DIE TIERRA SAGRADA in SANTA MARGALIDA
Wenn man hier in Deutschland sitzt und sich im Zuge des Ravern-Atlases beginnt mit dem Ur-Ravernodrom zu beschäftigen, weht plötzlich ein warmer Wind durchs vorweihnachtliche Wohnzimmer. In Gedanken gleiten direkt und postwendend schöne Bilder am geistigen Auge vorbei. Erinnerungen an Aioli und Baguette, Pernot und San Miguel, an Limetten- und Biersorbet, an anrüchige Filmtitel und Gentlemens Waterpolo unterm balearischen Firmament. An Montag, Mittwoch und Freitag und an ein Feuerwerk, dass bis heute niemand zu Gesicht bekommen hat. An echte Freundschaft und an wahren Sportsgeist. Als Lukas „The Ravinator“ Graf im Spätsommer des Jahres 2009 den Ravernsport endlich wieder gefunden hatte wusste er noch nicht, dass er als Pierre de Coubertin des Ravernsportes in die Geschichte eingehen wird. Ein einfacher „Feigenwurf“ aus einer unaussprechlichen Distanz und das so alles erfüllende Geräusch einer scheppernden Ravern. Die Tierra Sagrada: Der Geburtsort des neuen Ravernsportes. Und dieser hat sich seither prächtig entwickelt und doch stand er zwischenzeitlich auf wackligen Beinen. Zehn Jahre Ravernsport. Zehn Jahre in denen die „Jugend der Welt“ ein wenig gealtert und dabei so weise wurde.
Schnelle Fakten:
| Ort | Carrerassa d´en Pastora, Santa Margalida, En las Islas Baleares, Spanien. | IFORS-Kategorie |
| Boden/-beschaffenheit | Beton / Abschüssig und gebogen / Impact Zone Kies. |
ELITE |
| Größe | ca. 3000 m² | |
| Besonderheiten | Das Land wo Milch und Honig fließen. Hier fehlts dem Athleten einfach an nichts. Das Ur-Ravernodrom. | |
| Punkte / Runde | 2,17 (Stand Oktober 2019) | |
| Turniere | Ravernale 2009, 2011, 2012, 2013, 2014 | |
| Sieger | 2009 – Axel Wiegard 2011 – Andres Hubero 2012 – Roland Kittel 2013 – Andres Hubero 2014 – Tobias Engel |
Die Frage nach den Ravernal-Distanzen (12m, 17m, 24m und 35m) wird mit diesem Ravernodrom auf anschaulichste Art und Weise geklärt. Die Distanzen wurden nicht einfach am Reißbrett (wie z.B. auf der PRO.Tour) festgelegt. Sie entstanden aus ihrer bedeutsamen topographischen Lage innerhalb des Ur-Ravernodroms und genau das macht die Ravernal-Distanzen in anderen Ravernodromen auf dieser Erde so schwierig. Sie sind einfach auf Santa Margalida angepasst. Im Gegensatz zu den meisten bisher bespielten Ravernodromen auf dieser Welt ist die Tierra Sagrada abschüssig und der visuelle Wurfkorridor gebogen. Die Abschüssigkeit erleichtert die Ravernaldistanzen, da man aus deutlich erhöhter Position auf die Ravern zielt. Bereits auf der Kurzdistanz (12 m) liegt man grob 1 Meter über der Ravern. Auf der Mittel- (17m) rund 1,5 Meter und auf der Langdistanz befindet sich der Athlet bereits knapp 2 Meter überhalb der Impact Zone. Die Ultra-Distanz liegt dann noch einmal knapp 1 Meter höher (knapp 2.75 Meter über der Ravern). Dadurch sind zwar die Distanzen länger als auf der Tour, der Einfallswinkel aber natürlich steiler und die Trefferfläche durch den geänderten Eintrittswinkel der Torgel in die Impact-Zone größer. Die Ravernal-Distanzen sind also nirgends so schön zu werfen als in Santa Margalida, auch wenn der visuelle Wurfkorridor durch die örtlichen Gegebenheiten des gebogenen Main-Courts gebrochen wird. Dem Ravernisten wird hier also neben der höheren Wurfkraft auch noch das Ausblenden der örtlichen Topographie abgefordert, was die Tierra Sagrada zu den wohl schönsten und anspruchsvollsten Ravernodromen der Welt gehören lässt.
Fünf Mal in Folge vergab die IFORS ihre Weltmeisterschaften an die 12.000-Seelen Gemeinde in der Region Pla de Mallorca. Im ersten Jahr des Ravernsports der Neuzeit gründeten sich noch am Tag des Ur-Wurfes zwei internationale Dachverbände (die International Ravern Association und die UERA) die bereits einen Tag später die erste Weltmeisterschaft im Ravernsport abhielten. Die Faszination Ravernsport führte von hier in alle Welt und lässt uns heute auf eine lange Tradition mit spannenden Wettkämpfen zurückblicken. Der Ur-Weltmeister aus dem Jahr 2009 ist Axel Wiegard. Ihm gelangen im Jahr 2009 nach Gleichstand mit Andreas Geim im Stechen zwei Punkte von der Mitteldistanz. Die Punktzahlen im Statistikwerk der IFORS wurden in das heutige System umgerechnet. 2009 gab es für die einzelnen Distanzen noch andere Punktzahlen und außerdem nur einen Durchgang. Ab 2011 folgten die ersten Weltmeisterschaften nach dem noch heute gültigen Reglement und unvergessliche Abende in der Arena auf den Balearen. Auf Mallorca wurde an vier Abenden getorgelt was die Weltmeisterschaften vor Ort zu einer etwas längeren Veranstaltung werden ließ, wie es heute auf dem europäischen Festland zelebriert wird.
Infrastrukturell ist dieses Ravernodrom das ultimative Highlight im Ravern-Atlas. Wer jemals die Möglichkeit haben sollte dort an einem Turnier teilzunehmen, sollte dies in keinem Fall verpassen. Inoffiziell werden die Teilnehmer an Turnieren an diesem Ort mit dem Titel „Margalider“ bedacht („Mr. Mr. Margalider, Mr. Bob Margalider„). Die Nachwuchszonen wurden auf Drängen der IFORS auch in der Tierra Sagrada nachgerüstet. Die Athleten-Lounge aber auch die Villa de Athletas wurden dem entsprechend nachgerüstet. Gastronomisch fehlt es dem Ravernisten dort an nichts. Sowohl die Kulinarik, als auch die Unterkünfte entsprechen der IVC-Bewertung nach einem Elite-Ravernodrom. Zu recht.
Die Tierra Sagrada in Santa Margalida. Ein Elite-Ravernodrom.

Erläuterung der Kategorien:
Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.
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