DIE PAPPELWIESE IN PRÜFENING
Was vielen Ravernsportlern als Ort legendärer Gelage bekannt sein dürfte, war am 16.06.2012 auch der Ort an dem erstmals außerhalb Spaniens und fern der schwül-heißen balearischen Sonne die Torgel auf die Ravern flogen. Mit Sicherheit hat dieses Ravernodrom seinen Platz in der Sportgeschichte eingenommen. Ob dort aber jemals wieder ein Turnier stattfinden wird? Es lässt sich sehr wahrscheinlich ausschließen. Denn eigentlich ist dieser Platz nahezu gänzlich ungeeignet für ein Ravernsport-Turnier der Profi-Klasse mit all seinen infrastrukturellen Anforderungen und Bedürfnissen, die die Sportler über die Jahre hinweg aufgebaut haben. Dennoch soll es hier im Ravern-Atlas gebührend gewürdigt und gefeiert werden. Dass das Pappelwiesen-Ravernodrom nicht zu den Top-Adressen gehört wird deutlich wenn jemand nach der „genauen Adresse“ fragt. Man kann nur folgende Antwort geben: 49 Grad und 0,47 Minuten nördliche Breite, 12 Grad und 2,28 Minuten östliche Länge. Dann dürfte man zumindest ungefähr dort rauskommen (Achtung die Minuten sind gerundet).
Schnelle Fakten:
| Ort | N 49° 0,47´; O 12° 2,28´ – 93049 Regensburg | IFORS-Kategorie |
| Boden/-beschaffenheit | Feldweg. Links und Rechts Felder. Abschüssig. |
D |
| Größe | ca. 160 m² – das räumlich kleinste Ravernodrom der Welt | |
| Besonderheiten | deutlich Abschüssig, äußerst beengt, keine Infrastruktur | |
| Punkte / Runde | 3,0 (Stand Oktober 2019) | |
| Turniere | I. Copa Danubia 2012 | |
| Sieger | 2012 – Matthias Dettenhofer (7P; K2 – M2 – L0 – B3) |
Der Ravernsport war lange Zeit auf „die Insel“ verbannt. Ravernsport? Das galt zu Beginn als jährliches bis zweijährliches Highlight. Niemand dachte ernsthaft darüber nach diese „verrückte Idee“ auch noch abseits von Urlauben auf der Baleareninsel Mallorca zu betreiben. Doch scheinbar war der Drang den Sport auch zwischen den Weltmeisterschaften zu professionalisieren größer. Die IFORS legte ihre Scham ab und brachte ein paar Wochen vor der dritten Ravernale den Ravernsport nach Regensburg. Damals sozusagen als „Vorbereitungsturnier“ auf die III. Ravernale. Deshalb wurde auch ein Ravernodrom gewählt, was zumindest gefühlt die Abschüssigkeit der Tierra Sagrada in Santa Margalida hatte. Erste Gedankenspiele eines geordneten Ligabetriebes waren zu dieser Zeit wohl nur in den Köpfen des innersten Zirkels rund um den damaligen IFORS-Präsidenten Johannes Zettel und seinem heutigen Nachfolger im Amt Sebastian Teufel vorhanden. Also wurde, noch bevor im Dezember 2012 die erste PRO.Tour-Saison ihren Spielbetrieb aufnahm, mit der ersten Copa Danubia auf dem Ravernodrom an der Pappelwiese erstmals ein Ravernsport-Turnier auf dem europäischen Festland ausgetragen.

Ein kleines aber feines Turnier mit 13 Teilnehmern und nur einer einzigen Runde, die aber an Spannung kaum zu überbieten war. Noch nach der Langdistanz, also kurz vor den letzten Würfen des Turnieres führte mit Tobias Ludwig (5 Punkte) ein heutiges Urgestein der Schubkramento Kings vor Johannes Zettel und Matthias Dettenhofer (4 Punkten) vom damaligen Team-Weltmeister RCMM. Die Bonuswürfe sollten entscheiden. Und Andres Hubero legte einen seiner berühmten Ultra-Würfe mit einer Wucht in die Ravern, so dass anstatt 1 Punkt plötzlich derer 6 auf seinem Konto standen. Eigentlich war er damit fast schon zum Sieger gekrönt. Mit diesem Turnier begann ein über mehrere Jahre andauerndes Duell zwischen Andres Hubero und dem späteren Sieger dieses Turniers: Matthias Dettenhofer. Der nämlich legte zu seinen bisher 4 ertorgelten Punkte noch einen Treffer von der Langdistanz nach und überholte Huber auf der Zielgeraden.
Das bemerkenswerte am Ravernodrom an der Pappelwiese ist eigentlich hauptsächlich die Geschichte und der ideelle Wert. Weder die Oberfläche des Feldweges, noch die räumlich beengte Situation oder die nahe gelegenen Erdbeerfelder Prüfenings lassen dieses Ravernodrom nochmal im Tourkalender auftauchen. Das Ravernodrom liegt außerhalb jeglicher Nachwuchszonen. Einzig die Nähe zum Gasthaus Goldener Hirsch in Prüfening würde man als Standorftfaktor für dieses geschichtliche Schmuckstück anführen können. Die IVC bewertet das Ravernodrom an der Pappelwiese daher ganz klar und deutlich mit der Kategorie D und die Ravernisti nahmen wohl direkt nach ihrer Ankunft an der Pappelwiese auch direkt schon wieder für immer Abschied.
Das Ravernodrom an der Pappelwiese. Ein Ravernodrom der Kategorie D.

Erläuterung der Kategorien:
Elite-Ravernodrom: Sämtliche Anforderungen der IFORS sind übererfüllt.
Kategorie A: Alle Anforderungen der IFORS sind zu 100% erfüllt
Kategorie B: Anforderungen der IFORS sind mit Abstrichen erfüllt.
Kategorie C: Anforderungen der IFORS sind nicht erfüllt. Ravernodrom ist jedoch auf Grund topographischer und geographischer Beschaffenheit als solches von der IFORS anerkannt.
Kategorie D: Anforderungen entsprechen nicht mehr den heutigen IFORS-Statuten.
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