt Tom Hook mit zwei Kurztreffern sehr erfolgreich, mit ihm mithalten konnte zunächst nur Johannes Zettel, der mit einem Mitteldistanz-Treffer sogar kurz die Führung (4 Punkte) übernahm. Es folgten (der frisch gekürte neue Weltmeister) Basti Teufel und Lukas Graf mit jeweils drei Punkten. Graf krönte seine erste Runde mit einem Langdistanz-Treffer und setzte sich mit 6 Punkten an die Spitze des Feldes.

Die Prüfeninger Fans hatten allen Grund zur Hoffnung auf einen Sieger vom südlichen Donauufer, waren doch mit Graf (6), Zettel (4) und Zenisek (4) gleich drei Prüfeninger Ravernisti in der Führungsgruppe. Aus Sinzinger Sicht hielt nur Tom Hook mit 6 Punkten dagegen – Geim (1) trat bisher gar nicht in Erscheinung, Jakob (1) taumelte dem Abstieg aus der Masters-League entgegen, Andi Bromberger (1) konnte im Aufstiegsrennen der 2. Liga keinen Boden gutmachen und Ur-Weltmeister Wiegard (1) gelang es nicht, die Spitze in der Gesamtwertung zu attackieren.

Denn die Chance auf Platz Eins ist für die Verfolger da: Von Roli Kittel war keine Spur zu sehen! Würde es doch noch für einen der Verfolger bis zur Spitze reichen?

Graf hatte zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung nur noch 2 Punkte (!!) Rückstand auf Kittel, Teufel (5 Punkte Rückstand) schielte auch noch auf die Meisterschaft.

In der Teamwertung versuchte Verena Zettel (0P) von den auf Platz 2 lauernden Schmeiss Girls bisher erfolglos, den Rückstand (beträgt 7 Punkte) auf die Kings zu verringern.

2. DURCHGANG

Gestärkt durch Leckereien aus dem Raverna-Ministerium ging es in den letzten Durchgang der Saison. Und schon bei der Kurzdistanz konnte man ahnen, dass besonders ein Kandidat jetzt erst wachgeworden war: Andreas Geim setzte alle drei Torgel in die Ravern und feierte dies mit einem seiner typischen frivolen Jubel. Auch Tom Hook erwische wieder einen starken Start (2 Treffer), setzte sich an die Spitze des Turniers und konnte plötzlich sogar vom Klassenerhalt in der Masters-League träumen: Die vor ihm platzierte Christiane Kittel war nur noch einen Punkt von ihm entfernt und vor allem eines: „Abwesend!“

Graf war sich seiner Chance auf den Tour-Gesamtsieg wohl bewusst, konnte mit dem Druck aber nicht umgehen und verfehlte die Ravern mehrfach. Sein Traum platze aber sowieso spätestens jetzt: Der Wind unter der A3 frischte auf und drehte die Blicke der Anwesenden Richtung Zufahrtsstraße. Ein Wagen näherte sich schnell und zielgerichtet dem Ravernodrom – es entsprang: Der Titelverteidiger und Gesamtführende Roland Kittel (ganz in der Tracht seines neuen Hauptsponsors). Auch wenn er den ersten Durchgang laut Regelwerk nicht mehr nachwerfen durfte, war jetzt auch dem Letztem klar, dass Kittel sich mit den Teilnahmepunkten und seinem 2. Durchgang den Titel nicht mehr nehmen lassen würde. Der Dominator der letzten Jahre sammelte auch gleich die ersten Punkte und traf jeweils einmal von Kurz und Mittel. Ein gutes Pferd weiß eben, wie hoch es springen muss.

Der Tagessieg war für Roli Kittel aber unerreichbar, denn Hook und Geim setzten das Punktesammeln auf der Mitteldistanz fort. Auch Verena Zettel traf und sicherte zwei wertvolle Punkte für die Schmeiss Girls. Motiviert durch die Anwesenheit seiner Eltern gelangen Bromberger jetzt auch einige Treffer. Zenisek setze auch nochmal mit einem Treffer zur Aufholjagd an, denn er hoffte ebenso wie Jakob, die abwesende Christiane Kittel noch zu überholen und den Abstieg zu vermeiden. Im Ravernodrom wurde nun mehrmals die Abstiegskonstellation erörtert und dieser Umstand führte zu einem weiteren Kuriosum:

Als Roland Kittel von der drohenden Notlage seiner Frau erfuhr, wirkte er wie vom Blitz getroffen, griff hastig sein Telefon, traf noch schnell von der Langdistanz und raste mit dem Auto in völlig überhöhter Geschwindigkeit davon…

Die Langdistanz war somit – wenn auch eigenartig – eröffnet. Zettel unterstrich seine gute Tagesform und erhöhte mit einem Treffer sein Punktekonto auf 7 Punkte. Noch besser in Form war in diesem Durchgang aber Andreas Geim, der wieder traf und sich dem führenden Hook (10) bis auf einen Punkt näherte.

