Ravernale 2017

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Team-Weltmeisterschaft 2017

Vorrunde:

PlatzTeamKMLBGesamt
1Rat Pack243110
2Munich Marble Ravengers14005
The Raverngers10315
4Schmeiss Girls20013

Halbfinale:
Rat Pack – Schmeiss Girls 4:3 (1:1)
Munich Marble Ravengers – The Raverngers 3:13 (0:11)

Finale:
The Raverngers – Rat Pack 11:12 (5:7)

Team-Weltmeister: Rat Pack

WELCOME TO BEDROCK – STEINSTARK HEIMSTARK!

Gut, dass im Ravernsport keine Leistungsbezogenen Gehälter gezahlt werden. Denn nach dieser Weltmeisterschaft würden die Profi-Ravernisti am Hungertuch nagen. Ein im Gesamten schwaches Teilnehmerfeld kommt bei der Ravernale 2017 nicht ansatzweise an die Leistungen vergangener Jahre heran. Nur einer konnte überzeugen: Roland Kittel. Der sprang, so wie das sprichwörtliche gute Turnierpferd, nur so hoch wie er musste und sicherte sich seinen zweiten Weltmeistertitel. Er darf sich nun, ebenso wie Andres Hubero, Doppelweltmeister nennen. Die IFORS betreibt derweil Ursachenforschung auf mehreren Gebieten. Bei schönem und heissen Spätsommerwetter feiert Oberndorf mit seiner Hanselberghütte Premiere als Gastgeber einer IFORS-WM und reiht sich neben Santa Margalida (SPA) und Forstau (AUT) in die Riege der Austragungsorte ein.

Oberndorf (ifors). Hätte man auf diesen Weltmeister gesetzt, man hätte nicht viel gewonnen. Die Quoten für einen Sieg des derzeit in Hochform torgelnden Roland Kittel waren schon vor der Ravernale eher gering. Und so torgelte sich Roland „El Rancho“ Kittel bereits nach der Kurzdistanz im ersten Durchgang mit zwei Treffern auf einen geteilten ersten Rang. In einem bisher noch nie da gewesenen Modus, bei dem die ersten beiden Durchgänge auf zwei höchst anspruchsvollen Ravernodromen parallel ausgetragen wurden um den engen und ambitionierten Zeitplan der IFORS durchzudrücken, wurde dabei in zwei Vorrunden-Gruppen geworfen.

Die erste Frau mit „Tagessieg“

Nur kurz kam Kittel dabei im ersten Durchgang überhaupt in Bedrängnis, bevor er einsam an der Spitze seine Kreise zog. Verena Zettel torgelte sich mit zwei Treffern von der Mitteldistanz auf den geteilten ersten Rang nach dem ersten Durchgang und erreichte damit historisches. Als erste Frau überhaupt wird Sie nun in der Liste der Tagessiege bei einer WM geführt (*bei der Ravernale gilt ein Durchgangssieg als Tagessieg, da die Regeln der Ravernale nur einen Durchgang pro Tag vorsehen) und schreibt somit ein weiteres Kapitel der Frauen-Erfolge im Ravernsport.

Erste Ravernale ohne Punktlose Athleten

Der zweite Durchgang, bei dem die beiden Gruppen dann die Seiten tauschten um Chancengleichheit zu wahren, zeigte aber dann schon auch wo die Reise hingeht. Roland kittel vergoldete seine 4 Punkte aus Durchgang eins und legte deren 5 nach und grüßte mit 9 Punkten nach zwei Durchgängen vom Platz an der Sonne. Nur wer folgte ihm und hielt das Rennen um den Titel spannend? Mit mageren 5 Punkten waren dies Lukas Graf, Verena und Johannes Zettel. Roland Kittel schien dem Feld zu enteilen. Die (eigentlich rhetorische) Frage die sich nun stellte: Demütigt er seine Mitbewerber oder lässt er Gnade walten? Trotz des Schneckenrennens an der Spitze war aber bereits nach der Kurzdistanz in Durchgang 2 klar: Es wird die erste Ravernale ohne einen Punktlosen Sportler werden. Lena Pfeifer traf zunächst ihren dritten Versuch von der Kurz und verdoppelte ihre Punktzahl am Ende mit dem Bonuswurf.

