Kategorie: Ravernale

Ravernale 2024: Ein spektakuläres Jubiläum

Nach einer 15-jährigen Pause kehrte der Ravernsport triumphal ins Urravernodrom zurück. Dieses besondere Jubiläumsturnier, das die Gründung des Sports im Jahr 2009 feierte, zog zahlreiche Zuschauer und Athleten an. Über drei Tage hinweg bot das Event spannende Wettkämpfe, emotionale Momente und unerwartete Wendungen.

Tag 1: Tradition und Neuerungen

Am Donnerstag, dem 9. Mai, startete das Turnier mit der feierlichen Gründung der exklusiven Ravernsportler-Vereinigung „Ravernista Torgel Club“. Präsident Johannes Zettel eröffnete das Event, unterstützt von den neuesten kulinarischen Kreationen des Raverna-Ministeriums geleitet um Lukas „The Ravinator“ Graf. Die Wurfreihenfolge wurde traditionell durch das Orangenschalenlosverfahren bestimmt, was für eine nostalgische Atmosphäre sorgte.

Durchgänge 1 und 2: Ein packender Beginn

Engel und Dettenhofer erwischten einen starken Start. Beide trafen sicher auf Kurz- und Mitteldistanz, was ihnen jeweils 3 Punkte einbrachte. Teufel, der mit einem Langdistanztreffer beeindruckte, schloss schnell zu ihnen auf. Nach den ersten beiden Durchgängen führte Engel mit 6 Punkten, gefolgt von Teufel mit 5 Punkten und Graf mit 4 Punkten. Hook und Dettenhofer lauerten mit jeweils 3 Punkten auf ihre Chance, während Zettel und Bromberger mit 2 Punkten sowie Geim mit 1 Punkt das Feld komplettierten.

Tag 2: Ein Tag voller Höhepunkte

Der zweite Tag, Freitag, der 10. Mai, brachte noch mehr Spannung und Dramatik. Geim beeindruckte mit einer Serie von Kurzdistanztreffern und sammelte 3 Punkte. Dettenhofer, Hook, Bromberger und Engel zeigten ebenfalls starke Leistungen auf der Langdistanz, was das Turnier weiter belebte. Besonders aufregend waren Thomas Hooks zwei aufeinanderfolgende Treffer an die Griffe der Ravern von der Langdistanz.

Regelverstoß und Konsequenzen

Ein kontroverser Moment ereignete sich, als Geim gegen die neue Regel 3.2.1 verstieß, indem er einen Softtorgelwurf einsetzte. Dieser Regelverstoß sorgte für Diskussionen und hatte Konsequenzen, die möglicherweise seine Platzierung beeinflussten.

Zwischenstand nach vier Durchgängen

Nach vier Durchgängen führte Teufel mit 11 Punkten, dicht gefolgt von Hook und Engel mit je 10 Punkten. Graf lag mit 9 Punkten in Schlagdistanz, während Bromberger mit 8 Punkten, Dettenhofer mit 6 Punkten, Geim mit 5 Punkten und Zettel mit 3 Punkten die Tabelle abrundeten. Die Spitzenpositionen waren hart umkämpft und die Abstände knapp.

Tag 3: Der finale Showdown

Der dritte Tag, Samstag, der 11. Mai, begann mit den Halbfinals des „Ravernista Torgel Club“-Pokals. In einem spannenden KO-System setzte sich Zettel gegen den führenden Teufel nach Verlängerung mit 3:2 durch. Hook bezwang Geim mit 2:1, während Engel überraschend gegen Detti mit 0:1 verlor. Graf musste sich Bromberger mit 0:2 geschlagen geben.

Das Finale des RTC-Cups

Das Finale des RTC-Cups bot den Zuschauern packende Duelle. Hook und Bromberger lieferten sich ein intensives Match, das Hook schließlich mit 4:3 für sich entschied und damit der erste Gewinner des RTC-Cups wurde. Das KO-System-Format erwies sich als äußerst spannend und könnte in zukünftigen Turnieren eine größere Rolle spielen.

Der alles entscheidende Durchgang

Im letzten Durchgang des Hauptturniers nahmen die Spannungen an der Spitze weiter zu. Hook und Teufel zeigten starke Leistungen auf der Kurzdistanz, während Dettenhofer mit einem furiosen Durchgang beeindruckte und alle Kurzdistanztreffer verwandelte, was ihm herausragende 9 Punkte einbrachte. Graf und Engel hingegen hatten einen schwachen Durchgang und mussten ihre Spitzenpositionen aufgeben. Bromberger zeigte erneut eine starke Performance und sicherte sich 6 Punkte.

Der finale Kampf um den Sieg

Der Kampf um den Turniersieg spitzte sich zwischen Dettenhofer und Teufel zu. Beide lieferten sich ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem ständige Führungswechsel für Hochspannung sorgten. Dettenhofer gelang es, mit Treffern aus Kurz- und Langdistanz immer wieder an Teufel vorbeizuziehen, doch Teufel konterte jedes Mal erfolgreich.

Das spannende Finale im Bonuswurf

Die Entscheidung fiel schließlich im Bonuswurf. Dettenhofer traf aus der Kurzdistanz und zog mit Teufel gleich. Teufel stand unter immensem Druck, denn er benötigte einen Treffer, um das Stechen zu vermeiden. Mit höchster Konzentration versenkte er den entscheidenden Wurf und sicherte sich damit den knappen Sieg.

