Kategorie: MMR

Roland Kittel: Rekordweltmeister!

Roland Kittel dominiert den Ravernsport nach Belieben. Bei der 8. Ravernsport-Weltmeisterschaft, der Ravernale, siegt Kittel mit zwei starken Durchgängen und wird Weltmeister. Bei der Team-Weltmeisterschaft gewinnt mit den One Wheel Raverneers zum fünften Mal in Folge eine neue Mannschaft nach Nerven zerreißenden KO-Spielen den Titel im Finale gegen die Munich Marble Ravengers. Bei der abschließenden Meisterfeier in der Ravernsport-Alm in Sinzing wählt die IFORS mit Sebastian Teufel (bisheriger Vorsitzender der IFORS-PA) ihren neuen Präsidenten. Eine grandiose Weltmeisterschaft geht zu Ende und stellt zugleich den Startpunkt für die Reise in neue Dekade dar.

Regensburg (ifors), als in den Wochen vor der Ravernale spekuliert wurde, wer genau an der diesjährigen Weltmeisterschaft teilnehmen würde und wie glücklich der Termin letztendlich gewählt wurde, gab es nicht wenige Beobachter der Ravernsport-Szene, die Zweifel an der Jubiläumsravernale hegten. Wie sich letzten Endes am ersten Tag der Ravernale herausstellen sollte, waren es für eine Ravernale mit 15 Athleten völlig normale Teilnehmerzahlen die keinerlei Schwund beim Interesse der Athleten erkennen liesen. Im Gegenteil: Zwei Teams mehr (wenn auch dezimiert) als vor zwei Jahren in Oberndorf hatten für die Team-Weltmeisterschaft gemeldet und ermöglichten somit einen normalen Gruppenmodus, den die IFORS ohne große Diskussionen durch gewunken hatte. Präsident Stefan Zenisek eröffnete die Ravernale mit warmen Worten die einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre darstellten. Viele der Protagonisten von damals standen auch diesmal wieder im Ravernodrom. Leider war es verschiedenen Personen (u.a. Ur-Weltmeister Axel Wiegard und Ex-Weltmeister Andres Hubero) aus terminlichen Gründen nicht möglich dieses Mal an den Wettkämpfen teilzunehmen. Dennoch konnte die Ravernale mit der Team-WM-Vorrunde am Donnerstag, dem 15.08. (einem Ravernsport-Feiertag) starten. Das Feuerwerk in Can Picafort, war auch heuer nicht ins Rahmenprogramm der Titelkämpfe mit aufgenommen worden.

Der WM-Auftakt im Prüfeninger Schlossgarten.
TEAM-WM startet ohne große überraschungen

Die Team-WM startete am Donnerstag jedoch ohne größere Überraschungen. Zwei Teams des Starterfeldes mussten ihre Farben „Solo“ vertreten und zogen dabei den im IFORS-Regelwerk beschriebenen Team-Joker, bei dem es den einzelnen Sportlern erlaubt wird ihr Team bei einer Ravernale auch alleine zu vertreten. 2015 war bereits Birgit Graf (ehemals Oberleitner) so bis ins Halbfinale der Team-WM vorgestoßen. 2019 nun vertraten Christiane Kittel die Schmeiss Girls, Andreas Geim die Schubkramento Kings.

Erwartungsgemäß war die Vorrunde daher für die Solo-Teams eine etwas aussichtslose Mission, die beide Teams jedoch beachtlich meisterten. Die Schmeiss Girls mussten jedoch mit 5 ertorgelten Punkten am Ende den souveränen One Wheel Raverneers, die in der Vorrunde mit Naia Jakob den Kader aus dem erweiterten Team-Kreis auffüllten (23 Team-Punkte in der Vorrunde!!) und den etwas wackeligen und fast vollständig anwesenden Munich Marble Ravengers (magere 6 Punkte!) den Vortritt lassen.

In der Gruppe B kam es zu einem Sportlerdebüt, welches Jahrelang auf sich warten lies. Axel Süß, der in der Vergangenheit bereits als das „Phantom“ von Danubia United galt (er hatte einen Vertrag bei den Oberpfälzern unterzeichnet, kam jedoch nie zu Einsatzzeiten), vertrat im Team der Rat Packs die abwesenden Tobias Engel und Andres Hubero. Gemeinsam mit dem Über-Ravernisten Roland Kittel spazierte er durch die Vorrunde. In einem entscheidenden Vorrundenspiel musste sich Solo-King Andreas Geim dem RC Sinzing 04 „Die Schwanzer“ geschlagen geben.

Kittel torgelt sich schnell und erwartet an die Spitze

Tags darauf, Freitag 16.08., startete die Einzel-WM mit ihren 15 Teilnehmern. Nach 2017 und 2015 die Ravernale mit den meisten Teilnehmern. Mit Spannung wurde dabei der Start von Leo Jakob erwartet, der in der Vorrunde der Team-WM gemeinsam mit seiner Ehefrau Nadia bereits 23 famose Punkte ertorgelt hatte. Kann er Roland Kittel gemeinsam mit Dauer-Vize Sebastian Teufel das Gas einstellen?

Roland Kittel lies zu Beginn im Prüfeninger Schlossgarten, der nach seinen PRO.Tour-Appearances nun auch heiliger WM-Boden wurde, keine Zweifel aufkommen über wen der Titel hier zu gehen hat. Nach zwei Durchgängen hatte der Sinzinger Abonnement-Meister bereits 16 Punkte ertorgelt und somit sein eigenes WM-Ergebnis von vor zwei Jahren (14 Punkte) übertorgelt und die Weltmeistermarke Huberos aus dem Jahr 2011 eingestellt. Alles deutete darauf hin, dass Kittel seine „Gegner“ auseinander nehmen würde. Hinter Kittel formierte sich nach diesen ersten beiden Durchgängen ein durchschnittlich schwaches Teilnehmerfeld. Die ärgsten „Verfolger“ waren Andreas Geim (8 Punkte), Sebastian Teufel (7 Punkte) und Christiane Kittel (5 Punkte). Der so hoch gehandelte Leo Jakob rangierte mit vier Einzelpunkten im grauen Mittelfeld des Teilnehmerfeldes. Vom Tabellenende bis auf Platz 4 trennten die Athleten nur 4 Punkte. Sozusagen ein dichter Rest!

Nervenkriege in der TEAM-WM

Zwischen dem ersten und zweiten Durchgang der Einzel-WM waren noch die Halbfinals der diesjährigen Team-Weltmeisterschaft angesiedelt. Dabei trafen noch vor der Mittagspause die One Wheel Raverneers auf den RC Sinzing 04 „Die Schwanzer“. OWR an diesem Vormittag aber nicht mehr mit der „Not-Besetzung“ sondern mit der kompletten Mannschaftsstärke am Start. Neben Leo Jakob waren nun auch Teambegründer Andreas Nutz, Alexander Specht und Bastian Gottswinter im Ravernodrom im Schlossgarten vertreten. Ein Halbfinale in welchem, bei einem OWR-Spiel fast erwartet, viele Punkte durchs Ravernodrom schepperten. Ein enges Kopf an Kopf Rennen, welches von Vokuhilas und Schnauzbärten nur so geprägt war. Am Ende machte Leo Jakob beim Stand von 8:9 für die Schwanzer seinen Treffer von der Lang-Distanz und schob die OWR damit noch auf der Zielgerade ins Finale der Team-WM.