Ratlose Gesichter im Ravernodrom

In den Nachmittagsdurchgängen fügte sich Kittel dann aber nahtlos in den grauen Rest des Teilnehmerfeldes ein. Zunächst brachte der unumstrittene Favorit im dritten Durchgang nur einen Mitteldistanztreffer in seine Wertung ein. Doch hat irgendjemand aus dem Verfolgerkreis die Schwächephase des designierten Weltmeisters angenommen? Nein. Lediglich Athleten, die in den ersten beiden Durchgängen schon unter dem eigentlich hohen Niveau des Profi-Ravernsports warfen, übten in diesem Durchgang Ergebniskosmetik. Schön langsam wurde den Beobachtern klar: So schwach war das Gesamtniveau einer Ravernale noch nicht. Und daher begannen auch die ersten Diskussionen nach dem „Warum“? Das Gelände im neuen WM-Ravernodrom von Oberndorf war sicherlich nicht leicht zu bespielen. Das Terrain fiel von links nach rechts ab und hinter der Ravern folgte ein ellenlanges Nichts. Auch die Frage, ob die vier aufeinanderfolgenden Durchgänge die Konzentration an der Linie erschwerten kam dabei zur Sprache. Mehrere Punkte bei denen sich viele Sportler nicht ganz sicher waren ob dies zum schlechten Trefferbild des Gesamtfeldes beitrug. Ratlosigkeit aller Orten.

Ein letztes Fünkchen Spannung

Im vierten Durchgang blieb eine Tatsache zunächst vollkommen unentdeckt: Mit seinem Treffer von der Kurzdistanz durchbrach El Rancho als erster Sportler die magische 200-Punkte Marke und schien bereits uneinholbar der neue Weltmeister zu sein. Leo Jakob schob sich jedoch mit einem Doppeldreier auf einen Rang (vier Punkte) hinter Kittel und hätte noch einen Lang-Hattrick nachlegen können. Sein dritter Wurf der für ihn typischen kurzfrequenten Torgelsalve verfehlte das Ziel jedoch knapp. Kurz darauf schaffte Sebastian Teufel mit seinem ersten 3-Punkte-Wurf während dieser Ravernale ebenfalls die eigentlich unspektakuläre 10 Punkte-Marke. Und so war, zumindest theoretisch, der Titel für Roland Kittel noch ein klein wenig in Gefahr. Natürlich gingen die beiden Verfolger im Bonuswurf auf die Ultradistanz um Kittel noch kurz vor dem Ziel abfangen zu können. Zunächst traf Basti Teufel nicht. Danach aber kurze Starre im Ravernodrom: Der Bonus-Ultra von Leo Jakob war so dermaßen knapp, dass es am Ende fast eine der berühmten Ravernsportsensationen gegeben hätte. So allerdings war vor Kittels letztem Wurf klar: der Tour-Führende ist nun auch Doppelweltmeister. Und das vollkommen zurecht und nach den letzten Tour-Turnieren auch folgerichtig. Ob er dabei nun nur nicht höher sprang als er musste, oder einfach selbst nicht in seine eigentlich bestechende Form fand, das wusste nach dem Turnier keiner so recht. Kittel konnte seinen letzten Wurf vollkommen unbedrängt und in absoluter Lockerheit vollziehen. Im Wissen, dass er in wenigen Augenblicken den wertvollen Titel des Ravernsport-Weltmeisters tragen darf. Die Silber-Medaille teilen sich bei dieser Weltmeisterschaft Leo Jakob (OWR) und Sebastian Teufel (TR), der sich nach dem Wettkampf erschrocken über die Gesamtleistung zeigte: „Dass ich mit 10 Punkten noch Vize-Weltmeister werden kann, hätte ich mir nie gedacht!“.

