„Ein Platz auf dem Podest wäre ein Traum!“

München (ifors), als er im Juni der erste Gesamtsieger der PRO.Tour wurde, hatte der gebürtige Göttinger bis dato noch kein einziges Turnier für sich entscheiden können. Dennoch: Thomas Hook ist derzeit der Shooting-Star des Ravernsports. Team-Tour-Sieger und PRO.Tour-Sieger in einer Person. Unvergessen bleibt das Bild als der Recke beide Trophäen in den Himmel stemmt. Wir haben Thomas Hook im Englischen Garten von München auf eine Bootstour getroffen. Beim Paddeln bzw. Rudern in der Hitze der letzten Woche, gibt uns „Triple-T“ einen kleinen Einblick in seine Gefühlswelt und in seine Erwartungshaltung im Bezug auf die Ravernale. In 18 Tagen ist es soweit: Die Anreise der Ravernalisten nach Santa Margalida steht bevor: Heute verkürzt uns Thomas Hook diese Wartezeit: PRO.Tour-Sieger und Team-Tour-Sieger! Viel Spaß beim Lesen!

Ravernale.com: Wie sind Sie mit dem Abschneiden in der vergangenen PRO.Tour-Saison zufrieden?
Thomas Hook: Nun ja, sehen Sie sich einfach das Endergebnis der PRO.Tour 2012/13 an: Gesamtsieger im Ravern-Einzel und zusätzlich mit einer herausragenden Team-Leistung mit SEHT auch Sieger in der TEAM.Tour! Das Double, was will man mehr? Einziger Wermutstropfen ist lediglich, dass ich bisher keinen Turnier-Sieg erringen konnte, hier ist also noch Luft nach oben. Ansonsten bin ich vollauf zufrieden.

Ravernale,com: Wird Roland „El Rancho“ Kittel von den Young Boys Ravern seinen Titel verteidigen können? Wer wird Einzel-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Thomas Hook: Nein! Es wird ihm vermutlich genauso ergehen wie den Weltmeistern vor ihm. Diesen Titel mit ins Ur-Ravernodrom in Stanta Margalida zu tragen bedeutet auch, eine große Last mit auf den Platz zu tragen – und diesem immensen Druck sind nunmal die wenigsten Sportler gewachsen. Das hat sich ja schon während der PRO.Tour gezeigt, als er unter fadenscheinigen Ausreden die Teilnahme an der Tour De Monaco absagte. Zugegeben, in Prüfening hat er eine sehr gute Leistung gezeigt, aber übers Jahr gesehen war das einfach zu unkonstant für einen erneuten Sieg auf Mallorca.
Die Frage wer denn stattdessen Favorit auf den Titel ist, ist meiner Meinung nach dieses Jahr noch schwerer als sonst zu beantworten. Tobias Engel hat bei der Copa Danubia gezeigt, welche Möglichkeiten er hat, wenn er sie abrufen kann. Basti Teufel ist an sich ein sehr guter Werfer – er hat maßgeblich zum Team-Sieg von SEHT beigetragen – , man wartet eigentlich nur noch darauf, dass er endlich „explodiert“ und richtig absahnt. Und auch dieses Jahr haben wir mit Jörn Schimmel wieder einen „Neuling“ dabei dem ich großes Potenzial unterstelle.
Letztenendes wird es aber wie immer sehr spannend werden, wer das Rennen macht, und es bleibt vorab eigentlich doch nur die altbekannte Ravern-Weisheit: „Der Torgel ist nicht rund und ein Wurf dauert maximal 20 Sekunden.“

Ravernale.com: Kann der RCMM seinen dritten Teamweltmeister-Titel holen, oder bestätigt sich der Trend aus der TEAM.Tour? Wer wird Team-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Thomas Hook: Der RCMM macht zur Zeit tatsächlich keine gute Figur auf oder abseits der Plätze des Ravernsports, ihn für die WM 2013 ganz abzuschreiben halte ich allerdings für einen Fehler. Wir haben im Ravernsport ja schon alles Mögliche erlebt. Die Favoritenrolle würde ich dem Team allerdings dann doch nicht zuschreiben. Hier sehe ich eher die Young Boys vorne, sofern die Teamkollegen von „El Rancho“ dessen bevorstehenden Absturz abfedern können.
Andererseits gibt es ja zur Zeit aufgrund einiger Sportler-Ausfälle heftige Diskussionen rund um den Austragungsmodus des diesjährigen Team-Wettbewerbs. Solange hier keine endgültige Entscheidung seitens der IFORS über eventuelle Regeländerungen getroffen wurde ist eine realistische Einschätzung eigentlich gar nicht möglich.

Ravernale.com: Wie bereiten Sie sich auf die Weltmeisterschaft vor? Wann reisen Sie genau an?
Thomas Hook: Details zu meiner Vorbereitung möchte ich nicht preisgeben. Anreisen werde ich zusammen mit dem „Peloton“ am Samstag.

Ravernale.com: Haben Sie sich persönlich ein Ziel für die kommende Ravernale 2013 gesetzt, wenn ja welches?
Thomas Hook: Mit einem Doppelsieg in der PRO.Tour im Rücken fahre ich eigentlich ganz entspannt nach Santa Margalida. Ich habe denke ich eindrucksvoll bewiesen, dass mein katastrophales Abschneiden bei der WM 2012 wirklich nur ein Ausrutscher war, der sich hoffentlich nicht wiederholen wird. Jetzt zusätzlich auch noch den Weltmeistertitel nach Hause zu holen wäre natürlich die absolute Krönung der Saison. Mir ist zu Ohren gekommen, dass wohl der ein oder andere Ravernist meinen Namen im Zusammenhang der Favoritenrolle genannt hat. Mir ist aber durchaus bewusst, dass ich bisher noch bei keinem Turnier den ersten Platz belegen konnte und dass die Ravernale auf Mallorca sowieso nochmal ein ganz anderes Kaliber ist als die PRO.Tour-Stationen. Von daher gilt für mich: Ein Platz auf dem Podest wäre ein Traum!.
Anders sehe ich das in Bezug auf die Teamwertung. Sofern es die IFORS-Rahmenbedingungen hergeben muss das Ziel sein, die Spieler des RCMM endlich von ihrem allzu hohen Ross herunterzuholen, und SEHT hat in der Saison gezeigt, dass sie auf jeden Fall das Zeug dazu haben, die Rettungsring-Manschgerln vom Thron zu stoßen.

Ravernale.com: Was macht in Ihren Augen den Reiz des Ravernsports und insbesondere der Ravernale in Santa Margalida aus?
Thomas Hook: Um das zu verstehen muss man einfach mal dabei gewesen sein! Die Rundum-Versorgung der Sportler auch in den wurffreien Zeiten; die zahlreichen Attraktionen um das Ravernodrom herum; die ganze Atmosphäre im Ravernodrom wenn es endlich losgeht; die knisternde, fast greifbare Spannung wenn die Athleten im warmen Abendwind antreten um ihre Torgel der untergehenden Sonne entgegenzuwerfen… Das alles zusammen ergibt einfach diese wundervolle unbeschreibliche Mischung, die die Ravernale immer wieder zu einem wahnsinnig tollen Erlebnis macht.