Kategorie: Ravern-Atlas

Das Wimbledon des Ravernsports

SPoRTPLATZ SINZING

Keine Frage. Der SC Sinzing ist nicht bekannt für seine Ravernsportabteilung. Dennoch wurde der Saisonabschluss der Saison 2017/2018 in den Randbereichen des Sinzinger Fußballplatzes ausgeführt. Der Ravernsport verdrängt durch den Volkssport Fußball an die Seitenlinie des Sportinteresses? Mitnichten. Das Ravernodrom versprüht den Charme eines typisch bayerischen Fußballplatzes auf welchem Sonntag für Sonntag die Einheimischen aus der Kirche kommend der lokalen Fußballmannschaft zujubeln und sich danach dem sonntäglichen Weißbier hingeben. Gepflegtes Grün und mit dem Markierungswagen präzise gezogenen Kreidelinien dominieren das Bild. Ungewöhnlich für den Ravernsport. Aber auch reizvoll.

Schnelle Fakten:

Ort Laaberstraße, 93161 Sinzing IFORS-Kategorie (*unter Vorbehalt)
Boden/-beschaffenheit Sportrasen, vollkommen eben.

ELITE

Größe ca. 650 m²
Besonderheiten Professionelles und „klinisch reines“ Sportravernodrom
Punkte / Runde 3,28 (Stand Oktober 2019)
Turniere Sinzing Finale 2017/2018
Sieger 2018 – Roland Kittel
(13 P.; K1 – M6 – L6 – B0)

Vorneweg: Das Ravernodrom ist nicht das charmanteste auf welchem in der bisherigen Ravernsportgeschichte getorgelt wurde. Es gehört mit Sicherheit zu den gepflegtesten. Der Ravern-Main-Court verfügt als wohl einziges Ravernodrom auf der Tour über perfekten Fußballrasen und dem entsprechend wirkt das alles sehr professionell. Bisweilen aber auch seelenlos, wenn man es mit den anderen offiziellen Tour-Ravernodromen vergleicht. Die Distanzen sind gut absteckbar und auch die Ravern hebt sich ohne Probleme in vollem Kontrast vom satten Grün des Sinzinger Rasens ab. Durch den hohen Kontrast der Landschaft zum Sportgerät ist es dem Ravernisten an sich sehr vereinfacht den Zielfokus auf die Ravern zu richten und die Entfernungen gut abschätzen zu können. Zudem brilliert das Wimbledon des Ravernsports mit einer absolut vegetationsfreien (vom Rasen abgesehen) Umgebung. Nichts stört also auf dem grünen Ravernodrom. Das kann man mögen und zuweilen auch zu guten Torgelresultaten nutzen. Dennoch fehlt am Ende einfach das besondere Etwas. Das Saisonfinale 2017/2018 war eines der Turniere bei denen kein Ravernist ohne Punkt geblieben war und im Schnitt ertorgelten sich die Sportler dort 6,55 Punkte. Am Ende gewann der Dominator Roland Kittel auch dieses Turnier und zementierte seine Vormachtstellung.

In der Bewertung der IVC kommt das Ravernodrom auf Grund seiner unbestrittenen Vorteile auch dem entsprechend gut weg. Da die Beurteilung der Ravernodrome rein sachlich und weniger durch Emotionen gesteuert ist erhält der Sinzinger Sportplatz folgende Bewertung: „Die hervorragend gepflegte Anlage und das Angebot der Nachwuchszone in direkter Nachbarschaft des Ravernodromes gepaart mit der nicht minder fernen Gastronomie lassen nur eine Bewertung des Sinzinger Sportplatzes zu. Das Ravernodrom erhält die Auszeichnung als Elite-Ravernodrom.“ Dass die IFORS nicht öfter auf dieses Ravernodrom als Tour-Stop zurückgreift, dürfte neben der „Genehmigungen“ auch am wahrgenommenen Charme der Wettkampfstätte liegen.

Der Sinzinger Sportplatz. Ein Ravernodrom der Elite-Kategorie.

Ravernodrom

Sportplatz Sinzing
Laberstraße 100, 93161 Sinzing, Deutschland

Erläuterung der Kategorien:

Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.

Die Bange Frage: Wie gehts weiter?

