Das Wetter meinte es gut mit den Ravernisti der diesjährigen PRO.Tour. Der Finaltag startete zwar bedeckt, aber trocken. Im Laufe des Tages sollte die Sonne, vor allem aber ein überragender Ravernist ein denkwürdiges Ravernsport-Event auf den heiligen Rasen im Sankt-Dominicus-Park auf dem Adlersberg bei Regensburg zaubern. Wegen den hervorragenden Bedingungen in diesem Ravernodrom, diskutiert die IFORS derzeit sogar die Austragung der finalen Durchgänge bei der Weltmeisterschaft 2019 auf dem Adlersberg.

Spannende Ausgangslage verspricht ebenso spannenden Turnierverlauf
18 Ravernisti versammelten sich gegen 10 Uhr morgens im Ravernodrom zum großen Finaltag. Die Ausgangslage gab in den meisten Wertungen Anlass zu fast berstender Spannung. So startete die PRO.Tour mit einem extrem knappen Dreikampf an der Spitze in den Tag. Mit Leo Jakob (36 P.), Roland Kittel (35 P.) und Sebastian Teufel (34 P.) führten drei starke Athleten das Feld vor ein paar wenigen Verfolgern an, die sich zumindest noch Hoffnungen auf das Podest machen konnten.
Die TEAM.Tour schien an diesem Tag nicht mehr ganz so spannend zu sein und so diskutierten viele Beteiligte am Ravernodrom die „Namenswette“ zwischen den beiden Rave(r)ngers aus München und Prüfening. Die Munich Marble Ravengers führten vor dem Spieltag die Wertung mit 6 Punkten Vorsprung vor dem Rat Pack und den One Wheel Raverneers an. Selbstbewusst waren die Münchner angereist und wollten den ersten Titel der Vereinsgeschichte mit in die Landeshauptstadt nehmen.
In den Ligen ging es vor allem noch um die Titel. Die Ausgangslage in der Masters League analog zur PRO.Tour. Aber auch in der 2.Liga drängelten sich noch 5 Sportler um den Aufstieg in die Eliteliga. Den Abstieg aus der Masters League noch verhindern hätte Axel Wiegard probiert. Seine Chancen standen allerdings mit 6 Punkten Rückstand auf Thomas Hook nicht besonders gut.
Kittel schiebt sich erstmals in dieser Saison an die Spitze
Das Turnier startete. Und mit zwei Punkten auf der Kurzdistanz marschierten Sebastian Teufel und Roland Kittel im Gleichschritt in Richtung PRO.Tour-Titel. Leo Jakob konnte seine starke Form bis dahin nicht unter Beweis stellen. Dann brach allerdings das Leistungsniveau des gesamten Feldes ein. Nahezu keine Treffer auf der Mitteldistanz ermöglichten es Roland „El Rancho“ Kittel durch zwei Treffer von der Mitteldistanz sich deutlich an die Spitze zu setzen. Auch für die PRO.Tour bedeutete dies, dass der Rekordchampion keinen Zweifel daran entstehen lassen wollte, über wen der Titel auch in diesem Jahr gehen sollte. Als Leo Jakob und Sebastian Teufel auch von der Langdistanz keine Treffer auf ihrem Konto verbuchen konnten lies es sich Roland Kittel nicht nehmen und zog mit einem Dreier von der Lang und einem Mitteldistanztreffer beim Bonuswurf fast schon uneinholbar weg. Die spannende Ausgangsposition schien Kittel innerhalb von einem Durchgang schon zerstäubt zu haben. In der TEAM.Tour bedeutete dieser erste Durchgang für die Munich Marble Ravengers keinen größeren Schaden. Durch selbst eingebrachte 5 Punkte im ersten Durchgang verloren sie auf das starke Rat Pack nur 1 Punkt und hielten den Abstand von 6 Punkten auf die One Wheel Raverneers. Beim Mittagessen sah also vieles nach dem Titelgewinn der Münchner aus. Im Abstiegskampf der Masters League konnte Axel Wiegard 2 Punkte auf Thomas Hook gut machen. Dennoch sah es für den Münchner Hook immer noch sehr gut und komfortabel aus.