Im anderen Halbfinale trafen die am Vortag so famos gestarteten Rat Packs um Roland Kittel und Axel Süß auf die wackelig und nervösen Munich Marble Ravengers aus der bayerischen Landeshauptstadt. Das Rat Pack als amtierender Weltmeister selbstverständlich haushoher Favorit, während MMR eine deutlich solidere und nervenstärkere Leistung als noch am Vortag zeigte. Als es nach dem ersten Durchgang bereits 4:1 für die Mannen von der Isar stand, waren viele auf die Reaktion Kittels gespannt. Seine Nervenstärke ist mittlerweile gefürchtet in der gesamten Ravernsport-Welt. Und so kam es wie es kommen musste. Im letzten Wurf vor den Bonuswürfen glich Kittel das Spiel zum 4:4 aus. Bei der nachfolgenden Team-Diskussion der MMR war die Nervosität mit den bloßen Händen greifbar als sich Johannes Zettel den Torgel schnappte und auf die Kurz-Distanz ging. Mit seinem Treffer von der Kurz-Distanz setzte er das Rat Pack unter Druck. Kittel bekannt für seine Stärke von der Mitteldistanz und dafür sein Team nicht ins Stechen führen zu wollen vertorgelte mit dem letzten Wurf die Chance auf den Team-Weltmeister-Titel.

Das Finale der Team-WM bildeten also die One Wheel Raverneers und die Munich Marble Ravengers.

Thomas Hook (MMR) steht im Finale der Team-Weltmeisterschaft
Kittel schwächelt in Durchgang Drei

Vielleicht war es für Roland Kittel schon zu deutlich. Am Finaltag an der Kleinprüfeninger-Fähre nördlich der Donau ertorgelte der designierte Weltmeister nur vier Punkte und ermöglichte plötzlich doch noch einmal Spekulationen. Leo Jakob, am Vortag mit 4 Punkten zu schwach um Kittel ernsthaft zu gefährden, holte sich den Sieg in Durchgang Nummero drei durch 8 solide ertorgelte Punkte. Wegen seinem schwachen ersten Tag auf der Ravernale lagen zu diesem Zeitpunkt jedoch immer noch 8 Punkte zwischen ihm und Kittel. Besser hatte es da am Vortag Sebastian Teufel gemacht. In einem schwachen dritten Durchgang, bei dem ihm nur 2 Punkte gelungen waren setzte er im Bonuswurf alles auf eine Karte und verringerte souverän mit einem Ultra-Distanz-Treffer Rückstand auf Kittel nochmals auf 6 Punkte. Geht da noch was? Ansonsten herrschte im Ravernodrom trotz überragender Stimmung und optimalen Wetterbedingungen sportliche Tristesse.

Basti Teufel mit einem Ultra-Distanz-Treffer in Durchgang drei.
HERZSCHLAG-FINALE in der TEAM-WM

Gehen die Halbfinals in dieser Team-WM bereits als Nervenkrimis in die Geschichte der Weltmeisterschaften ein, so war das Team-WM-Finale 2019 an Spannung kaum mehr zu überbieten. Da waren sich alle Beteiligten aber auch die Zuschauer einig. Obwohl es noch kurz vor Ende des ersten Durchgangs danach aussah, als würde OWR sich bei einer souveränen 4:0-Führung den Titel sichern, kamen die Munich Marble Ravengers noch einmal ins Turnier zurück. Andreas Bromberger alias „Dr. Udo“ bestätigte die neue Nervenstärke der Isar-Jungs. Er schnappte sich seine Bahndamm-Torgel und verweilte lange an der Abwurfmarkierung. Durch die Ruhe im Ravernodrom konnte man den Herzschlag des Finales deutlich spüren. Bromberger konzentrierte sich, setzte noch einmal ab, konzentrierte sich erneut und betete den Torgel geradezu deutlich in die Ravern. Sein befreiender Jubelschrei hallte durch das Donautal. Zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte Johannes Zettel den Rückstand von MMR auf 3:4 verkürzen und mit seinem letzten Wurf im Bonusdurchgang gerade noch so ausgleichen. Man sah dem Giesinger die Belastung durchaus an. Das spannende Team-Finale ging also in die Verlängerung. Im Kurz-Distanz-Stechen war nun alles möglich. Der bei dieser Team-WM nervlich erprobte Zettel vergab seinen Torgel ebenso wie Andreas Nutz (OWR). Andreas Bromberger verfehlte seinen Torgel bevor Alexander Specht (OWR) mit einer Millimeterentscheidung durch einen „Fling“ OWR auf die Siegerstraße führte. Thomas Hook konnte zwar noch einmal ausgleichen. Leo Jakob versenkte seinen Torgel aber ebenso souverän wie der ehemalige Einzel- und Team-Weltmeister von 2015. Die Niedergeschlagenheit der MMR über den lange ersehnten Titel war deutlich spürbar. Der Jubelgesang der One Wheel Raverneers dagegen, erfüllte das Ravernodrom! Nach der gezeigten Mannschaftsleistung bei dieser Team-WM ein verdienter Team-Weltmeister!

Der neue Team-Weltmeister One Wheel Raverneers (es fehlt Bastian Gottswinter)
Kittel hadert mit seiner Leistung und wird Weltmeister

Kittel waren in der Einzelwertung zwei Sportler bis auf 6 bzw. 8 Punkte auf den Leib gerückt. Trotz einer weiterhin schwachen Leistung des amtierenden und bereits von vielen Szenekundigen Sportlern auch neuen Weltmeisters, konnten Leo Jakob (OWR), Andreas Geim (SKK) und Sebastian Teufel (S04) den Vorsprung nicht mehr massiv verringern. Nur ein Sportler war in der Lage Kittel bis zum Bonuswurf in Schach zu halten. Leo Jakob hatte mit der Ultra-Distanz noch die theoretische Chance das Turnier noch einmal auszugleichen und Kittel ins Stechen zu zwingen. Wenn einem neben Sebastian Teufel, der am heutigen Tag bereits seinen zweiten Ultra-Treffer in seiner Ravernsportkarriere (ein weiterer gelang ihm auf der PRO.Tour aus 25 Metern) in der Ravern erklingen lies, ein Treffer aus 34 Metern zuzutrauen ist dann Leo Jakob. Jakobs bevorzugter Permanent-Torgel zerbrach jedoch kurz vor dem finalen Bonuswurf. Er selbst beschreibt es später als symbolisch. „Zerbrochene WM-Träume“. Jakob verfehlt den Ultra mit einem anderen Torgel und schuf somit Klarheit.