DER PRÜFENINGER SCHLOSSGARTEN

Die ehemalige Benediktiner-Abtei Kloster Prüfening, die durch die Säkularisation in den Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis gekommen und zum Schloss Prüfening geworden war, umfasst neben dem eigentlichen Schloss auch etliche Nebengebäude. Unter anderem befindet sich auf dem Gelände der Prüfeninger Schlossbiergarten. Über viele Jahre hinweg war der Schlossgarten eine beliebte Ausflugadresse für die Regensburger Bevölkerung, wenn es an den Wochenenden bei schönem Wetter um die Wahl eines Biergartens ging. In den vergangenen Jahren wechselten die Pächter häufig und zuletzt wurde bekannt, dass der Schlossgarten wohl gänzlich in die Nutzung der Montessori-Einrichtungen auf dem Gelände übergehen sollte. Was dies für die Nutzung des idyllisch gelegenen Ravernodroms unter den Kastanien und neben der Biergartenfläche bedeutet ist unklar.

Schnelle Fakten:

Ort Prüfeninger Schlossstraße, 93049 Regensburg IFORS-Kategorie (*unter Vorbehalt)
Boden/-beschaffenheit Ebene Schotterpiste inmitten hoher Kastanien.

ELITE*

Größe ca. 2200 m² inkl. Nachwuchszone und Entfaltungsfläche
Besonderheiten Wettkampfstätte mit besonderem Flair und sämtlichen Einrichtungen.
Punkte / Runde 2,94 (ohne Ravernale; Stand Oktober 2019)
1,93 (Ravernale; Stand Otkober 2019)
Turniere Ravernale 2019 (1./2. Durchgang)
II. Schlossgarten Classics
Schlossgarten Prüfening
Sieger 2016 – Sebastian Teufel
2018 – Jörn Pfeifer
2019 – Roland Kittel (Ravernale)

Der Schlossgarten ist nahezu prädestiniert für Ravernsport-Turniere nach den modernsten Anforderungen. Nicht zuletzt die Teil-Austragung der Ravernale erhob das Ravernodrom an der Prüfeninger Schloßstraße in den Adelsstand. So beherbergt der Garten lange freie Flächen die zur Ausrichtung des Ravernodroms sogar noch unterschiedlichste Möglichkeiten bieten. Will heissen: Das Ravernodrom kann von der IFORS jederzeit umgelegt und auf Umwelteinflüsse oder Wetterbedingungen angepasst werden. Durch die vollständige Umzäunung ist die Wettkampfstätte sogar noch optimal für die Nachwuchszonen ausgelegt. Die nahezu ebene Schotterpiste, welche im Herbst häufig mit dem Laub der Kastanien bedeckt ist bietet fast optimale Bedingungen für den Ravernsport auf der PRO.Tour. Die Ravernal-Distanzen erfordern hier allerdings durch die ebene Ausrichtung etwas mehr Kraft als auf einem abschüssigen Ravernodrom. Je nach Positionierung des Ravernodroms wird der visuelle Wurfkorridor durch die hoch gewachsene Vegetation durchbrochen oder unterstützt. Das Ravernodrom im Schlossgarten ist daher vollkommen flexibel und bot in den vergangenen Jahren den Rahmen für gelungene Ravernsport-Nachmittage. Erst bei der vergangenen Ravernale 2019 war der Prüfeninger Schlossgarten zu 50% Gastgeber der VIII. Ravernsport-Weltmeisterschaft. Hier fanden Eröffnungsfeier und die ersten beiden Durchgänge statt, bevor die Titelkämpfe ihre Finaldurchgänge in Kleinprüfening auf Sinzinger Seite beendet wurden. An dieser schönen Wettkampfstätte konnte außerdem Sebastian Teufel 2016 nach seinem, im Trubel untergegangenem, Sieg bei der Biberdamm-Trophy (nur 3 Monate zuvor) endlich seinen ersten mit Beachtung belohnten Sieg bei einem PRO.Tour-Turnier feiern. Etwas mehr als ein Jahr später belohnte sich der „Nordstern“ Jörn Pfeifer mit dem Titel im fürstlichen Schlossgarten.

