München (ifors), im letzten Jahr konnte er mit einem sehenswerten ersten Tag und erzielten 9 Punkten bei der Ravernale recht früh den Grundstein für den Erfolg legen. Am Ende wurde er Vize-Weltmeister hinter Roland Kittel und konnte somit seine erste Einzelmedaille feiern. Lukas Graf! Ravernale.com hat sich mit dem Team-Mitglied des polarisierenden, noch amtierenden Team-Weltmeisters RCMM am Rande des letzten Augustiner Ravernstammtisches im Münchner „GAP“. 14 Tage vor der Abreise nach Santa Margalida spricht „The Ravinator“ über sein Abschneiden in der Tour, seinen Zielen auf Mallorca und über die Titelchanchen von „El Rancho“ Roland Kittel. Viel Spass!
Ravernale.com: Wie sind Sie mit dem Abschneiden in der vergangenen PRO.Tour-Saison zufrieden?
Lukas Graf: Nun, der fünfte Platz ist für mich persönlich ok. Was mir weit aus mehr sorgen bereitet, ist die Team-Wertung. Der RCMM als amtierender Team-Weltmeister blieb unter ferner liefen und wurde quasi vorgeführt. Das hat uns als Team schon sehr weh getan. Da müssen wir erst mal unsere Knochen zusammen sammeln und diese Enttäuschung abschütteln. Die SEHT waren aber auch bärenstark und haben nicht nur auf Grund unserer Schwäche gewonnen.
Ravernale.com: Wird Roland „El Rancho“ Kittel von den Young Boys Ravern seinen Titel verteidigen können? Wer wird Einzel-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Lukas Graf: Erfahrungsgemäß sind Titelverteidigungen fast unmachbar. Man muss aber auch festhalten, dass KR eine unglaubliche Konstanz an der Linie hat, die ich bis jetzt im Sportlerfeld noch nicht gesehen habe. Meiner Meinung nach ist er, trotz des bekannten Ikarus-Effekts der Topfavorit. Wen ich ebenfalls noch ganz oben sehe, ist Tobias Engel. Der hat seinen Rhythmus gefunden und das macht ihn brandgefährlich.
Ravernale.com: Kann der RCMM seinen dritten Teamweltmeister-Titel holen, oder bestätigt sich der Trend aus der TEAM.Tour? Wer wird Team-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Lukas Graf: Ich kann soviel sagen: Wir wünschen uns nichts sehnlicher als den dritten Stern auf der Brust! ABER: wir müssen ungeschönt die Faktenlage interpretieren. Da kommt man nach der PRO-Tour ganz klar zu dem Schluss, dass wir bestimmt nicht der Favorit für die Teamwertung sind. Wir haben bei der Tour alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und ich weiß nicht, ob wir genug Zeit hatten, die Fehler richtig zu analysieren und rechtzeitig zur WM abzustellen. Da liegt auch noch viel Arbeit vor uns, aber wir werden natürlich alles versuchen. Das stärkste Team im Feld sind momentan die Schmeiß Ei High Towers. Ich denke das wird die gesamte Ravern-Community bestätigen. Sie haben das, was in der Teamwertung so wichtig ist: Einen Lang-Distanz-Spezialisten. Wenn Sebastian Teufel seine Langdistanz-Treffer macht, sind sie nahezu unschlagbar. Auch wenn sie auf Mallorca nur zu zweit antreten werden ist dies keine nennenswerter Nachteil. Tom Hook, der Pro-Tour-Sieger, hat sowohl von der Kruz- als auch von der Mittel-Distanz bärenstarke Leistungen gezeigt. Sie sind der klare Favorit in der Team-Wertung.
Ravernale.com: Wie bereiten Sie sich auf die Weltmeisterschaft vor? Wann reisen Sie genau an?
Lukas Graf: Die Vorbereitung besteht in erster Linie aus Fehleranalyse und Erholung. Wir waren nach den letzten Turnieren total überspielt. Möglicherweise ist uns der Erfolg auch etwas zu Kopf gestiegen. Für uns heißt es von Null anfangen. Die Vorbereitung bestreite ich daher so gut es geht gemeinsam mit den Teamkollegen. Denn aus dieser Krise könne wir uns nur gemeinsam heraus torgeln.
Ravernale.com: Haben Sie sich persönlich ein Ziel für die kommende Ravernale 2013 gesetzt, wenn ja welches?
Lukas Graf: Ich möchte einen guten Wettkampf abliefern. Wir spielen in Santa Margalida nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Fans und für das Team. Das waren meine Ziele und werden es auch immer bleiben, solange ich an der Linie stehe.
Ravernale.com: Was macht in Ihren Augen den Reiz des Ravernsports und insbesondere der Ravernale in Santa Margalida aus?
Lukas Graf: Die Ravernale ist viel mehr als der Wettkampf. Im Ravernistischen-Dorf entwickelt sich eine tolle Gemeinschaft, die den Fans oft nicht bewusst wird. Über die Teamgrenzen hinaus gibt es hier viele Freundschaften, die das Leben in den Sportlerunterkünften bestimmen. Die gemeinsame Freizeit abseits des Platzes ist für uns Sportler fast das wichtigste. Ohne sie wäre eine richtige Wettkampfvorbereitung unmöglich. Auf den gemeinsamen Abenden oder in der Pool-Freizeit ist der wahre Geist der Ravernale zu finden.