Endergebnis und Siegerehrung

Der Ravernale 2024 endete mit folgenden Platzierungen:

  1. Teufel – 20 Punkte
  2. Dettenhofer – 19 Punkte
  3. Hook – 15 Punkte
  4. Bromberger – 14 Punkte
  5. Graf – 12 Punkte
  6. Engel – 10 Punkte
  7. Geim – 9 Punkte
  8. Zettel – 5 Punkte

Teufel, der als „ewiger Zweiter“ bekannt war, konnte endlich seinen ersten Sieg feiern. Der Prüfeninger Doppelsieg sorgte für eine ausgelassene Siegerehrung mit Sektdusche. Die Veranstaltung, geprägt von Rum und Erde, war ein würdiges Jubiläum für den Ravernale-Sport, der seine Fans mit Spannung und Emotionen begeisterte.

Das Comeback im Urravernodrom war ein voller Erfolg und verspricht, dass der Ravernsport auch in Zukunft viele spannende Momente bieten wird.

Leo Jakob marschiert im 1. Durchgang.

Sinzing (IFORS), gegen 18:40 Uhr präsentierte der Raverna-Minister Lukas Graf seine neueste Kreation: Den Ravernodl! Ein Cocktail aus Raverna, Zitronenlimonade, Rosmarin und was noch? Das Rezept muss der Raverna-Minister nach dem heutigen Erfolg zwingend noch veröffentlichen. Nach einer kurzen und emotionalen Rede der Präsidenten und des amtierenden Weltmeisters Roland Kittel flogen gegen 19 Uhr endlich die Torgel auf die Ravern. Leo Jakob geht dabei als Favorit in den wegweisenden Samstag Vormittag.

Nach einem harmonischen ersten Durchgang dominiert Leo Jakob das Feld der weltbesten Ravernsportler und gilt nach dem 1. Durchgang als haushoher Favorit auf den WM-Titel. Kurios: Er galt vorab als gar nicht anwesend. Der große Rest kam kaum über ein mageres Pünktchen hinaus und somit rangiert Leo Jakob mit 9 Punkten vor dem ewigen Favoriten Sebastian Teufel (6 P.), dem bereits zweimal verhinderten Fast-Weltmeister Zenisek (6 P.) und dem prominenten Dreiergespann aus Team-Weltrekordweltmeister Lukas Graf, Ur-Weltmeister Axel Wiegard und Ex-Weltmeister Tobias Engel (jeweils 3 P.). Der Rest: Farblos bis nicht vorhanden. Erwähnenswert: Zum ersten Mal mischt die „Zweite Generation“ den Ravernsport auf. Mit Finn „The Winner“ konnte sich auch bereits einer der U12-Torgler in das Weltmeisterschafts-Tableau einbringen. Nichtsdestotrotz haben alle Jung-Ravernisti eine überragende Leistung erbracht, die dem Rest der erfahrenen Athleten ernsthafte Sorgen bereiten sollte.

Der 2. Durchgang am heutigen Samstag (13.05.2023) findet entgegen der originären Planung erneut am Kollerhölzl in Sinzing statt. Treffpunkt ist um 10 Uhr morgens. Dann geht es auf eine spannende Reise durch drei weitere Durchgänge mit 20 Athletinnen und Athleten. Die größte Ravernale in der Geschichte des Ravernsports.

Weltmeister Roland „El Rancho“ Kittel gibt seltenes Interview

Die IFORS im Gespräch mit Titelverteidiger Roland „El Rancho“ Kittel.

Nach drei Jahren Corona-Pause steht endlich wieder eine Weltmeisterschaft an. Die Torgel der Teilnehmer sind geputzt, die Ravern glänzt blitzeblank und die isotonischen Getränke werden langsam gekühlt. Die IFORS hat sich kurz zeitgenommen und im Vorfeld des Wettstreits das Ravernodrom mit der der Blauen Couch getauscht, um sich mit dem Überflieger des Ravernsports, Roli „El Rancho“ Kittel, über das anstehende Turnier zu unterhalten.

IFORS: Wie groß ist die Vorfreude nach drei Jahren Corona-Pause wieder einen Weltmeister auszutorgeln?

El Rancho: Die Vorfreude ist natürlich riesig! Endlich wieder WM-Luft schnuppern! Ich hoffe auf ein großes Teilnehmerfeld, auf tolle Ravernodrome und auf die typischen WM-Phänomene: Luk kredenzt ausgefallene Ravernaspezialitäten, unser Präsident Zahnsack nimmt sich wie selbstverständlich ab dem zweiten Durchgang alkoholisch selbst aus dem Spiel, der zweite Präsident Zetti zerbricht an der Doppelbelastung aus Funktionär und Athlet und irgendjemand legt grandios vor und scheitert dann im Turnierverlauf krachend. 

IFORS: Als Titelverteidiger und Rekordweltmeister sind Sie immer der Gejagte. Was macht Sie zuversichtlich, auch bei diesem Turnier wieder als Weltmeister hervorzugehen?