Die Wirrungen um die Pächterschaft des Prüfeninger Schlossgartens sind mittlerweile undurchsichtig geworden und nach der Ankündigung der Pächter des Sommers 2019, die Bewirtschaftung des Schlossgartens im kommenden Jahr trotz guten Erfolges nicht zu wiederholen, spricht mittlerweile vieles dafür, dass der Schlossgarten mit all seinen Annehmlichkeiten und den Vorteilen für die IFORS als Option abhanden kommt. Diese Tatsache zieht die IVC in ihrem Bericht über die Qualität der Wettkampfstätten heran und bewertet das Ravernodrom deshalb „unter Vorbehalt“. Im Bericht heißt es konkret: „Der Prüfeninger Schlossgarten erfüllt die Anforderungen der IFORS-Venue-Commission (IVC) zu mehr als 100%. Die vollständige Einfriedung des Geländes, das reichhaltige Angebot in der Nachwuchszone, die unmittelbare Verortung von Bedürfnisständen und Gastronomie, sowie die flexible Ausgestaltung und Positionierung des Ravernodroms grenzen den Ravernsport in keinster Weise ein. Ganz im Gegenteil: All diese Punkte lassen den Schlossgarten in Prüfening zu einem Ravernodrom der Elite-Klasse werden, was im vergangenen Sommer auch mit dem Teil-Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2019 gewürdigt wurde. In Anbetracht der unübersichtlichen Lage der möglichen Betriebsgesellschaften und zu erwartenden Zugangsproblematik wird dem Ravernodrom die Elite-Kategorie aber nur unter Vorbehalt erteilt. Im Falle des Wegfalls der Zugangsmöglichkeit (z.B. im Zuge einer Privatisierung des Geländes) müsste die IVC das Ravernodrom trotz aller Annehmlichkeiten und allen Komforts als Ravernodrom der Kategorie D bewerten.“

Der Prüfeninger Schlossgarten. Ein Ravernodrom der Elite-Kategorie (unter Vorbehalt).

Ravernodrom

Schlossgarten
Prüfeninger Schloßstraße 75, 93051 Regensburg, Deutschland

Erläuterung der Kategorien:

Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.

Gut gedacht. Doch das war nix.

DER BIBERBAU IN SINZING

Es war zu einer schwierigen Zeit im Ravernsport. Genauer gesagt war es das Turnier nach dem skandalösen Turnier in Donaustauf. Der Kater nach dem Auftakt an der Walhalla war so groß, dass der Ravernsport drohte zum erliegen zu kommen. Aber selbst diese Krise von 2016 überlebt der Ravernsport und es kam zum zweiten Turnier in dieser Saison. Allerdings erst 8 Monate (!!!) später. Eine so große Ravernsportlose Zeit gab es seit der ersten Copa Danubia im Jahr 2012 nicht mehr und bis heute bleibt diese Zeit auch nach wie vor die längste Zeit ohne den geliebten Sport. Das Ravernodrom am „Biberbau“ liegt direkt an der Donau. Ein kleiner Spazierweg liegt daneben. Örtlich nicht weit entfernt vom allerersten PRO.Tour-Ravernodrom an der Donaustraße. Nur eben noch weiter draussen. Ohne den „lästigen“ Passantenverkehr. Ähnlich wie dem in den Vorwochen beschriebenen Ravernodrom an der Pappelwiese kann der Ort nur über die Koordinaten angegeben werden. Und dennoch: Das Ravernodrom hätte ein perfektes Ravernsport-Turnier durchführen können. Trotzdem kam alles anders.

Schnelle Fakten:

Ort N 48° 59,41´; O 12° 2,69´ – 93161 Sinzing IFORS-Kategorie
Boden/-beschaffenheit Wiese inmitten der Felder vor Sinzing. Am Donauufer.

D

Größe mind. 3000 m² – grenzen sind nicht hart
Besonderheiten weitläufig, keine vorhandene Infrastruktur
Punkte / Runde 2,71 (Stand Oktober 2019)
Turniere Biberdamm Trophy 2016
Sieger 2016 – Sebastian Teufel
(6 P.; K3 – M0 – L3 – B0)

Das Ravernodrom besticht durch seine freien Entfaltungsmöglichkeiten und der potentiellen Möglichkeit bei großer Hitze auch die Abkühlung im kühlen Nass der Donau zu suchen. Der Boden wird ebenso wie die Häufigkeit von Ground-Hits als durchschnittlich beschrieben. Der Ausblick ins Donautal: Schön aber auch nicht extrem außergewöhnlich. Das Turnier am 24.07.2016 verkam relativ schnell zu einem denkwürdigen, aber leider nicht erinnerungswürdigen Turnier. Denn: Es war das bisher einzige Turnier welches aus verschiedensten Gründen abgebrochen werden musste. Nicht, weil die Ravernisti sich in die Haare bekommen hätten. Nein. Dieser Tag stand einfach unter einem schlechten Stern für den Ravernsport. Es folgt eine Stichpunktartige Aufzählung der Ereignisse, die zum Abbruch des Turnieres nach 1 Durchgang führten:

  • Verletzung des ohnehin angeschlagenen Roland Kittel (Sehnenriss; spielte allerdings die Runde nach kurzem Krankenhausaufenthalt fertig.)
  • Starkregen unterbrach das Turnier für mehr als 1 Stunde.
  • Allergische Reaktion durch einen Wespenstich bei Franziskus Rupp.