Zerbrochene WM-Träume. Jakobs Permanent-Torgel vor dem entscheidenden Ultra-Wurf.

Roland „El Rancho“ Kittel wird erneut Team-Weltmeister und verteidigt als erster Ravernist überhaupt seinen WM-Titel. Trotz schwacher Leistungen in Durchgang drei und vier, mit welchen der verdiente Weltmeister selbst haderte, gelang dem Sinzinger mit 21 WM-Punkten das Zweitbeste Ravernale-Ergebnis seit Beginn des Ravernsportes. Nicht auszudenken, hätte er den Flow vom Vortag mit nach Kleinprüfening genommen. Kittel ist ein verdienter Weltmeister und durch seinen dritten WM-Titel nun auch alleiniger Rekordweltmeister!

Die Frage wird sein, wann andere Sportler in ihrer Leistung nachziehen. Sicher ist: Die 21 Punkte von Roland Kittel sind keine Überleistung. Aber Kittel ist und bleibt derzeit der konstanteste aller Ravernisten und von daher dürfte ein Titelgewinn in den kommenden Jahren einzig über die Konstanz zu Stande kommen.

STARKE JUBILÄUMSRAVERNALE! Auf die Zukunft!

Fazit: Tolle WM-Tage liegen hinter uns. Die Jubiläumsravernale, welche zum ersten Mal auf Regensburger Boden stattgefunden hatte erfüllte die Erwartungen. Tolle, bereits aus der Tour bekannte Ravernodrome sorgten für eine feierliche und spannende Stimmung. Alles, aber auch wirklich alles belegte wieder einmal die Bedeutung des Ravernsportes für die enge Freundschaft der Athleten untereinander. Bei solch stimmungsvollen und freundschaftlichen Events braucht sich der Ravernsport nur geringe Sorgen um sein Fortbestehen und die Zukunft in einer neuen Dekade machen.

Auf der Meisterfeier auf der Sinzinger IFORS-Alm erhielt Roland Kittel dem Ritus des Weltverbandes nach heiß ersehntes „Rum und Erde“ und ist nun endgültig im Olymp der ersten zehn Jahre „IFORS-Ravernsport“ angekommen.

Am selben Abend wählten die Anwesenden Athleten Turnusgemäß auch noch einen neuen Präsidenten. Die absolut freudige Nachricht: Mit Sebastian Teufel wurde genau die richtige Person zum Präsidenten (First Lady Andreas Geim) gewählt um den Ravernsport in eine mit Sicherheit noch umwerfendere Dekade zu führen. Auf eine glorreiche Zukunft unseres Ravernsportes und die nächsten 10 Jahre!

FRISCH! FREI! RAVERN!

 

Der ewige Roland!

Das Wetter meinte es gut mit den Ravernisti der diesjährigen PRO.Tour. Der Finaltag startete zwar bedeckt, aber trocken. Im Laufe des Tages sollte die Sonne, vor allem aber ein überragender Ravernist ein denkwürdiges Ravernsport-Event auf den heiligen Rasen im Sankt-Dominicus-Park auf dem Adlersberg bei Regensburg zaubern. Wegen den hervorragenden Bedingungen in diesem Ravernodrom, diskutiert die IFORS derzeit sogar die Austragung der finalen Durchgänge bei der Weltmeisterschaft 2019 auf dem Adlersberg.

Ein wunderschönes Ravernodrom. Der Sankt-Dominikus-Park auf dem Adlersberg.

Spannende Ausgangslage verspricht ebenso spannenden Turnierverlauf

18 Ravernisti versammelten sich gegen 10 Uhr morgens im Ravernodrom zum großen Finaltag. Die Ausgangslage gab in den meisten Wertungen Anlass zu fast berstender Spannung. So startete die PRO.Tour mit einem extrem knappen Dreikampf an der Spitze in den Tag. Mit Leo Jakob (36 P.), Roland Kittel (35 P.) und Sebastian Teufel (34 P.) führten drei starke Athleten das Feld vor ein paar wenigen Verfolgern an, die sich zumindest noch Hoffnungen auf das Podest machen konnten.

Die TEAM.Tour schien an diesem Tag nicht mehr ganz so spannend zu sein und so diskutierten viele Beteiligte am Ravernodrom die „Namenswette“ zwischen den beiden Rave(r)ngers aus München und Prüfening. Die Munich Marble Ravengers führten vor dem Spieltag die Wertung mit 6 Punkten Vorsprung vor dem Rat Pack und den One Wheel Raverneers an. Selbstbewusst waren die Münchner angereist und wollten den ersten Titel der Vereinsgeschichte mit in die Landeshauptstadt nehmen.

In den Ligen ging es vor allem noch um die Titel. Die Ausgangslage in der Masters League analog zur PRO.Tour. Aber auch in der 2.Liga drängelten sich noch 5 Sportler um den Aufstieg in die Eliteliga. Den Abstieg aus der Masters League noch verhindern hätte Axel Wiegard probiert. Seine Chancen standen allerdings mit 6 Punkten Rückstand auf Thomas Hook nicht besonders gut.

Kittel schiebt sich erstmals in dieser Saison an die Spitze

Das Turnier startete. Und mit zwei Punkten auf der Kurzdistanz marschierten Sebastian Teufel und Roland Kittel im Gleichschritt in Richtung PRO.Tour-Titel. Leo Jakob konnte seine starke Form bis dahin nicht unter Beweis stellen. Dann brach allerdings das Leistungsniveau des gesamten Feldes ein. Nahezu keine Treffer auf der Mitteldistanz ermöglichten es Roland „El Rancho“ Kittel durch zwei Treffer von der Mitteldistanz sich deutlich an die Spitze zu setzen. Auch für die PRO.Tour bedeutete dies, dass der Rekordchampion keinen Zweifel daran entstehen lassen wollte, über wen der Titel auch in diesem Jahr gehen sollte. Als Leo Jakob und Sebastian Teufel auch von der Langdistanz keine Treffer auf ihrem Konto verbuchen konnten lies es sich Roland Kittel nicht nehmen und zog mit einem Dreier von der Lang und einem Mitteldistanztreffer beim Bonuswurf fast schon uneinholbar weg. Die spannende Ausgangsposition schien Kittel innerhalb von einem Durchgang schon zerstäubt zu haben. In der TEAM.Tour bedeutete dieser erste Durchgang für die Munich Marble Ravengers keinen größeren Schaden. Durch selbst eingebrachte 5 Punkte im ersten Durchgang verloren sie auf das starke Rat Pack nur 1 Punkt und hielten den Abstand von 6 Punkten auf die One Wheel Raverneers. Beim Mittagessen sah also vieles nach dem Titelgewinn der Münchner aus. Im Abstiegskampf der Masters League konnte Axel Wiegard 2 Punkte auf Thomas Hook gut machen. Dennoch sah es für den Münchner Hook immer noch sehr gut und komfortabel aus.

Der Raverna-Minister konnte mit einem typischen Ravernsport-Getränk aufwarten.