El Rancho: Ich habe mich die letzten Tage immer wieder gefragt, ob ich noch hungrig bin. Seit 2012 in der absoluten Weltspitze mitzutorgeln, geht auch an meinem Körper nicht spurlos vorbei. Es gab Morgen, da konnte ich meinen Wurfarm kaum mehr bewegen. Ohne meine hervorragende medizinische Abteilung, die genau weiß, wann ich in die RavernolSprizz Unterdeckung falle und mir schnell ein isotonisches Getränk reicht, könnte ich dieses Niveau schon lange nicht mehr halten. Aber den anderen Athleten geht es ja nicht anders. Ich erwische mich auch öfters beim Gedanken, ob es dem Sport nicht auch guttäte, neue Titelträger zu sehen. Allerdings weiß ich jetzt schon: Wenn ich an der Linie stehe, will ich den nächsten Titel, dann bin ich im Tunnel! Und ich werde liefern!

IFORS: Wenn Sie an Ihre Kontrahenten im Ravernodrom denken, bei welchem Namen geht Ihnen der Stift am meisten?

El Rancho: Es gibt viele Athleten, die an einem Tag den Unterschied machen können. Bei einer Ravernale ist das Ausschlaggebende jedoch die Konstanz, du musst also auf hohem Niveau kontinuierlich punkten. Da wird das Feld schon dünner und daran ist schon mancher Tagessieger letztendlich gescheitert. Viele galten nach krachenden Tagessiegen schon als uneinholbar! Ich erinnere nur an Luk Graf 2012, dem nach einem bombastischen Start die Luft wie einem Ballon ausging und der wie Ikarus dann eine krachende Bruchlandung erlitten hat. Ich bin sehr gespannt, wer mit der besten Form anreist, wer die lange Turnierpause am besten weggesteckt hat. Ich habe neben vielen weiteren Kandidaten aber offen gesagt Matthias Dettenhofer, Axel Wiegard und Andres Hubero ganz dick am Zettel. Dettenhofer hat beim letzten Turnier erst seine derzeitige absolute Topform unterstrichen, der Urweltmeister Wiegard klebt in der Pro Tour an meinen Versen und ist genau wie Andres Hubero titelmäßig ausgehungert und will es sicher noch einmal wissen.

IFORS: Nach den jüngsten Misserfolgen werden die Stimmen lauter, Sie seien eindeutig übertorgelt. Was halten Sie dagegen?

El Rancho: Es stimmt, dass ich in der letzten Zeit den Sprung nach ganz oben ausgelassen habe. Ich habe aber ja bereits das Thema Konstanz angesprochen. Wenn man sich das aktuelle Pro-Tour Klassement betrachtet, grüße ich trotz fehlender Turniersiege souverän von oben – mühsam ernährt sich das Eichhörnchen! Es muss also erst einmal jemand kommen und an mir vorbei!

IFORS: Zeit für eine brachiale Kampfansage, also bitte:

El Rancho: Ich freue mich unheimlich auf die WM, auf die Athleten, die Kameradschaft und den sportlichen Wettstreit! Was den angeht, so kann ich versprechen, dass sich Sinzing, mit allem was es hat, dem Prüfeninger Sturm entgegenstellen wird, um am Ende die Titel wieder ins Home of the Champions zu holen! Ob der WM-Einzeltitel letztendlich in meiner Sammlung stehen wird, wird sich zeigen. Aber ich bin bereit, ein ordentliches Wörtchen mitzureden! Frisch! Frei! Ravern!

 

Roland Kittel: Rekordweltmeister!

Roland Kittel dominiert den Ravernsport nach Belieben. Bei der 8. Ravernsport-Weltmeisterschaft, der Ravernale, siegt Kittel mit zwei starken Durchgängen und wird Weltmeister. Bei der Team-Weltmeisterschaft gewinnt mit den One Wheel Raverneers zum fünften Mal in Folge eine neue Mannschaft nach Nerven zerreißenden KO-Spielen den Titel im Finale gegen die Munich Marble Ravengers. Bei der abschließenden Meisterfeier in der Ravernsport-Alm in Sinzing wählt die IFORS mit Sebastian Teufel (bisheriger Vorsitzender der IFORS-PA) ihren neuen Präsidenten. Eine grandiose Weltmeisterschaft geht zu Ende und stellt zugleich den Startpunkt für die Reise in neue Dekade dar.

Regensburg (ifors), als in den Wochen vor der Ravernale spekuliert wurde, wer genau an der diesjährigen Weltmeisterschaft teilnehmen würde und wie glücklich der Termin letztendlich gewählt wurde, gab es nicht wenige Beobachter der Ravernsport-Szene, die Zweifel an der Jubiläumsravernale hegten. Wie sich letzten Endes am ersten Tag der Ravernale herausstellen sollte, waren es für eine Ravernale mit 15 Athleten völlig normale Teilnehmerzahlen die keinerlei Schwund beim Interesse der Athleten erkennen liesen. Im Gegenteil: Zwei Teams mehr (wenn auch dezimiert) als vor zwei Jahren in Oberndorf hatten für die Team-Weltmeisterschaft gemeldet und ermöglichten somit einen normalen Gruppenmodus, den die IFORS ohne große Diskussionen durch gewunken hatte. Präsident Stefan Zenisek eröffnete die Ravernale mit warmen Worten die einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre darstellten. Viele der Protagonisten von damals standen auch diesmal wieder im Ravernodrom. Leider war es verschiedenen Personen (u.a. Ur-Weltmeister Axel Wiegard und Ex-Weltmeister Andres Hubero) aus terminlichen Gründen nicht möglich dieses Mal an den Wettkämpfen teilzunehmen. Dennoch konnte die Ravernale mit der Team-WM-Vorrunde am Donnerstag, dem 15.08. (einem Ravernsport-Feiertag) starten. Das Feuerwerk in Can Picafort, war auch heuer nicht ins Rahmenprogramm der Titelkämpfe mit aufgenommen worden.