Gefeiert wurde der Weltmeister und das abgeschlossene Turnier natürlich so oder so. In der Brauereigaststätte Berghammer in Oberndorf wurde ein gebührendes Champions-Dinner abgehalten und später kam es auf der Hanselberghütte zu einer denkwürdigen Sangria-Abschlussfeier.

Weltmeister Roland Kittel mit Silbermedaillengewinner Sebastian Teufel

Der erste Stern für das Rat-Pack

Am kommenden Tag stand noch die Team-WM auf dem Programm. Vier Teams waren hierbei angetreten. Der amtierende Weltmeister, die Schubkramento Kings jedoch nicht. Und so war bereits vorher klar: es wird einen neuen Weltmeister geben. In der Vorrunde, welche als Doppelrunde ausgetragen wurde setzte sich das Rat Pack mit 10 Punkten auf die Pole Position. Gefolgt von MMR und den Raverngers mit jeweils 5 Punkten und den Schmeiss Girls mit 3 Punkten.

In einem denkwürdigen Halbfinale setzte sich das Rat Pack nur knapp mit 4:3 (1:1) gegen die Schmeiss Girls durch. Nur knapp verpassten Christiane Kittel und Verena Zettel die Sensation des Finaleinzuges und wurden dabei lautstark von den Rängen unterstüzt. Im zweiten Halbfinale kam es dann zum ersten Aufeinandertreffen der Namens-Rivalen. So trafen die Munich Marble Ravengers auf die Raverngers. Und dort bekamen die „Buam vo da Isar-Au“ ordentlich den Hintern versohlt. Bereits nach Halbzeit eins lagen die Mannen um Weltmeister Thomas Hook mit 0:11 zurück und unterlagen am Ende verdient mit 3:13 (0:11).

Ein absolutes Knallerfinale dann zwischen dem Rat Pack und den Raverngers. Roland Kittel, Andres Hubero, Sebastian Teufel und Franziskus Rupp hauten sich die Torgel nur so um die Ohren. Treffer, Gegentreffer. Führung, Rückstand. Am Ende setzte sich das Rat Pack in einem dramatischen Fight mit 12:11 (7:5) durch und fuhr somit nur vier Monate nach seiner Gründung den ersten Titel ein.

Die sechs Götter des Olymps auf Ursachensuche

Die IFORS diskutierte nach dem Ausgang des Turnieres noch länger auf Oberndorfs Höhen in der Hanselberghütte über die Ursachen für das schlechte Abschneiden der Athleten, aber auch die Teilnehmerzahl die deutlich hinter den eigentlichen Erwartungen einer WM in Deutschland zurückblieb. Im Gipfeltreffen der sechs Götter des Olymps, bei der sie um 0:13 Uhr den Regen erfanden und zwischendurch das ein oder andere Universum erschufen, konnte letztlich aber kein wirklicher Grund für das schlechteste Abschneiden eines Profifeldes seit der Ravernale 2009 gefunden werden. Selbst Sangria war bei der Problemfindung nicht hilfreich. War es das etwas gewöhnungsbedürftige Ravernodrom? Das hängende Gelände? Die unendliche Weite nach der Ravern? Oder war es am Ende der Fakt, dass man an einem Tag alle vier Durchgänge, abweichend vom IFORS-Reglement durchführte?

Eines ist schon heute klar: Die Ravernale 2017 geht als die, leistungsbezogen, schlechteste und kürzeste Ravernale in die Geschichte ein. Mit seinen 14 Punkten wäre Roland Kittel nur einmal Zudem fiel der Teilnehmerzuspruch für eine Heim-WM deutlich unter den Erwartungen der IFORS aus. Und so dürfte damit zu rechnen sein, dass Deutschland (zumindest in den kommenden Jahren) keine Weltmeisterschaft mehr zugesprochen kommt.

DAS OFFIZIELLE WM-PLAKAT

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trailer ZUR RAVERNALE 2017