Ein starker Auftakt in den zweiten Durchgang

Es startete der zweite Durchgang. Und mit einem Hattrick von der Kurzdistanz lies Roland Kittel die ersten bereits Lobeshymnen auf den Sinzinger starten. 14 Punkte nach der Kurzdistanz des zweiten Durchganges: Andreas Geim von den Schubkramento Kings mutmaßte da bereits, dass die Bestmarke von 19 Punkten in einem Turnier hier ganz gehörig zu wackeln beginnen. Keiner der ambitionierten Verfolger konnte auch nur ansatzweise den designierten alten und neuen PRO.Tour-Sieger in Schach halten und so gab es bereits zur Mitteldistanz nur noch theoretische Chancen für Sebastian Teufel, den Abonnement-Meister Kittel noch vom Thorn zu stoßen. Was dann folgte, drehte das gesamte Interesse der Anwesenden von der PRO.Tour plötzlich auf die TEAM.Tour.

Unfassbare Szenen in der TEAM.Tour

Auftritt Andres Hubero (RP). Das Rat Pack lag zu diesem Zeitpunkt noch immer 5 Punkte hinter den selbstbewusst agierenden Ravengers aus der Landeshauptstadt. Roland Kittel, durch die Euphorie seiner atemberaubenden Einzelleistung beschwingt, rief Hubero zu: „Auf gehts! 5 Punkte noch!“. Hubero schien das so dermaßen anzustacheln, dass er nicht nur den ersten Torgel von der Mitteldistanz in die Ravern schmetterte und den Rückstand auf 3 Punkte verkürzte, sondern direkt im Anschluss noch den zweiten hinterher betonierte. Die Gesichtszüge der Münchner Ravernisti: Nennen wir es angespannt! Das Turnier schritt fort und so kam das Turnier auf die Langdistanz. Und wer erinnert sich nicht an historische Sportereignisse wie das Champions League Finale 1999 zwischen Bayern München und Manchester United, oder die dramatischen Finalserie in den NBA-Finals 2006 zwischen den Dallas Mavericks und den Miami Heat bei denen die tragische Figur Dirk Nowitzki einen sicher geglaubten Meistertitel auf den letzten Metern noch verlor. Ein noch sehr junges Beispiel für diese Art von Drama wäre zum Beispiel das Finale des olympischen Eishockeyturniers, bei dem das überraschend auftrumpfende Deutsche Team eine Hand bereits an einer sensationellen Goldmedaille hatte und 55 Sekunden vor Schluss jäh aus sämtlichen Träumen gerissen wurden.

Andreas Bromberger trat auf der Langdistanz für die Münchner an. In der bisher besten Saison seiner Karriere (4.0 Pkt/Runde) avancierte der Giesinger zum Stamm-Langdistanz-Torgler der Ravengers. Seine Quote von 12.5% auf dieser Distanz sollte in dieser Saison einen gehörigen Anteil daran haben, dass das Team um Thomas Hook, Johannes Zettel, Lukas Graf und Jörn Pfeifer den Titel gewinnen hätte können. Nachdem allerdings diesmal das laut erhellende Scheppern der Ravern ausgeblieben war, war die Bahn frei für Roland „El Rancho“ Kittel und das sagenhafte Rat Pack, welches heute aus den beiden Weltmeistern Hubero und Kittel bestand. Sein erster Torgel von der Langdistanz brachte das Rat Pack 2 Punkte in Führung. Der Dritte machte die Lage für die Sportler von der Isar geradezu aussichtslos.Aus 5 Punkten Vorsprung wurden 5 Punkte Rückstand. Innerhalb von nur 2 Distanzen. Und Roland Kittel zersprengte die bisherige Bestmarke von 19 Punkten innerhalb eines Turniers und erhöhte diese auf 22.

Starker Ravernsport und der ewige Roland!

Konsternierte Münchner und ein erneut feierndes Rat Pack. Die mit so vielen Titeln gespickte Glamour-Truppe hatte es wieder einmal allen gezeigt und gewinnt am Ende sogar deutlich und verdient die TEAM.Tour 2018/2019. Nerven wie Drahtseile und eine ungeheure Treffergenauigkeit zeichnen Hubero und Kittel aus. Und so schnappen sie den Münchnern den fast schon sicher geglaubten Titel weg. Chapeau! So ist der Ravernsport. Wer sich zu früh in Sicherheit wiegt, hat die Rechnung ohne Roland Kittel und Andres Hubero gemacht. Und so wurden die Münchner Torgler wieder einmal Opfer einer einzigartigen Leistung ihrer Gegner. War es 2017 im WM-Halbfinale ein Dreier-Hattrick von Sebastian Teufel, so war es heute eine unglaubliche Mannschaftsleistung des Rat Packs, die unfassbare 16 Punkte in die Team-Wertung einbrachten, während die Ravengers deren 6 einbrachten. Kurios: 6 eingebrachte Teampunkte, sind eigentlich gar kein so schlechtes Ergebnis.

Titel für das Rat Pack. MMR fands nicht ganz so prall.

Roland Kittel gewinnt also erneut die PRO.Tour und mit Andres Hubero gewinnt er auch noch die TEAM.Tour. Gratulation an beide.

Das Drama des Abstiegskampfes in der Masters League um Axel Wiegard und Thomas Hook ging dabei fast vollständig unter. Axel Wiegard hatte sich tatsächlich noch an Thomas Hook herangeschlichen. Der allerdings, konnte mit einem Treffer von der Langdistanz seine Klasse sichern. Somit steigen in diesem Jahr Axel Wiegard, Andres Hubero (kurios) und Jörn Pfeifer aus der Masters League ab. Ersetzt werden die drei durch Andreas Bromberger (MMR), Stefan Zenisek (TR) und Johannes Zettel (MMR), die sich im Fünfkampf mit Franziskus Rupp (TR) und Christiane Kittel (SG) durchsetzen konnten.

Ach und eines noch am Ende: Durch die Namenswette, welche die Raverngers aus Prüfening ausgerufen hatten, kam es am Abend zur Vergabe des neuen Team-Namens durch die Munich Marble Ravengers. Das Team um Basti Teufel, Franziskus Rupp, Stefan Zenisek und Bernhard Hengl wird in der kommenden Saison unter dem Namen „RC Sinzing 04 – Die Schwanzer“ an den Start gehen müssen. Es darf bezweifelt werden, dass die Truppe den Namen über die Saison 2019/2020 hinaus behalten wird.

Die IFORS schaut nun voraus auf die Weltmeisterschaft 2019. 10 Jahre nach dem Ur-Torgelfund. Es darf ein Spektakel erwartet werden. Hierzu wird sich die IFORS aber in den kommenden Wochen noch einmal konkreter melden.

Allen Titelträgern gratuliert die IFORS recht herzlich und freut sich schon jetzt auf eine spannende neue Saison 2019/2020.

Bis dahin.

Frisch! Frei! Ravern!