Der WM-Auftakt im Prüfeninger Schlossgarten.
TEAM-WM startet ohne große überraschungen

Die Team-WM startete am Donnerstag jedoch ohne größere Überraschungen. Zwei Teams des Starterfeldes mussten ihre Farben „Solo“ vertreten und zogen dabei den im IFORS-Regelwerk beschriebenen Team-Joker, bei dem es den einzelnen Sportlern erlaubt wird ihr Team bei einer Ravernale auch alleine zu vertreten. 2015 war bereits Birgit Graf (ehemals Oberleitner) so bis ins Halbfinale der Team-WM vorgestoßen. 2019 nun vertraten Christiane Kittel die Schmeiss Girls, Andreas Geim die Schubkramento Kings.

Erwartungsgemäß war die Vorrunde daher für die Solo-Teams eine etwas aussichtslose Mission, die beide Teams jedoch beachtlich meisterten. Die Schmeiss Girls mussten jedoch mit 5 ertorgelten Punkten am Ende den souveränen One Wheel Raverneers, die in der Vorrunde mit Naia Jakob den Kader aus dem erweiterten Team-Kreis auffüllten (23 Team-Punkte in der Vorrunde!!) und den etwas wackeligen und fast vollständig anwesenden Munich Marble Ravengers (magere 6 Punkte!) den Vortritt lassen.

In der Gruppe B kam es zu einem Sportlerdebüt, welches Jahrelang auf sich warten lies. Axel Süß, der in der Vergangenheit bereits als das „Phantom“ von Danubia United galt (er hatte einen Vertrag bei den Oberpfälzern unterzeichnet, kam jedoch nie zu Einsatzzeiten), vertrat im Team der Rat Packs die abwesenden Tobias Engel und Andres Hubero. Gemeinsam mit dem Über-Ravernisten Roland Kittel spazierte er durch die Vorrunde. In einem entscheidenden Vorrundenspiel musste sich Solo-King Andreas Geim dem RC Sinzing 04 „Die Schwanzer“ geschlagen geben.

Kittel torgelt sich schnell und erwartet an die Spitze

Tags darauf, Freitag 16.08., startete die Einzel-WM mit ihren 15 Teilnehmern. Nach 2017 und 2015 die Ravernale mit den meisten Teilnehmern. Mit Spannung wurde dabei der Start von Leo Jakob erwartet, der in der Vorrunde der Team-WM gemeinsam mit seiner Ehefrau Nadia bereits 23 famose Punkte ertorgelt hatte. Kann er Roland Kittel gemeinsam mit Dauer-Vize Sebastian Teufel das Gas einstellen?

Roland Kittel lies zu Beginn im Prüfeninger Schlossgarten, der nach seinen PRO.Tour-Appearances nun auch heiliger WM-Boden wurde, keine Zweifel aufkommen über wen der Titel hier zu gehen hat. Nach zwei Durchgängen hatte der Sinzinger Abonnement-Meister bereits 16 Punkte ertorgelt und somit sein eigenes WM-Ergebnis von vor zwei Jahren (14 Punkte) übertorgelt und die Weltmeistermarke Huberos aus dem Jahr 2011 eingestellt. Alles deutete darauf hin, dass Kittel seine „Gegner“ auseinander nehmen würde. Hinter Kittel formierte sich nach diesen ersten beiden Durchgängen ein durchschnittlich schwaches Teilnehmerfeld. Die ärgsten „Verfolger“ waren Andreas Geim (8 Punkte), Sebastian Teufel (7 Punkte) und Christiane Kittel (5 Punkte). Der so hoch gehandelte Leo Jakob rangierte mit vier Einzelpunkten im grauen Mittelfeld des Teilnehmerfeldes. Vom Tabellenende bis auf Platz 4 trennten die Athleten nur 4 Punkte. Sozusagen ein dichter Rest!

Nervenkriege in der TEAM-WM

Zwischen dem ersten und zweiten Durchgang der Einzel-WM waren noch die Halbfinals der diesjährigen Team-Weltmeisterschaft angesiedelt. Dabei trafen noch vor der Mittagspause die One Wheel Raverneers auf den RC Sinzing 04 „Die Schwanzer“. OWR an diesem Vormittag aber nicht mehr mit der „Not-Besetzung“ sondern mit der kompletten Mannschaftsstärke am Start. Neben Leo Jakob waren nun auch Teambegründer Andreas Nutz, Alexander Specht und Bastian Gottswinter im Ravernodrom im Schlossgarten vertreten. Ein Halbfinale in welchem, bei einem OWR-Spiel fast erwartet, viele Punkte durchs Ravernodrom schepperten. Ein enges Kopf an Kopf Rennen, welches von Vokuhilas und Schnauzbärten nur so geprägt war. Am Ende machte Leo Jakob beim Stand von 8:9 für die Schwanzer seinen Treffer von der Lang-Distanz und schob die OWR damit noch auf der Zielgerade ins Finale der Team-WM.