An sich hätte dieses Turnier den Ravernsport erneut befeuern sollen. In abgeschwächter Form tat es das auch. Allerdings war dies nicht das erhoffte Durchstarten des Ravernsportes und der Turniersieg Sebastian Teufels ging dadurch fast ein wenig unter.

Nicht zuletzt deshalb ist der Biberdamm in Sinzing nicht als einzigartiges Ravernodrom in Erinnerung geblieben. Die neu geschaffene IVC der IFORS untersuchte im Zuge der Bewertung der Ravernodrome natürlich auch dieses Ravernodrom. Unvoreingenommen und ohne die unglücklichen Ereignisse dabei im Kopf zu haben. Durch die fehlende Gastronomie und die beschwerliche Bereitstellung von Sportgerät und das errichten einer Nachwuchszone kann diese Sportstätte leider nicht besser als das Ravernodrom an der Pappelwiese bewertet werden und erhält somit das IVC-Sigel der Kategorie D.

Der Biberbau in Sinzing. Ein Ravernodrom der Kategorie D.

Ravernodrom

Sinzing Biberbau
Mattinger Str., 93161 Pentling, Deutschland

Erläuterung der Kategorien:

Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.

Turniere der Fürst Class.

DIE FÜRST-ALBERT-ALLEE

Ein langer Korridor unterhalb einer Allee von hoch gewachsenen Bäumen. Links und rechts davon: Felder. Das Ravernodrom in der Fürst-Albert-Allee wurde in den vergangenen Jahren nicht mehr in den Tour-Kalender aufgenommen. Vollkommen zu unrecht wie die IVC der IFORS empfindet. Liegt es doch zum einen wunderbar nahe an der Stadt und in der Nähe des Prüfeninger Bahnhofs und bietet mit dem leicht abschüssigen Ravernodrom beste Vorbereitung auf ein Turnier in Santa Margalida.

Schnelle Fakten:

Ort Fürst-Albert-Allee, 93049 Regensburg IFORS-Kategorie
Boden/-beschaffenheit Feldweg unter einer wunderbar gelegenen Allee.

A/C

Größe ca. 2200 m² – eingebettet in die Allee.
Besonderheiten leicht abschüssig. wirkt wie ein Raum. Stark vorgegebener Wurfkorridor.
Punkte / Runde 1,78 (Stand Oktober 2019)
Turniere II. Copa Danubia 2013
III. Copa Danubia 2014
Sieger 2013 – Tobias Engel 
2014 – Andres Hubero

Das Ravernodrom wirkt unendlich lang, wenn man es erst einmal betreten hat. Der Wurfkorridor ist klar vorgegeben. Links und rechts schränken die dickstämmigen Bäume die Wurfbahn deutlich ein, so dass hier die Wurfrichtung zumindest unbewusst positiv beeinflusst werden kann. Die große Krux an diesem Austragungsort: Der Überhang der Bäume. Ja er wirkt schützend vor Regen, weshalb auch kleinere Regenschauer den Ravernisten nichts ausmachen. Das große Problem, welches in der Sportlerschaft in der Fürst-Albert-Allee diskutiert wird: Die Ultra-Distanz würde durch Vegetation unmöglich gemacht. Die Argumentation klingt schlüssig. Die IVC stellt sich allerdings in ihrem neuesten Bericht gegen die von den Sportlern monierten örtlichen Gegebenheiten und weist die Vorwürfe, zumindest partiell scharf zurück. Zum einen könnte die Impact-Zone in dem über 130 Meter langen Ravernodrom frei gewählt und somit der Vegetation angepasst werden. Zum anderen sieht die Kommission in der Varianz der topographischen Unterschiede einzelnen Sportstätten den Reiz des Ravernsportes. Der Sportler muss das Gelände vor Ort lesen und verstehen. Das macht die Fürst-Albert-Allee neben der klar vorgegebenen Wurflinie auch zu einem anspruchsvollen Ravernodrom.