Ergebnisse

MannschaftTeilnahmeRundenKurz 1Mittel 1Lang 1Bonus 1Kurz 2Mittel 2Lang 2Bonus 2Total
Chemical Sisters02000000000
One Wheel Raverneers02103100005
Munich Marble Ravengers02103100005
Rat Pack020402046016
The Raverngers02200002004
Schmeiss Girls02000010001
Schubkramento Kings02200120016

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Alexander Specht2100000000000100000000
Andreas Bromberger2901000000311010020000
Andreas Geim2310000000000110000000
Andreas Nutz2700100003010000000002
Andres Hubero21100020000001012200030
Axel Wiegard2611000000010110000001
Bastian Gottswinter2401100000000110000000
Christiane Kittel2200100000001000000000
Franziskus Rupp2300000000000000003000
Johannes Zettel2300100000010000000001
Leo Jakob2400000000301000000000
Lukas Graf2601100000010012000000
Petra Hubero2000000000000000000000
Roland Kittel22210120200321112003030
Sebastian Teufel2610100000000010020001
Stefan Zenisek2500000000000000200300
Thomas Hook2400100000000000000030
Verena Zettel2200000000000110000000
Gesamt369844840203975696446395

Die Sternstunde des Dr. Udo Bromme

Ein kleines aber feines Turnier mit 14 Teilnehmern im Mattinger Adventsnebel wird zu einer denkwürdigen Veranstaltung bei der Andreas Bromberger in beiden Durchgängen glänzt und sich zum ersten Mal den Sieg eines Turniers sichert. Vor dem Saisonabschluss nach der Winterpause rücken dabei die Ravernisti eng aneinander, so dass ein extra spannendes Saisonfinale winkt. Wer nun keine Lust auf dieses Ravernsport-Spektakel bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Der Morgen des 01.12. sah recht ungemütlich aus. Es regnete bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und einer tiefliegenden Nebeldecke. Kurz wurde die Annullierung des Turniers von der IFORS in Erwägung gezogen. Nach Rücksprache mit den Athleten wurde das Turnier mit ein wenig Verspätung gegen 10:30 Uhr begonnen. Und es zeichnete sich bereits ab, dass dieses Turnier ein Trefferreiches werden sollte. Zunächst punkteten fast alle Ravernisti von der Kurzdistanz. Leo Jakob von den One Wheel Raverneers bestätigte seine starke Leistung in dieser Saison mit einem Kurzdistanz-Hattrick, der ihm die zwischenzeitliche Führung nach der ersten Torgelrunde einbrachte. Solide und fast unbemerkt erzielte jedoch Andreas Bromberger auf den Folgedistanzen jeweils einen Treffer. Nach dem ersten Durchgang lag der Münchener in Aussichtsreicher Position auf Rang zwei hinter dem mittlerweile so etablierten Jakob. 

Ein hervorragendes Ravernodrom. Sicherlich nicht zum letzten Mal der Schauplatz eines Turnieres.

Das Turnier war geprägt von strittigen Entscheidungen. Die Schiedsrichter hatten es auf dem hervorragenden Ravernodrom nicht immer leicht und strittige Griff-Falz-Kombinationen und Rückwand-Treffer zwangen die Unparteiischen zu teils unpopulären und zu teils überraschenden Entscheidungen. Die wohl spannendste traf das Schiri-Dreigespann beim Bonus-Ultra-Wurf von Franziskus Rupp. Der Prüfeninger lag mit 1 Punkt am Tabellenende als er im Bonus an die Ultra-Distanz trat. Der Torgel segelte 25 Meter durch die Luft und traf nach langer Diskussion den Falz der Ravernrückwand. Rupps zweiter Ultra-Treffer seiner Karriere.

Am Ende des ersten Durchganges musste sich der IFORS-Präsident und 2.Liga-Spitzenreiter Stefan Zenisek verabschieden. Auf Grund von Magenproblemen war eine weitere Runde des Pentlingers nicht mehr möglich.

Im zweiten Durchgang sah es zunächst danach aus, als könnte Roland Kittel dem Teilnehmerfeld eines seiner spektakulären Turniere aufzwingen. Nach seinem Hattrick von der Kurzdistanz torgelte er sich an das Spitzenfeld heran. Andreas Bromberger hatte dabei von der Kurzdistanz zwischenzeitlich nichts getroffen. Und so sah es vor der Mitteldistanz ganz danach aus, als könnte Leo Jakob (OWR) seinen Erfolg vom oberen Wöhrd wiederholen. Der Raverneer zog mit 4 Punkten Vorsprung vor dem restlichen Feld davon. Doch erneut torgelte sich Bromberger heran. Mit einem Doppelschlag von der Mitteldistanz zog er mit Jakob gleich. Die Langdistanz und der bevorstehende Bonuswurf mussten also die Entscheidung herbeiführen. Der bis dahin so starke Jakob verfehlte alle drei Würfe von seiner Paradedistanz. Und jetzt schlug die Stunde des Dr. Udo Brome! Die Langdistanz, mittlerweile so etwas wie Brombergers heimliche Lieblingsdistanz, began er mit zwei Fehlwürfen. Der dritte jedoch fand seinen Weg in die Mulde der Ravern. Bromberger grüßte vor dem abschliessenden Bonuswurf von der Spitze und wartete gebannt auf den letzten Wurf seiner Kontrahenten. Als Roland Kittel seinen letzten Wurf verfehlte stand Bromberger als Sieger des Turniers fest! Der Jubel im Ravernodrom war groß. Die Sympathien entluden sich in einer „Meisterreifen“ Jubeltraube. 

Im Zunft-Stüberl feierten die Ravernsportler ihren neuen Turniersieger

In der PRO.Tour setzt sich ein Dreiergespann an der Spitze ab. Der Titel in der PRO.Tour scheint in diesem Jahr entweder an Leo Jakob, Roland Kittel oder Sebastian Teufel zu gehen. Diese setzten sich bereits 5 Punkte vor einem eng gestaffelten Verfolgerfeld ab. Möchte ein Sportler aus diesem Feld noch an die Tour-Krone fassen, so sollte er schon ein ausserordentliches Turnier benötigen.

In der TEAM.Tour setzten sich die Munich Marble Ravengers von ihren Verfolgern ab. Dennoch dürfen die Münchener sich nicht auf den 6 Punkten Vorpsrung vor den Verfolgern ausruhen. Der Titel scheint zum Greifen nah, doch lehrt uns die Ravernsportgeschichte, dass 6 Punkte Vorsprung am letzten Spieltag nicht zwingend zu Meisterehren taugen. Die Münchener sollten also gewarnt sein und sich dringend an alte Ergebnisse erinnern.

Spannung ist auch in den Ligen garantiert. In der Masters-League kämpfen die drei PRO.Tour-Führenden über den Prestige-Titel des Masters-Sieger. Eine Differenz von 2 Punkten lässt das Masters am letzten Spieltag zu einem Knaller werden. Noch spannender jedoch als der Masters-Titel ist das Aufstiegsrennen in der 2.Liga. Fünf Sportler dürften dabei noch um die begehrten ersten drei Plätze im Rennen sein. Neben dem Matting-Sieger Bromberger (29 P.) sind noch Johannes Zettel (28 P.), Stefan Zenisek (26 P.), Franziskus Rupp (23 P.) und Christiane Kittel (21 P.) in der Verlosung um den Aufstieg in die Elite-Liga des Ravernsports. Ein Hauen und Stechen am letzten Spieltag ist also garantiert. Hart aber fair!