Im anderen Halbfinale trafen die am Vortag so famos gestarteten Rat Packs um Roland Kittel und Axel Süß auf die wackelig und nervösen Munich Marble Ravengers aus der bayerischen Landeshauptstadt. Das Rat Pack als amtierender Weltmeister selbstverständlich haushoher Favorit, während MMR eine deutlich solidere und nervenstärkere Leistung als noch am Vortag zeigte. Als es nach dem ersten Durchgang bereits 4:1 für die Mannen von der Isar stand, waren viele auf die Reaktion Kittels gespannt. Seine Nervenstärke ist mittlerweile gefürchtet in der gesamten Ravernsport-Welt. Und so kam es wie es kommen musste. Im letzten Wurf vor den Bonuswürfen glich Kittel das Spiel zum 4:4 aus. Bei der nachfolgenden Team-Diskussion der MMR war die Nervosität mit den bloßen Händen greifbar als sich Johannes Zettel den Torgel schnappte und auf die Kurz-Distanz ging. Mit seinem Treffer von der Kurz-Distanz setzte er das Rat Pack unter Druck. Kittel bekannt für seine Stärke von der Mitteldistanz und dafür sein Team nicht ins Stechen führen zu wollen vertorgelte mit dem letzten Wurf die Chance auf den Team-Weltmeister-Titel.

Das Finale der Team-WM bildeten also die One Wheel Raverneers und die Munich Marble Ravengers.

Thomas Hook (MMR) steht im Finale der Team-Weltmeisterschaft
Kittel schwächelt in Durchgang Drei

Vielleicht war es für Roland Kittel schon zu deutlich. Am Finaltag an der Kleinprüfeninger-Fähre nördlich der Donau ertorgelte der designierte Weltmeister nur vier Punkte und ermöglichte plötzlich doch noch einmal Spekulationen. Leo Jakob, am Vortag mit 4 Punkten zu schwach um Kittel ernsthaft zu gefährden, holte sich den Sieg in Durchgang Nummero drei durch 8 solide ertorgelte Punkte. Wegen seinem schwachen ersten Tag auf der Ravernale lagen zu diesem Zeitpunkt jedoch immer noch 8 Punkte zwischen ihm und Kittel. Besser hatte es da am Vortag Sebastian Teufel gemacht. In einem schwachen dritten Durchgang, bei dem ihm nur 2 Punkte gelungen waren setzte er im Bonuswurf alles auf eine Karte und verringerte souverän mit einem Ultra-Distanz-Treffer Rückstand auf Kittel nochmals auf 6 Punkte. Geht da noch was? Ansonsten herrschte im Ravernodrom trotz überragender Stimmung und optimalen Wetterbedingungen sportliche Tristesse.

Basti Teufel mit einem Ultra-Distanz-Treffer in Durchgang drei.
HERZSCHLAG-FINALE in der TEAM-WM

Gehen die Halbfinals in dieser Team-WM bereits als Nervenkrimis in die Geschichte der Weltmeisterschaften ein, so war das Team-WM-Finale 2019 an Spannung kaum mehr zu überbieten. Da waren sich alle Beteiligten aber auch die Zuschauer einig. Obwohl es noch kurz vor Ende des ersten Durchgangs danach aussah, als würde OWR sich bei einer souveränen 4:0-Führung den Titel sichern, kamen die Munich Marble Ravengers noch einmal ins Turnier zurück. Andreas Bromberger alias „Dr. Udo“ bestätigte die neue Nervenstärke der Isar-Jungs. Er schnappte sich seine Bahndamm-Torgel und verweilte lange an der Abwurfmarkierung. Durch die Ruhe im Ravernodrom konnte man den Herzschlag des Finales deutlich spüren. Bromberger konzentrierte sich, setzte noch einmal ab, konzentrierte sich erneut und betete den Torgel geradezu deutlich in die Ravern. Sein befreiender Jubelschrei hallte durch das Donautal. Zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte Johannes Zettel den Rückstand von MMR auf 3:4 verkürzen und mit seinem letzten Wurf im Bonusdurchgang gerade noch so ausgleichen. Man sah dem Giesinger die Belastung durchaus an. Das spannende Team-Finale ging also in die Verlängerung. Im Kurz-Distanz-Stechen war nun alles möglich. Der bei dieser Team-WM nervlich erprobte Zettel vergab seinen Torgel ebenso wie Andreas Nutz (OWR). Andreas Bromberger verfehlte seinen Torgel bevor Alexander Specht (OWR) mit einer Millimeterentscheidung durch einen „Fling“ OWR auf die Siegerstraße führte. Thomas Hook konnte zwar noch einmal ausgleichen. Leo Jakob versenkte seinen Torgel aber ebenso souverän wie der ehemalige Einzel- und Team-Weltmeister von 2015. Die Niedergeschlagenheit der MMR über den lange ersehnten Titel war deutlich spürbar. Der Jubelgesang der One Wheel Raverneers dagegen, erfüllte das Ravernodrom! Nach der gezeigten Mannschaftsleistung bei dieser Team-WM ein verdienter Team-Weltmeister!