Die Turniere 2013 und 2014 gingen beide in die Geschichte des Ravernsportes ein. Denn beide Male waren Sie das Abschlussturnier der jeweiligen Saison. 2013 gewann hier mit Tobias Engel ein Prüfeninger Lokalmatador und gleichzeitig wurde Thomas Hook kurioser Weise zum Toursieger gekürt, ohne jemals überhaupt ein Ravernsportturnier gewonnen zu haben. Das Jahr 2014 stand an der Fürst-Albert Allee ganz im Zeichen der Team.Tour. Alles machte sich auf einen spannenden Zweikampf zwischen den Schmeiss Ei High Towers und Danubia United gefasst. Der Vorsprung der beiden Teams war scheinbar zu gewaltig, dass noch andere Teams ernsthaft um den Titel spielen könnten. Es kam, wie so oft im Ravernsport, wieder vollkommen anders. Die Schmeiss Ei High Towers, vor dem Turnier in der komfortablen Situation des Tabellenführers, landeten am Ende der Saison gar nur mehr auf Rang 4. Der ärgste Verfolger und über lange Zeit in dieser Saison Tabellenführer Danubia United verspielte seinen zweiten Platz ebenso und landete auf Rang 3. Die beiden Teams Deportivo Hubi Hu und die Schubkramento Kings kämpften sich heimlich still und leise im ersten Durchgang heran und stießen die vermeintlichen Platzhirsche Mitte des zweiten Durchgangs vom Thron. Es kam zu einem der legendärsten Stechen um die Meisterschaft in der Historie des Ravernsportes. Am Ende holte sich Hubi Hu neben der Team.Tour ein paar Wochen später auch noch den Weltmeistertitel.

Das Ravernodrom in der Fürst-Albert-Allee wird kontrovers diskutiert, weshalb eine Bewertung nahezu unmöglich objektiv sein kann. Die IVC versuchte die vorliegende Wettkampfstätte daher nach diversen Kriterien zu bewerten und kam zu folgendem Ergebnis: „Das Ravernodrom in der Fürst-Albert-Allee erfüllt die Anforderungen der IFORS-Venue-Commission nicht zu 100%, da es über keine vorhandene Nachwuchszone verfügt. Durch die voraussichtliche Schließung des Schlossbiergartens wird dem Ravernodrom auch noch die Gastronomische Eignung für die Austragung eines PRO.Tour-Turnieres genommen. Lage, Ort und Beschaffenheit des Ravernodroms jedoch sind, auch auf Grund der vegetativen Hindernisse als äußerst positiv und interessant zu bewerten, weshalb sich die IVC hier wohl gegen die Meinungen im Sportlerumfeld stellt und das Raverndrom mit einer Sonderkategorie auszeichnet. Das Ravernodrom ist nach den Kriterien der IVC als Sportstätte der Kategorie A/C zu bewerten. Ein Turnier mit aneinanderhängenden Durchgängen könnte hier auch ohne Gastronomie und IFORS-seitig herzustellender Nachwuchszone ohne weiteres stattfinden. Die IVC rät der IFORS, das Ravernodrom auch in den kommenden Jahren als potentiellen Tour-Standort zu berücksichtigen.“

Die Fürst-Albert-Allee. Ein Ravernodrom der Kategorie A/C.

Ravernodrom

Regensburg Fürst Albert Allee
Fürst-Albert-Allee, 93051 Regensburg, Deutschland

Erläuterung der Kategorien:

Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.

Als der Torgel die Insel verließ.

DIE PAPPELWIESE IN PRÜFENING

Was vielen Ravernsportlern als Ort legendärer Gelage bekannt sein dürfte, war am 16.06.2012 auch der Ort an dem erstmals außerhalb Spaniens und fern der schwül-heißen balearischen Sonne die Torgel auf die Ravern flogen. Mit Sicherheit hat dieses Ravernodrom seinen Platz in der Sportgeschichte eingenommen. Ob dort aber jemals wieder ein Turnier stattfinden wird? Es lässt sich sehr wahrscheinlich ausschließen. Denn eigentlich ist dieser Platz nahezu gänzlich ungeeignet für ein Ravernsport-Turnier der Profi-Klasse mit all seinen infrastrukturellen Anforderungen und Bedürfnissen, die die Sportler über die Jahre hinweg aufgebaut haben. Dennoch soll es hier im Ravern-Atlas gebührend gewürdigt und gefeiert werden. Dass das Pappelwiesen-Ravernodrom nicht zu den Top-Adressen gehört wird deutlich wenn jemand nach der „genauen Adresse“ fragt. Man kann nur folgende Antwort geben: 49 Grad und 0,47 Minuten nördliche Breite, 12 Grad und 2,28 Minuten östliche Länge. Dann dürfte man zumindest ungefähr dort rauskommen (Achtung die Minuten sind gerundet).