Ergebnisse

MannschaftTeilnahmeRundenKurz 1Mittel 1Lang 1Bonus 1Kurz 2Mittel 2Lang 2Bonus 2Total
Schubkramento Kings02100010024
Munich Marble Ravengers02103020309
The Raverngers02200012005
Rat Pack02003002308
Schmeiss Girls02000010012
Leissle All Stars02020000002
One Wheel Raverneers02003320008

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Alfons Kaiser2900000200300010000030
Andreas Bromberger21410000200310000220030
Andreas Geim2801000000010010003002
Axel Wiegard2801020003000110000000
Bernhard Hengl2611000000001000000300
Christiane Kittel2500000003001000000001
Franziskus Rupp2901000000050012000000
Johannes Zettel2810000000001012000030
Leo Jakob21111100000331010000000
Lukas Graf2411000000000000020000
Roland Kittel21200100003001110023000
Sebastian Teufel2900020030001102000000
Stefan Zenisek1301020000000000000000
Thomas Hook2800100000021100000300
Gesamt27114573604399127476266693

Eigentlich abwesend: Geim startet furios!

Offizieller Treffpunkt der Athleten im Ravernodrom war 9 Uhr morgens. Für einige Athleten wohl ein klein bisschen zu früh, so dass sich die meisten der 26 Teilnehmer mit circa einer halben Stunde Verspätung auf dem nicht gerade schattenreichen Ravernodrom in Kleinprüfening einfanden. Einer kam sogar deutlich später und vollkommen unerwartet. Da er seine Teilnahme eigentlich für den Saisonauftakt abgesagt hatte, war Andreas Geim für alle überraschend aufgetaucht. Und dann das: In einem furiosen Turnier verweist ein unglaublicher Geim alle anderen auf die Plätze und kratzte dabei sogar an der Allzeit-Bestmarke von 19 Punkten in einem Turnier, die Roland Kittel am 23. April 2017 am selben Ort aufgestellt hatte.

Kleinprüfening (ifors), die Teilnehmerzahlen der Ravernsportturniere schienen leicht rückläufig zu sein. In der vergangenen Saison kamen im Schnitt 20 Ravernisti zu den Tour-Turnieren (25, 17 und 18). Bei schönstem Sommerwetter bat die IFORS zum Auftaktturnier einer ganz besonderen Saison. Vier Turniere in der Tour sind geplant (Juli 18, Oktober/November 18, Februar/März 19 und Mai/Juni 19). Als großer Abschluss wartet im Sommer (August) 2019 die achte Ravernale im zehnjährigen Jubiläumsjahr des Ravernsportes. Sage und schreibe 26 Ravernisti fanden sich zum ersten Raverna-Umtrunk in der neuen Saison ein. Dieser wurde vom Raverna-Minister in einer höchst ungewohnten Art zubereitet, so dass nicht wenige den braunen „Schlätz“ heute zum ersten Mal tatsächlich genossen. Eine Auftakt der aufzeigt wie stark der Ravernsport die Menschen bewegt und dass dieser keineswegs einzuschlafen droht. Es fehlten sogar etablierte Ravernisti wie Matthias Dettenhofer (SKK) und Anna-Lena Pfeifer (SG). Somit zählt das Turnier vom 08.Juli 2018 zu den fünf best besuchtesten Ravernsportturnieren aller Zeiten.

Übervolles Tableau – 26 Teilnehmer beim Saisonauftakt 2018/2019

Bevor jedoch die neue Saison 2018/2019 starten konnte mussten noch Altlasten aus der vergangenen Saison beseitigt werden. Eine Punktgleichheit am Ende der Saison 2017/2018 führte dazu, dass Axel Wiegard und Stefan Zenisek einen heiklen Termin zum Auftakt der neuen Saison vor sich hatten. Ein Stechen von der Zehn-Meter-Linie. Axel Wiegard konnte dieses Stechen souverän mit 3:1 für sich entscheiden und verbleibt auch in der kommenden Saison in der Masters-League, während der amtierende Präsident Stefan Zenisek Lukas Graf in die 2.Liga folgt.

Geim in bestechender form

Der amtierende Meister und Abräumer der vergangenen Saison Roland Kittel eröffnete die Saison auf der Kurzdistanz. Und im dritten Anlauf fiel der erste Treffer der neuen Saison. Ihm folgte Johannes Zettel. Jahrelang haderte dieser mit seiner Treffsicherheit. Häufig schien die Psyche dem Münchener einen Strich durch die Rechnung zu machen. „Ein guter Start in ein Turnier täte mir mal gut“ hat er nicht nur einmal von sich gegeben. Mit seinem Kurz-Distanz-Hattrick schob sich der 38-jährige an die Spitze des Feldes, wo er auch bis zum Eintreffen von Andreas Geim verblieb. Dieser hatte seine Teilnahme eigentlich bereits abgesagt und schaffte es zur Mitte des ersten Durchganges dann doch aus seiner Wohnung auf das Ravernodrom. Sein Nachwerfen startete ebenfalls mit einem Kurz-Distanz-Hattrick (Geims Paradedistanz) und einer Bestätigung seiner Form durch einen Treffer von der Mitteldistanz.

So bot sich gegen Ende des ersten Durchgangs ein vollkommen ungewohntes Bild auf dem Tableau, welches mittlerweile von der Sonne auf eine Temperatur erhitzt wurde, die der Andreas Geims in nichts nachgestanden hätte dürfen. Geim vor Zettel. Beide versenkten sogar noch jeweils einen Torgel von der Lang-Distanz. Für beide ein eher ungewohntes Gefühl. Und so führten die beiden das Klassement schon fast deutlich mit 8 und 7 Punkten vor einem sehr breiten Mittelfeld an. Der amtierende Meister Kittel war zur Hälfte des ersten Durchgangs privat verhindert und musste zu Beginn des Zweiten nachwerfen. Möglicherweise ein Bruch in seiner Performance, der den beiden anderen zu Gute kam.