Der neue Team-Weltmeister One Wheel Raverneers (es fehlt Bastian Gottswinter)
Kittel hadert mit seiner Leistung und wird Weltmeister

Kittel waren in der Einzelwertung zwei Sportler bis auf 6 bzw. 8 Punkte auf den Leib gerückt. Trotz einer weiterhin schwachen Leistung des amtierenden und bereits von vielen Szenekundigen Sportlern auch neuen Weltmeisters, konnten Leo Jakob (OWR), Andreas Geim (SKK) und Sebastian Teufel (S04) den Vorsprung nicht mehr massiv verringern. Nur ein Sportler war in der Lage Kittel bis zum Bonuswurf in Schach zu halten. Leo Jakob hatte mit der Ultra-Distanz noch die theoretische Chance das Turnier noch einmal auszugleichen und Kittel ins Stechen zu zwingen. Wenn einem neben Sebastian Teufel, der am heutigen Tag bereits seinen zweiten Ultra-Treffer in seiner Ravernsportkarriere (ein weiterer gelang ihm auf der PRO.Tour aus 25 Metern) in der Ravern erklingen lies, ein Treffer aus 34 Metern zuzutrauen ist dann Leo Jakob. Jakobs bevorzugter Permanent-Torgel zerbrach jedoch kurz vor dem finalen Bonuswurf. Er selbst beschreibt es später als symbolisch. „Zerbrochene WM-Träume“. Jakob verfehlt den Ultra mit einem anderen Torgel und schuf somit Klarheit.

Zerbrochene WM-Träume. Jakobs Permanent-Torgel vor dem entscheidenden Ultra-Wurf.

Roland „El Rancho“ Kittel wird erneut Team-Weltmeister und verteidigt als erster Ravernist überhaupt seinen WM-Titel. Trotz schwacher Leistungen in Durchgang drei und vier, mit welchen der verdiente Weltmeister selbst haderte, gelang dem Sinzinger mit 21 WM-Punkten das Zweitbeste Ravernale-Ergebnis seit Beginn des Ravernsportes. Nicht auszudenken, hätte er den Flow vom Vortag mit nach Kleinprüfening genommen. Kittel ist ein verdienter Weltmeister und durch seinen dritten WM-Titel nun auch alleiniger Rekordweltmeister!

Die Frage wird sein, wann andere Sportler in ihrer Leistung nachziehen. Sicher ist: Die 21 Punkte von Roland Kittel sind keine Überleistung. Aber Kittel ist und bleibt derzeit der konstanteste aller Ravernisten und von daher dürfte ein Titelgewinn in den kommenden Jahren einzig über die Konstanz zu Stande kommen.

STARKE JUBILÄUMSRAVERNALE! Auf die Zukunft!

Fazit: Tolle WM-Tage liegen hinter uns. Die Jubiläumsravernale, welche zum ersten Mal auf Regensburger Boden stattgefunden hatte erfüllte die Erwartungen. Tolle, bereits aus der Tour bekannte Ravernodrome sorgten für eine feierliche und spannende Stimmung. Alles, aber auch wirklich alles belegte wieder einmal die Bedeutung des Ravernsportes für die enge Freundschaft der Athleten untereinander. Bei solch stimmungsvollen und freundschaftlichen Events braucht sich der Ravernsport nur geringe Sorgen um sein Fortbestehen und die Zukunft in einer neuen Dekade machen.

Auf der Meisterfeier auf der Sinzinger IFORS-Alm erhielt Roland Kittel dem Ritus des Weltverbandes nach heiß ersehntes „Rum und Erde“ und ist nun endgültig im Olymp der ersten zehn Jahre „IFORS-Ravernsport“ angekommen.

Am selben Abend wählten die Anwesenden Athleten Turnusgemäß auch noch einen neuen Präsidenten. Die absolut freudige Nachricht: Mit Sebastian Teufel wurde genau die richtige Person zum Präsidenten (First Lady Andreas Geim) gewählt um den Ravernsport in eine mit Sicherheit noch umwerfendere Dekade zu führen. Auf eine glorreiche Zukunft unseres Ravernsportes und die nächsten 10 Jahre!

FRISCH! FREI! RAVERN!

 

Eine gute Turnierratte springt nur so hoch sie muss!

Gut, dass im Ravernsport keine Leistungsbezogenen Gehälter gezahlt werden. Denn nach dieser Weltmeisterschaft würden die Profi-Ravernisti am Hungertuch nagen. Ein im Gesamten schwaches Teilnehmerfeld kommt bei der Ravernale 2017 nicht ansatzweise an die Leistungen vergangener Jahre heran. Nur einer konnte überzeugen: Roland Kittel. Der sprang, so wie das sprichwörtliche gute Turnierpferd, nur so hoch wie er musste und sicherte sich seinen zweiten Weltmeistertitel. Er darf sich nun, ebenso wie Andres Hubero, Doppelweltmeister nennen. Die IFORS betreibt derweil Ursachenforschung auf mehreren Gebieten. Bei schönem und heissen Spätsommerwetter feiert Oberndorf mit seiner Hanselberghütte Premiere als Gastgeber einer IFORS-WM und reiht sich neben Santa Margalida (SPA) und Forstau (AUT) in die Riege der Austragungsorte ein.