Ein starker Auftakt in den zweiten Durchgang
Es startete der zweite Durchgang. Und mit einem Hattrick von der Kurzdistanz lies Roland Kittel die ersten bereits Lobeshymnen auf den Sinzinger starten. 14 Punkte nach der Kurzdistanz des zweiten Durchganges: Andreas Geim von den Schubkramento Kings mutmaßte da bereits, dass die Bestmarke von 19 Punkten in einem Turnier hier ganz gehörig zu wackeln beginnen. Keiner der ambitionierten Verfolger konnte auch nur ansatzweise den designierten alten und neuen PRO.Tour-Sieger in Schach halten und so gab es bereits zur Mitteldistanz nur noch theoretische Chancen für Sebastian Teufel, den Abonnement-Meister Kittel noch vom Thorn zu stoßen. Was dann folgte, drehte das gesamte Interesse der Anwesenden von der PRO.Tour plötzlich auf die TEAM.Tour.
Unfassbare Szenen in der TEAM.Tour
Auftritt Andres Hubero (RP). Das Rat Pack lag zu diesem Zeitpunkt noch immer 5 Punkte hinter den selbstbewusst agierenden Ravengers aus der Landeshauptstadt. Roland Kittel, durch die Euphorie seiner atemberaubenden Einzelleistung beschwingt, rief Hubero zu: „Auf gehts! 5 Punkte noch!“. Hubero schien das so dermaßen anzustacheln, dass er nicht nur den ersten Torgel von der Mitteldistanz in die Ravern schmetterte und den Rückstand auf 3 Punkte verkürzte, sondern direkt im Anschluss noch den zweiten hinterher betonierte. Die Gesichtszüge der Münchner Ravernisti: Nennen wir es angespannt! Das Turnier schritt fort und so kam das Turnier auf die Langdistanz. Und wer erinnert sich nicht an historische Sportereignisse wie das Champions League Finale 1999 zwischen Bayern München und Manchester United, oder die dramatischen Finalserie in den NBA-Finals 2006 zwischen den Dallas Mavericks und den Miami Heat bei denen die tragische Figur Dirk Nowitzki einen sicher geglaubten Meistertitel auf den letzten Metern noch verlor. Ein noch sehr junges Beispiel für diese Art von Drama wäre zum Beispiel das Finale des olympischen Eishockeyturniers, bei dem das überraschend auftrumpfende Deutsche Team eine Hand bereits an einer sensationellen Goldmedaille hatte und 55 Sekunden vor Schluss jäh aus sämtlichen Träumen gerissen wurden.
Andreas Bromberger trat auf der Langdistanz für die Münchner an. In der bisher besten Saison seiner Karriere (4.0 Pkt/Runde) avancierte der Giesinger zum Stamm-Langdistanz-Torgler der Ravengers. Seine Quote von 12.5% auf dieser Distanz sollte in dieser Saison einen gehörigen Anteil daran haben, dass das Team um Thomas Hook, Johannes Zettel, Lukas Graf und Jörn Pfeifer den Titel gewinnen hätte können. Nachdem allerdings diesmal das laut erhellende Scheppern der Ravern ausgeblieben war, war die Bahn frei für Roland „El Rancho“ Kittel und das sagenhafte Rat Pack, welches heute aus den beiden Weltmeistern Hubero und Kittel bestand. Sein erster Torgel von der Langdistanz brachte das Rat Pack 2 Punkte in Führung. Der Dritte machte die Lage für die Sportler von der Isar geradezu aussichtslos.Aus 5 Punkten Vorsprung wurden 5 Punkte Rückstand. Innerhalb von nur 2 Distanzen. Und Roland Kittel zersprengte die bisherige Bestmarke von 19 Punkten innerhalb eines Turniers und erhöhte diese auf 22.
Starker Ravernsport und der ewige Roland!
Konsternierte Münchner und ein erneut feierndes Rat Pack. Die mit so vielen Titeln gespickte Glamour-Truppe hatte es wieder einmal allen gezeigt und gewinnt am Ende sogar deutlich und verdient die TEAM.Tour 2018/2019. Nerven wie Drahtseile und eine ungeheure Treffergenauigkeit zeichnen Hubero und Kittel aus. Und so schnappen sie den Münchnern den fast schon sicher geglaubten Titel weg. Chapeau! So ist der Ravernsport. Wer sich zu früh in Sicherheit wiegt, hat die Rechnung ohne Roland Kittel und Andres Hubero gemacht. Und so wurden die Münchner Torgler wieder einmal Opfer einer einzigartigen Leistung ihrer Gegner. War es 2017 im WM-Halbfinale ein Dreier-Hattrick von Sebastian Teufel, so war es heute eine unglaubliche Mannschaftsleistung des Rat Packs, die unfassbare 16 Punkte in die Team-Wertung einbrachten, während die Ravengers deren 6 einbrachten. Kurios: 6 eingebrachte Teampunkte, sind eigentlich gar kein so schlechtes Ergebnis.

Roland Kittel gewinnt also erneut die PRO.Tour und mit Andres Hubero gewinnt er auch noch die TEAM.Tour. Gratulation an beide.
Das Drama des Abstiegskampfes in der Masters League um Axel Wiegard und Thomas Hook ging dabei fast vollständig unter. Axel Wiegard hatte sich tatsächlich noch an Thomas Hook herangeschlichen. Der allerdings, konnte mit einem Treffer von der Langdistanz seine Klasse sichern. Somit steigen in diesem Jahr Axel Wiegard, Andres Hubero (kurios) und Jörn Pfeifer aus der Masters League ab. Ersetzt werden die drei durch Andreas Bromberger (MMR), Stefan Zenisek (TR) und Johannes Zettel (MMR), die sich im Fünfkampf mit Franziskus Rupp (TR) und Christiane Kittel (SG) durchsetzen konnten.
Ach und eines noch am Ende: Durch die Namenswette, welche die Raverngers aus Prüfening ausgerufen hatten, kam es am Abend zur Vergabe des neuen Team-Namens durch die Munich Marble Ravengers. Das Team um Basti Teufel, Franziskus Rupp, Stefan Zenisek und Bernhard Hengl wird in der kommenden Saison unter dem Namen „RC Sinzing 04 – Die Schwanzer“ an den Start gehen müssen. Es darf bezweifelt werden, dass die Truppe den Namen über die Saison 2019/2020 hinaus behalten wird.
Die IFORS schaut nun voraus auf die Weltmeisterschaft 2019. 10 Jahre nach dem Ur-Torgelfund. Es darf ein Spektakel erwartet werden. Hierzu wird sich die IFORS aber in den kommenden Wochen noch einmal konkreter melden.
Allen Titelträgern gratuliert die IFORS recht herzlich und freut sich schon jetzt auf eine spannende neue Saison 2019/2020.
Bis dahin.
Frisch! Frei! Ravern!
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