Im zweiten Durchgang startete dann mit Thomas Hook einer weiterer Ravernist mit einem Kurz-Distanz-Hattrick und schob sich an das Spitzenduo heran. Auch Sebastian Teufel konnte mit zwei Punkten an das Stockerl heranrücken. Andreas Geim lies dies jedoch kalt. Mit weiteren zwei Kurz-Distanz-Treffern setzte dieser sich vom Rest des Feldes weiter ab und so mancher Ravernist konnte es bereits erahnen. Andreas Geim wird sich das nicht mehr nehmen lassen. Und genau so furios legte Andreas Geim noch weitere sieben (!!!) Punkte aus Mittel- (0 2 2) und Langdistanz (0 3 0) nach. Dahinter formierte sich ein dichtes Gedränge an möglichen Stockerlkandidaten. Und doch: Mit einem weiteren Langdistanztreffer zementierte Johannes Zettel die beste Platzierung seiner Karriere. Und so waren vor dem Bonuswurf die beiden ersten Positionen fast schon sicher vergeben. Auf Rang drei: Sebastian Teufel mit 8 Punkten. Dahinter 9 Potentielle Verfolger. Keiner jedoch konnte im Bonus-Durchgang auch nur einen Punkt für sich verbuchen. Sebastian Teufel hatte keinerlei Druck mehr und fährt einen weiteren Stockerplatz in seiner Karriere ein.

Geim griff in diesem Turnier nach der Bestleistung und hätte von der Mitteldistanz mit Roland Kittels Traumergebnis aus 2017 gleichziehen können verpasste dies allerdings knapp. Letzten Endes wird es dem Sinzinger vollkommen egal sein. Oder auch nicht. Denn mit 17 Punkten und 19 Tour-Punkten schiebt er sich aussichtsreich für die restlichen drei Turniere in Position und dürfte bei einer Leistungsbestätigung wohl nur schwer vom Thron zu verdrängen sein. Geims Stunde scheint geschlagen! GEIMSIEG!

TEAM.Tour 18/19 mit besonderem Schmankerl

Ebenso spannend wie die PRO.Tour startete die TEAM.Tour. Sogar noch vor dem eigentlichen Auftakt. Sebastian Teufel (The Raverngers) warf den berühmten Fehde-Hut auf Johannes Zettel (Munich Marble Ravengers) den am Ende Leo Jakob fing. Er galt allerdings dem Münchner Vertreter der Ngers-Bewegung. Der Verlierer des heutigen direkten Vergleiches beider Team-Wertungen soll seinen Namen ändern. Dies wurde von der Münchner Delegation jedoch verneint. Der Gegenvorschlag von Lukas Graf (MMR) wurde jedoch nicht nur von den Raverngers angenommen, sonderm im gesamten Ravernodrom gefeiert. Der Verlierer des direkten Vergleiches der gesamten Saison muss nicht nur seinen Namen ändern, bekommt vom Gewinner für ein Jahr sogar noch einen neuen Namen verpasst. Dies dürfte im kommenden Jahr zu einem Nerven aufreibenden Duell führen zwischen den Regensburger und den Münchner Rave(r)ngers.

Und die Münchner bewiesen ein glückliches Händchen bei der Aufstellung. Der Kurz-Distanz-Hattrick von Johannes Zettel zählte direkt für die Teamwertung der Oberbayern aus der Landeshauptstadt. Dem konnten die Raverngers nur einen Punkt entgegensetzen. Bei dem hier aufkommenden Jubel im Münchner Lager kann erahnt werden, welch spannende Duelle die beiden Teams sich nun um ihren Namen liefern werden.

Die Munich Marble Ravengers schieben sich nach dem ersten Spieltag an die Pole-Position. Jedoch ist das Rennen um die Team-Krone deutlich enger als es in den vergangenen Jahren gestartet. Hinter den Münchnern (8 Punkte) rangieren die Schubkramento Kings (7 Punkte), die noch nicht einmal in voller Stärke angetreten waren (Matthias Dettenhofer fehlte beruflich). Der amtierende Tour-Sieger und Weltmeister „Rat Pack“ und die One Wheel Raverneers folgen dahinter mit jeweils 5 Punkten. Die Raverngers hätten sich ihren Start in die Tour und vor allem den direkten Vergleich mit MMR wohl anders vorgestellt. Sie rangieren am Tabellenende punktgleich mit den Schmeiss Girls (jeweils 3 Punkte) nur einen Punkt vor dem neu gestarteten Team den Chemical Sisters (Birgit Graf und Petra Hochreiter / 2 Punkte).

Ein Saisonauftakt der die Lust auf den Ravernsport wieder gesteigert haben dürfte. Bei tollem Wetter gewinnt ein in Hochform stehender Andreas Geim. Ein Hoch auf den neuen Führenden der PRO.Tour 2018/2019.

FRISCH! FREI! RAVERN!

Team-Ergebnis des Turnieres in Kleinprüfening

Ergebnisse

MannschaftTeilnahmeRundenKurz 1Mittel 1Lang 1Bonus 1Kurz 2Mittel 2Lang 2Bonus 2Total
Chemical Sisters02000200002
Leissle All Stars02020010003
Munich Marble Ravengers02303110008
One Wheel Raverneers02103010005
Rat Pack02200012005
Schmeiss Girls02003000003
Schubkramento Kings02320020007
The Raverngers02100020003

Ergebnis des Turnieres in Kleinprüfening

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Andreas Bromberger2601002000011100000000
Andreas Geim21711102003001100220300
Andreas Nutz2401000000000110000001
Andres Hubero2501100000000012000000
Axel Wiegard2310002000000000000000
Birgit Graf2300000000020010000000
Christiane Kittel2710000003010000200000
Corinna Harrer2100000000000100000000
Daniel Stürzl2401000000000100020000
Daniela Listl2300000200001000000000
Franziskus Rupp2510000000000000220000
Johanna Stöger2100000000001000000000
Johannes Zettel21111100003011000003000
Jörn Pfeifer2300000000300000000000
Katharina Engel2200000000000100000001
Leo Jakob2700100030001000020000
Lukas Graf2300000000000010200000
Nadia Jakob2200100000000010000000
Petra Hubero2000000000000000000000
Roland Kittel2700100200020002000000
Sebastian Leissle2400020000001010000000
Sebastian Teufel2810020000001100000030
Stefan Zenisek2601000000000110000300
Thomas Hook2700100000301110000000
Tobias Engel2501100000000100020000
Verena Zettel2000000000000000000000
Gesamt521246884643967910848103632

Der Nordstern leuchtet wieder!

Regensburg (ifors), da ist sie wieder. Die PRO.Tour 2017/2018. Nach einer fast nie zu enden wollenden Pause nach der Ravernale und einem „Lock-Out“ der Ravernisti im Herbst wurde das zweite Turnier der PRO.Tour, welches eigentlich bereits am 29.Oktober des vergangenen Jahres stattfinden sollte, aber wegen Sturmtief Herwart abgesagt worden war, nachgeholt. So verzerrt sich die PRO.Tour 2017 wieder einmal zur PRO.Tour 2017/2018. Seis drum. Wieder einmal versammelten sich 17 Ravernisti und etliche Zuschauer im Ravernodrom.