Zu den Ergebnissen der Ravernale 2017

Oberndorf (ifors). Hätte man auf diesen Weltmeister gesetzt, man hätte nicht viel gewonnen. Die Quoten für einen Sieg des derzeit in Hochform torgelnden Roland Kittel waren schon vor der Ravernale eher niedrig. Und so torgelte sich Roland „El Rancho“ Kittel bereits nach der Kurzdistanz im ersten Durchgang mit zwei Treffern auf einen geteilten ersten Rang. In einem bisher noch nie da gewesenen Modus, bei dem die ersten beiden Durchgänge auf zwei höchst anspruchsvollen Ravernodromen parallel ausgetragen wurden um den engen und ambitionierten Zeitplan der IFORS durchzudrücken, wurde dabei in zwei Vorrunden-Gruppen geworfen.

Die erste Frau mit „Tagessieg“

Nur kurz kam Kittel dabei im ersten Durchgang überhaupt in Bedrängnis, bevor er einsam an der Spitze seine Kreise zog. Verena Zettel torgelte sich mit zwei Treffern von der Mitteldistanz auf den geteilten ersten Rang nach dem ersten Durchgang und erreichte damit historisches. Als erste Frau überhaupt wird Sie nun in der Liste der Tagessiege bei einer WM geführt (*bei der Ravernale gilt ein Durchgangssieg als Tagessieg, da die Regeln der Ravernale nur einen Durchgang pro Tag vorsehen) und schreibt somit ein weiteres Kapitel der Frauen-Erfolge im Ravernsport.

Erste Ravernale ohne Punktlose Athleten

Der zweite Durchgang, bei dem die beiden Gruppen dann die Seiten tauschten um Chancengleichheit zu wahren, zeigte aber dann schon auch wo die Reise hingeht. Roland kittel vergoldete seine 4 Punkte aus Durchgang eins und legte deren 5 nach und grüßte mit 9 Punkten nach zwei Durchgängen vom Platz an der Sonne. Nur wer folgte ihm und hielt das Rennen um den Titel spannend? Mit mageren 5 Punkten waren dies Lukas Graf, Verena und Johannes Zettel. Roland Kittel schien dem Feld zu enteilen. Die (eigentlich rhetorische) Frage die sich nun stellte: Demütigt er seine Mitbewerber oder lässt er Gnade walten? Trotz des Schneckenrennens an der Spitze war aber bereits nach der Kurzdistanz in Durchgang 2 klar: Es wird die erste Ravernale ohne einen Punktlosen Sportler werden. Lena Pfeifer traf zunächst ihren dritten Versuch von der Kurz und verdoppelte ihre Punktzahl am Ende mit dem Bonuswurf.

Ratlose Gesichter im Ravernodrom

In den Nachmittagsdurchgängen fügte sich Kittel dann aber nahtlos in den grauen Rest des Teilnehmerfeldes ein. Zunächst brachte der unumstrittene Favorit im dritten Durchgang nur einen Mitteldistanztreffer in seine Wertung ein. Doch hat irgendjemand aus dem Verfolgerkreis die Schwächephase des designierten Weltmeisters angenommen? Nein. Lediglich Athleten, die in den ersten beiden Durchgängen schon unter dem eigentlich hohen Niveau des Profi-Ravernsports warfen, übten in diesem Durchgang Ergebniskosmetik. Schön langsam wurde den Beobachtern klar: So schwach war das Gesamtniveau einer Ravernale noch nicht. Und daher begannen auch die ersten Diskussionen nach dem „Warum“? Das Gelände im neuen WM-Ravernodrom von Oberndorf war sicherlich nicht leicht zu bespielen. Das Terrain fiel von links nach rechts ab und hinter der Ravern folgte ein ellenlanges Nichts. Auch die Frage, ob die vier aufeinanderfolgenden Durchgänge die Konzentration an der Linie erschwerten kam dabei zur Sprache. Mehrere Punkte bei denen sich viele Sportler nicht ganz sicher waren ob dies zum schlechten Trefferbild des Gesamtfeldes beitrug. Ratlosigkeit aller Orten.