Schnelle Fakten:

Ort N 49° 0,47´; O 12° 2,28´ – 93049 Regensburg IFORS-Kategorie
Boden/-beschaffenheit Feldweg. Links und Rechts Felder. Abschüssig.

D

Größe ca. 160 m² – das räumlich kleinste Ravernodrom der Welt
Besonderheiten deutlich Abschüssig, äußerst beengt, keine Infrastruktur
Punkte / Runde 3,0 (Stand Oktober 2019)
Turniere I. Copa Danubia 2012
Sieger 2012 – Matthias Dettenhofer
(7P; K2 – M2 – L0 – B3)

Der Ravernsport war lange Zeit auf „die Insel“ verbannt. Ravernsport? Das galt zu Beginn als jährliches bis zweijährliches Highlight. Niemand dachte ernsthaft darüber nach diese „verrückte Idee“ auch noch abseits von Urlauben auf der Baleareninsel Mallorca zu betreiben. Doch scheinbar war der Drang den Sport auch zwischen den Weltmeisterschaften zu professionalisieren größer. Die IFORS legte ihre Scham ab und brachte ein paar Wochen vor der dritten Ravernale den Ravernsport nach Regensburg. Damals sozusagen als „Vorbereitungsturnier“ auf die III. Ravernale. Deshalb wurde auch ein Ravernodrom gewählt, was zumindest gefühlt die Abschüssigkeit der Tierra Sagrada in Santa Margalida hatte. Erste Gedankenspiele eines geordneten Ligabetriebes waren zu dieser Zeit wohl nur in den Köpfen des innersten Zirkels rund um den damaligen IFORS-Präsidenten Johannes Zettel und seinem heutigen Nachfolger im Amt Sebastian Teufel vorhanden. Also wurde, noch bevor im Dezember 2012 die erste PRO.Tour-Saison ihren Spielbetrieb aufnahm, mit der ersten Copa Danubia auf dem Ravernodrom an der Pappelwiese erstmals ein Ravernsport-Turnier auf dem europäischen Festland ausgetragen.

Lukas Graf wirft mit dem goldenen Torgel. Später der Torgel des Siegers Matthias Dettenhofer.

Ein kleines aber feines Turnier mit 13 Teilnehmern und nur einer einzigen Runde, die aber an Spannung kaum zu überbieten war. Noch nach der Langdistanz, also kurz vor den letzten Würfen des Turnieres führte mit Tobias Ludwig (5 Punkte) ein heutiges Urgestein der Schubkramento Kings vor Johannes Zettel und Matthias Dettenhofer (4 Punkten) vom damaligen Team-Weltmeister RCMM. Die Bonuswürfe sollten entscheiden. Und Andres Hubero legte einen seiner berühmten Ultra-Würfe mit einer Wucht in die Ravern, so dass anstatt 1 Punkt plötzlich derer 6 auf seinem Konto standen. Eigentlich war er damit fast schon zum Sieger gekrönt. Mit diesem Turnier begann ein über mehrere Jahre andauerndes Duell zwischen Andres Hubero und dem späteren Sieger dieses Turniers: Matthias Dettenhofer. Der nämlich legte zu seinen bisher 4 ertorgelten Punkte noch einen Treffer von der Langdistanz nach und überholte Huber auf der Zielgeraden.

Das bemerkenswerte am Ravernodrom an der Pappelwiese ist eigentlich hauptsächlich die Geschichte und der ideelle Wert. Weder die Oberfläche des Feldweges, noch die räumlich beengte Situation oder die nahe gelegenen Erdbeerfelder Prüfenings lassen dieses Ravernodrom nochmal im Tourkalender auftauchen. Das Ravernodrom liegt außerhalb jeglicher Nachwuchszonen. Einzig die Nähe zum Gasthaus Goldener Hirsch in Prüfening würde man als Standorftfaktor für dieses geschichtliche Schmuckstück anführen können. Die IVC bewertet das Ravernodrom an der Pappelwiese daher ganz klar und deutlich mit der Kategorie D und die Ravernisti nahmen wohl direkt nach ihrer Ankunft an der Pappelwiese auch direkt schon wieder für immer Abschied.

Das Ravernodrom an der Pappelwiese. Ein Ravernodrom der Kategorie D.

Auf Wiedersehen Pappelwiese.

Ravernodrom

Prüfening Pappelwiese
Sinzinger Weg 11, 93051 Regensburg, Deutschland

Erläuterung der Kategorien:

Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.