Regensburg (ifors), da ist sie wieder. Die PRO.Tour 2017/2018. Nach einer fast nie zu enden wollenden Pause nach der Ravernale und einem „Lock-Out“ der Ravernisti im Herbst wurde das zweite Turnier der PRO.Tour, welches eigentlich bereits am 29.Oktober des vergangenen Jahres stattfinden sollte, aber wegen Sturmtief Herwart abgesagt worden war, nachgeholt. So verzerrt sich die PRO.Tour 2017 wieder einmal zur PRO.Tour 2017/2018. Seis drum. Wieder einmal versammelten sich 17 Ravernisti und etliche Zuschauer im Ravernodrom.
Die Ausgangslage schien dabei sowieso schon klar: Die Frage wir nur sein, wie weit Roland „El Rancho“ Kittel die Konkurrenz diesmal auf die Plätze verweisen würde. Und zunächst sah dies auf der Kurzdistanz des ersten Durchganges auch so aus. Roland Kittel versenkte zweimal seinen Torgel in der Ravern und schob sich früh gemeinsam mit Thomas Hook und Jörn Pfeifer auf die Pole Position für dieses kalte, aber trockene Januarturnier. Stefan Zenisek konnte mit zwei Treffern von der Mitteldistanz und zuvor einem auf der Kurz (5 Punkte) aber an Pfeifer und Kittel (beide 4) vorbeiziehen. Keiner der drei allerdings war in der Lage vor dem Mittagessen noch etwas zählbares aufs Tableau zu bringen. So dass kurz vor der Mittagspause noch Andres Hubero (5 Punkte), Thomas Hook (5 Punkte) und Tobias Engel (4 Punkte) in den Kampf um den Titel vom Prüfeninger Schloss einstiegen. Alle drei konnten sich mit jeweils einem Langdistanztreffer in Position schieben.
Nach der Mittagspause verkündete Noch-IFORS-Präsident Lukas Graf das Ergebnis der zuletzt angestandenen Wahl seines Nachfolgers bekannt. Stefan Zenisek, einer der sagenumwobenen Raverngers (welche warens doch gleich wieder, ein Kenner erkennts an der Schreibweise), wurde dabei mit einer überwältigenden Mehrheit zum dritten IFORS-Präsidenten in der Geschichte des internationalen Ravernsportverbandes gewählt. Er wird den Ravernsport in seine Jubiläumssaison führen. Im kommenden Jahr (2019) begeht der internationale Ravernsport bereits den zehnten Jahrestag der Findung des Sports. Auf ein Festjahr darf man hier sicherlich gespannt sein.

Der zweite Durchgang wurde bei etwas windigeren Verhältnissen angetorgelt. Auf der Kurzdistanz konnten dabei vor allem Jörn Pfeifer und Andreas Nutz mit einem Hattrick überzeugen. Pfeifer, der sich dadurch mit 7 Punkten wieder an die Spitze des Feldes schob, dürfte sich an das Nacht-Torgeln bei den Drei-Tageszeiten in Bad Kötzting im März 2014 erinnert haben. Damals führte er nach dem zweiten Durchgang das Feld an und vergab im dritten Durchgang alle seiner Versuche, so dass ihm der Turniersieg dort verwehrt blieb. Wie stark würden seine Nerven aber heute bleiben?
Mit Leo Jakob, der am Vormittag eine ungewohnt schwache Vorstellung (1 Punkt aus Durchgang 1) darbot, schob sich im Nachmittagstorgeln ein alter Bekannter ans Spitzenfeld heran. Und das mit einer hervorragenden Leistung. Mit 8 Punkten ertorgelte sich der One-Wheel-Raverneer über Kurz-, Mittel- und Langdistanz 8 Treffer und landete am Ende bei 9 Punkten. Angesichts des ersten Durchgangs kann man sich vorstellen, zu was dieser Mann im Laufe seiner Karriere noch im Stande sein wird.
Und bevor es zum Abschliessendem Bonus-Durchgang kam waren potentiell noch acht (!!!) Athleten des 17 Sportler umfassenden Feldes in der Lage das Turnier über den Bonuswurf für sich zu entscheiden (Pfeifer, Jakob jeweil 9 P., Hubero 8 P., Zenisek, Engel, Hook, Geim, Kittel jeweils 7 P.). Die Aussichtsreichsten Positionen hielten dabei allerdings Jörn Pfeifer und Leo Jakob mit 9 Punkten inne. Doch keiner hatte diese Rechnung wirklich aufgestellt. Als Stefan Zenisek, der neue Präsident, mit seinem Bonuswurf von der Langdistanz plötzlich und unerwartet an Jakob und Pfeifer vorbeizog. Diese beiden hatten nun also entweder die Möglichkeit Zenisek mit einem Kurzdistanztreffer ins Stechen zu zwingen, oder mit einem Hit von der Mittel die Schlossgarten-Classics für sich zu entscheiden.
Leo Jakob versuchte es von der Mitteldistanz und scheiterte beim Versuch seinen ersten Turniersieg einzufahren. Jörn Pfeifer hielt seine Nerven unter Kontrolle und zog mit einem souveränen Kurzdistanz-Treffer ins Stechen mit dem Neu-Präsidenten ein.
Innerhalb dieses Stechens legte Pfeifer mit einem Kurzdistanztreffer vor. Zenisek hätte die Chance gehabt diesen auszugleichen und Jörn Pfeifer selbst eine schwere Aufgabe vorzulegen. Jedoch versuchte der neue Weltverbandsvorsteher mit einem Wurf von der Mittel das Turnier schnell zu beenden. Der Torgel verfehlte die Ravern und Pfeifer, der Niedersachse mit wohnhaft in München entschied sein erstes Turnier souverän und unaufgeregt für sich. Der Nordstern, der 2014 in der Nacht von Bad-Kötzting und nach dem Turniersieg im Olympiapark in München noch so hell am Himmel stand leuchtet wieder und überstrahlt an diesem Tag alle anderen Ravernisti und fährt dabei seinen zweiten Sieg bei einem PRO.Tour-Turnier ein.
In der TEAM.Tour konnte sich das Rat-Pack zwar absetzen, jedoch nicht so entscheidend wie das noch nach dem Vormittagsdurchgang ausgesehen hatte. Am Ende distanzierte der Weltmeister-Klub um Tobias Engel, Andres Hubero und Roland Kittel die One Wheel Raverneers um zwei, die Munich Marble Ravengers und die Schubkramento Kings um 3 und die Raverngers gar um 4 Punkte. Ein Titelgewinn des fabulösen Weltmeistertrios und Team-Weltmeisters auch in der PRO.Tour scheint hier auch nicht mehr allzu fern.
Das abschliessende Turnier in der PRO.Tour 2017/2018 dürfte für März/April auf dem Programm stehen. Ein gelungenes Turnier im Schlossgarten endet mit dem ersten Sieg des leuchtenden Nordsterns Jörn Pfeifer. Gratulation hierzu.
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