Die Ausgangslage schien dabei sowieso schon klar: Die Frage wir nur sein, wie weit Roland „El Rancho“ Kittel die Konkurrenz diesmal auf die Plätze verweisen würde. Und zunächst sah dies auf der Kurzdistanz des ersten Durchganges auch so aus. Roland Kittel versenkte zweimal seinen Torgel in der Ravern und schob sich früh gemeinsam mit Thomas Hook und Jörn Pfeifer auf die Pole Position für dieses kalte, aber trockene Januarturnier. Stefan Zenisek konnte mit zwei Treffern von der Mitteldistanz und zuvor einem auf der Kurz (5 Punkte) aber an Pfeifer und Kittel (beide 4) vorbeiziehen. Keiner der drei allerdings war in der Lage vor dem Mittagessen noch etwas zählbares aufs Tableau zu bringen.  So dass kurz vor der Mittagspause noch Andres Hubero (5 Punkte), Thomas Hook (5 Punkte) und Tobias Engel (4 Punkte) in den Kampf um den Titel vom Prüfeninger Schloss einstiegen. Alle drei konnten sich mit jeweils einem Langdistanztreffer in Position schieben.

Nach der Mittagspause verkündete Noch-IFORS-Präsident Lukas Graf das Ergebnis der zuletzt angestandenen Wahl seines Nachfolgers bekannt. Stefan Zenisek, einer der sagenumwobenen Raverngers (welche warens doch gleich wieder, ein Kenner erkennts an der Schreibweise), wurde dabei mit einer überwältigenden Mehrheit zum dritten IFORS-Präsidenten in der Geschichte des internationalen Ravernsportverbandes gewählt. Er wird den Ravernsport in seine Jubiläumssaison führen. Im kommenden Jahr (2019) begeht der internationale Ravernsport bereits den zehnten Jahrestag der Findung des Sports. Auf ein Festjahr darf man hier sicherlich gespannt sein.

Der zweite Durchgang wurde bei etwas windigeren Verhältnissen angetorgelt. Auf der Kurzdistanz konnten dabei vor allem Jörn Pfeifer und Andreas Nutz mit einem Hattrick überzeugen. Pfeifer, der sich dadurch mit 7 Punkten wieder an die Spitze des Feldes schob, dürfte sich an das Nacht-Torgeln bei den Drei-Tageszeiten in Bad Kötzting im März 2014 erinnert haben. Damals führte er nach dem zweiten Durchgang das Feld an und vergab im dritten Durchgang alle seiner Versuche, so dass ihm der Turniersieg dort verwehrt blieb. Wie stark würden seine Nerven aber heute bleiben?

Mit Leo Jakob, der am Vormittag eine ungewohnt schwache Vorstellung (1 Punkt aus Durchgang 1) darbot, schob sich im Nachmittagstorgeln ein alter Bekannter ans Spitzenfeld heran. Und das mit einer hervorragenden Leistung. Mit 8 Punkten ertorgelte sich der One-Wheel-Raverneer über Kurz-, Mittel- und Langdistanz 8 Treffer und landete am Ende bei 9 Punkten. Angesichts des ersten Durchgangs kann man sich vorstellen, zu was dieser Mann im Laufe seiner Karriere noch im Stande sein wird.

Und bevor es zum Abschliessendem Bonus-Durchgang kam waren potentiell noch acht (!!!) Athleten des 17 Sportler umfassenden Feldes in der Lage das Turnier über den Bonuswurf für sich zu entscheiden (Pfeifer, Jakob jeweil 9 P., Hubero 8 P., Zenisek, Engel, Hook, Geim, Kittel jeweils 7 P.).  Die Aussichtsreichsten Positionen hielten dabei allerdings Jörn Pfeifer und Leo Jakob mit 9 Punkten inne. Doch keiner hatte diese Rechnung wirklich aufgestellt. Als Stefan Zenisek, der neue Präsident, mit seinem Bonuswurf von der Langdistanz plötzlich und unerwartet an Jakob und Pfeifer vorbeizog. Diese beiden hatten nun also entweder die Möglichkeit Zenisek mit einem Kurzdistanztreffer ins Stechen zu zwingen, oder mit einem Hit von der Mittel die Schlossgarten-Classics für sich zu entscheiden.

Leo Jakob versuchte es von der Mitteldistanz und scheiterte beim Versuch seinen ersten Turniersieg einzufahren. Jörn Pfeifer hielt seine Nerven unter Kontrolle und zog mit einem souveränen Kurzdistanz-Treffer ins Stechen mit dem Neu-Präsidenten ein.

Innerhalb dieses Stechens legte Pfeifer mit einem Kurzdistanztreffer vor. Zenisek hätte die Chance gehabt diesen auszugleichen und Jörn Pfeifer selbst eine schwere Aufgabe vorzulegen. Jedoch versuchte der neue Weltverbandsvorsteher mit einem Wurf von der Mittel das Turnier schnell zu beenden. Der Torgel verfehlte die Ravern und Pfeifer, der Niedersachse mit wohnhaft in München entschied sein erstes Turnier souverän und unaufgeregt für sich. Der Nordstern, der 2014 in der Nacht von Bad-Kötzting und nach dem Turniersieg im Olympiapark in München noch so hell am Himmel stand leuchtet wieder und überstrahlt an diesem Tag alle anderen Ravernisti und fährt dabei seinen zweiten Sieg bei einem PRO.Tour-Turnier ein.

In der TEAM.Tour konnte sich das Rat-Pack zwar absetzen, jedoch nicht so entscheidend wie das noch nach dem Vormittagsdurchgang ausgesehen hatte. Am Ende distanzierte der Weltmeister-Klub um Tobias Engel, Andres Hubero und Roland Kittel die One Wheel Raverneers um zwei, die Munich Marble Ravengers und die Schubkramento Kings um 3 und die Raverngers gar um 4 Punkte. Ein Titelgewinn des fabulösen Weltmeistertrios und Team-Weltmeisters auch in der PRO.Tour scheint hier auch nicht mehr allzu fern.

Das abschliessende Turnier in der PRO.Tour 2017/2018 dürfte für März/April auf dem Programm stehen. Ein gelungenes Turnier im Schlossgarten endet mit dem ersten Sieg des leuchtenden Nordsterns Jörn Pfeifer. Gratulation hierzu.

Ergebnisse

MannschaftTeilnahmeKurz 1Mittel 1Lang 1Bonus 1Kurz 2Mittel 2Lang 2Bonus 2Total
The Raverngers0000002002
Munich Marble Ravengers0000020013
One Wheel Raverneers0000010304
Rat Pack0023010006
Schubkramento Kings0100110003
Schmeiss Girls0000000000

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Andreas Geim2700100000010010220000
Andreas Nutz2300000000001110000000
Andres Hubero2800002030001000200000
Axel Wiegard2301000000010000000001
Christiane Kittel2300100000000000200000
Johannes Zettel2100000000000010000000
Jörn Pfeifer21011020000001112000001
Katharina Engel2100000000000000000001
Leo Jakob2901000000000012200300
Lukas Graf2100000000000100000000
Roland Kittel2610102000000110000000
Sebastian Teufel2300100000000110000000
Stefan Zenisek21001022000000000200003
Thomas Hook2711000030000110000000
Tobias Engel2710000003010000200000
Tom Sonnleitner2300000000001000200000
Verena Zettel2200000000000110000000
Gesamt3484454460630347941420306