Ein letztes Fünkchen Spannung

Im vierten Durchgang blieb eine Tatsache zunächst vollkommen unentdeckt: Mit seinem Treffer von der Kurzdistanz durchbrach El Rancho als erster Sportler die magische 200-Punkte Marke und schien bereits uneinholbar der neue Weltmeister zu sein. Leo Jakob schob sich jedoch mit einem Doppeldreier auf einen Rang (vier Punkte) hinter Kittel und hätte noch einen Lang-Hattrick nachlegen können. Sein dritter Wurf der für ihn typischen kurzfrequenten Torgelsalve verfehlte das Ziel jedoch knapp. Kurz darauf schaffte Sebastian Teufel mit seinem ersten 3-Punkte-Wurf während dieser Ravernale ebenfalls die eigentlich unspektakuläre 10 Punkte-Marke. Und so war, zumindest theoretisch, der Titel für Roland Kittel noch ein klein wenig in Gefahr. Natürlich gingen die beiden Verfolger im Bonuswurf auf die Ultradistanz um Kittel noch kurz vor dem Ziel abfangen zu können. Zunächst traf Basti Teufel nicht. Danach aber kurze Starre im Ravernodrom: Der Bonus-Ultra von Leo Jakob war so dermaßen knapp, dass es am Ende fast eine der berühmten Ravernsportsensationen gegeben hätte. So allerdings war vor Kittels letztem Wurf klar: der Tour-Führende ist nun auch Doppelweltmeister. Und das vollkommen zurecht und nach den letzten Tour-Turnieren auch folgerichtig. Ob er dabei nun nur nicht höher sprang als er musste, oder einfach selbst nicht in seine eigentlich bestechende Form fand, das wusste nach dem Turnier keiner so recht. Kittel konnte seinen letzten Wurf vollkommen unbedrängt und in absoluter Lockerheit vollziehen. Im Wissen, dass er in wenigen Augenblicken den wertvollen Titel des Ravernsport-Weltmeisters tragen darf. Die Silber-Medaille teilen sich bei dieser Weltmeisterschaft Leo Jakob (OWR) und Sebastian Teufel (TR), der sich nach dem Wettkampf erschrocken über die Gesamtleistung zeigte: „Dass ich mit 10 Punkten noch Vize-Weltmeister werden kann, hätte ich mir nie gedacht!“.

Gefeiert wurde der Weltmeister und das abgeschlossene Turnier natürlich so oder so. In der Brauereigaststätte Berghammer in Oberndorf wurde ein gebührendes Champions-Dinner abgehalten und später kam es auf der Hanselberghütte zu einer denkwürdigen Sangria-Abschlussfeier.

Weltmeister Roland Kittel mit Silbermedaillengewinner Sebastian Teufel

Der erste Stern für das Rat-Pack

Am kommenden Tag stand noch die Team-WM auf dem Programm. Vier Teams waren hierbei angetreten. Der amtierende Weltmeister, die Schubkramento Kings jedoch nicht. Und so war bereits vorher klar: es wird einen neuen Weltmeister geben. In der Vorrunde, welche als Doppelrunde ausgetragen wurde setzte sich das Rat Pack mit 10 Punkten auf die Pole Position. Gefolgt von MMR und den Raverngers mit jeweils 5 Punkten und den Schmeiss Girls mit 3 Punkten.

In einem denkwürdigen Halbfinale setzte sich das Rat Pack nur knapp mit 4:3 (1:1) gegen die Schmeiss Girls durch. Nur knapp verpassten Christiane Kittel und Verena Zettel die Sensation des Finaleinzuges und wurden dabei lautstark von den Rängen unterstüzt. Im zweiten Halbfinale kam es dann zum ersten Aufeinandertreffen der Namens-Rivalen. So trafen die Munich Marble Ravengers auf die Raverngers. Und dort bekamen die „Buam vo da Isar-Au“ ordentlich den Hintern versohlt. Bereits nach Halbzeit eins lagen die Mannen um Weltmeister Thomas Hook mit 0:11 zurück und unterlagen am Ende verdient mit 3:13 (0:11).

Ein absolutes Knallerfinale dann zwischen dem Rat Pack und den Raverngers. Roland Kittel, Andres Hubero, Sebastian Teufel und Franziskus Rupp hauten sich die Torgel nur so um die Ohren. Treffer, Gegentreffer. Führung, Rückstand. Am Ende setzte sich das Rat Pack in einem dramatischen Fight mit 12:11 (7:5) durch und fuhr somit nur vier Monate nach seiner Gründung den ersten Titel ein.

Die sechs Götter des Olymps auf Ursachensuche

Die IFORS diskutierte nach dem Ausgang des Turnieres noch länger auf Oberndorfs Höhen in der Hanselberghütte über die Ursachen für das schlechte Abschneiden der Athleten, aber auch die Teilnehmerzahl die deutlich hinter den eigentlichen Erwartungen einer WM in Deutschland zurückblieb. Im Gipfeltreffen der sechs Götter des Olymps, bei der sie um 0:13 Uhr den Regen erfanden und zwischendurch das ein oder andere Universum erschufen, konnte letztlich aber kein wirklicher Grund für das schlechteste Abschneiden eines Profifeldes seit der Ravernale 2009 gefunden werden. Selbst Sangria war bei der Problemfindung nicht hilfreich. War es das etwas gewöhnungsbedürftige Ravernodrom? Das hängende Gelände? Die unendliche Weite nach der Ravern? Oder war es am Ende der Fakt, dass man an einem Tag alle vier Durchgänge, abweichend vom IFORS-Reglement durchführte?

Eines ist schon heute klar: Die Ravernale 2017 geht als die, leistungsbezogen, schlechteste und kürzeste Ravernale in die Geschichte ein. Mit seinen 14 Punkten wäre Roland Kittel nur ein einziges mal Weltmeister geworden. Nämlich 2009. Zudem fiel der Teilnehmerzuspruch für eine Heim-WM deutlich geringer aus, als es sich die IFORS erwartet hatte. Und so dürfte damit zu rechnen sein, dass Deutschland (zumindest in den kommenden Jahren) keine Weltmeisterschaft mehr zugesprochen kommt, oder doch?