Doch die Spannung, die dieses Duell umgab, wurde jäh aus dem Fokus des Turniers gedrängt: Es bahnte sich ein weiterer kurioser Auftritt an – es bewegte sich wieder ein Auto zügig und geradlinig auf das Ravernodrom zu. Es entsprang: Christiane Kittel, abstiegsbedroht und nicht willens, diesen Gang in Liga zwei anzutreten. Durch ihren Einstieg in den zweiten Durchgang sicherte sie sich zwei wertvolle Teilnahmepunkte, womit sie Leo Jakob in der Masters-League-Wertung wieder überholte (auch wenn sie beim Nachwerfen des zweiten Durchgangs keine Treffer erzielen konnte).

Bonusrunde – jeder hat noch einen Wurf…

High Noon unter der Autobahnbruck, die Bonusrunde muss die Entscheidungen bringen:

Der stark abstiegsbedrohte Leo Jakob musste zwei Punkte auf Christiane Kittel aufholen und somit auf jeden Fall treffen. Daneben! Christiane Kittel hält durch ihren Last-Minute-Auftritt die Klasse – ganz knapp über die Hürde gesprungen – Chapeau!

Was tut sich in der Teamwertung?  An die führenden Schubkramento Kings kommt kein Team mehr heran. Das ist der Team.Tour-Titel für das Traditionsteam.

Nächste Entscheidung: Graf trifft nicht, aber Geim wählt als Bonuswurf die Kurzdistanz – womit Graf der Titel in der zweiten Liga und auch der Vize-Titel in der PRO.TOUR-Gesamtwertung nicht mehr zu nehmen ist! Ein sensationeller Erfolg für ihn!

Aber was macht Geim? Er trifft von der Kurz – ein folgenreicher Treffer:

Er übernimmt damit nicht nur in der Gesamtwertung der Tour den dritten Platz und kickt Teufel vom Stockerl, er zieht auch im Turnier mit Hook (10) gleich.

Wenn Tom Hook ein Stechen vermeiden will, so muss er treffen. Dies gelingt ihm jedoch nicht – das Stechen muss über den Tagessieg entscheiden!

Knisternde Spannung im Ravernodrom – Hook muss mit drei Würfen von der Kurzdistanz vorlegen – und das macht er wie ein Champion: Er versenkt alle drei Würfe – Geim muss nun auch alles treffen. Doch schon der erste Wurf geht daneben und somit steht Tom Hook als Sieger des Turniers unter der Autobahnbruck fest.

Tom Hook setzt seine Erfolgsserie fort, nachdem er erst vor gut drei Monaten das allererste Ravernista-Torgel-Club-Turnier der Geschichte gewann. Zudem vermeidet er -wenn auch denkbar knapp- den Abstieg in die zweite Liga.  Wie ein gutes Pferd, das weiß, wie hoch es springen muss, liefert er in den entscheidenden Momenten ab – welch beeindruckende Nervenstärke!

Dieser ereignisreiche Saisonabschluss wurde dank der hervorragenden Vorbereitung des Planungsteams und des Raverna-Beauftragten gebührend gefeiert. Zudem standen am Abend Neuwahlen an, der scheidende Präsident Johannes Zettel – der das Turnier auf einem starken dritten Platz beendete – trat nicht mehr zur Wahl an.

Das Wahlergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, führende Marktforschungsinstitute rechnen jedoch damit, dass die Ravernisti das präsige Prüfeninger Establishment abstrafen könnten. Stimmen zufolge habe das Präsidium die Sorgen und Nöte des gemeinen Ravernsportlers schon lange aus den Augen verloren, Korruption und Prüfeninger Vetternwirtschaft würden den Sport regieren. „Dieser Sumpf müsse ausgetrocknet und alte Zöpfe endlich gekappt werden“, so ein Insider.

(Anmerkung der Redaktion: Dieser letzte Absatz des Textes stammt aus der Feder des Wahlkampfteams eines Präsidentschafts-Bewerbers und stellt nicht die Meinung des Hauptautors dar….)