Kategorie: RP

Team-Weltmeister holt Einzelweltmeister.

von Paul Ronzeimer
Kurz vor dem Pro Tour Finale erreichte unsere Redaktion die Nachricht, die nicht nur eingefleischte Fans des gepflegten Torgelsports bis ins Mark erschüttern dürfte! Der frisch gebackene Team-Weltmeister RatPack öffnet sein Festgeldkonto und eist den amtierenden Einzelweltmeister Leo Jakob von den One Wheel Raverneers los! Insider berichten, dass sich die Ablöse im zweistelligen Bereich bewegen könnte! Auf Nachfrage bei den Raverneers und dem RatPack hieß es, dass um die Ablösesumme Stillschweigen vereinbart wurde. Dass der amtierende Einzelweltmeister jedoch kein Sommerschlussverkauf-Schnäppchen darstellt dürfte, ist selbstredend.
„Wir können bzw. müssen den Wechsel unseres Star-Torglers Leo Jakob zum Rat Pack bestätigen. Wir wünschen Leo alles Gute und werden ihn immer in unseren Herzen behalten. Das Angebot des RatPacks war zu interessant, um es abzulehnen“, so Andreas Nutz auf Anfrage.
„Als Einzelweltmeister rückt man natürlich automatisch in den Fokus des RatPacks, da bei uns ja ausnahmslos Weltmeister unter Vertrag stehen. Wir verfolgen die Karriere von Leo Jakob bereits seit geraumer Zeit und sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für den Schritt, zum Non plus ultra des Sports zu wechseln, ist. Die One Wheel Raverneers waren sich darüber im Klaren, dass sie dem Einzelweltmeister einfach kein perspektivisches Umfeld mehr bieten konnten, um sich weiterzuentwickeln und als Mannschaft Titel zu gewinnen. Wir danken den Raverneers an dieser Stelle ausdrücklich für die konstruktiven Transfergespräche und wünschen dem Team für die Zukunft alles erdenklich Gute!“, so Andreas Huber, den wir auf den Bahamas erreichen konnten.
Der neue RatPacker Leo Jakob war für keine Stellungnahme erreichbar und ließ durch sein Management Nadja lediglich ausrichten, dass es eine Ehre für ihn sei, künftig unter dem Banner des RatPacks an der Linie stehen zu dürfen. Das RatPack wollte ihn unbedingt und wenn das RatPack ruft, sagt man einfach nicht Nein. Leo nehme sich aufgrund des gigantischen Medieninteresses eine Auszeit an einem unbekannten Ort und werde erst zum Tourfinale wieder zurückkehren.
Bei der aktuellen Team ProTour liegt das RatPack abgeschlagen auf Rang 4 und damit weit hinter den Erwartungen der Fans und den eigenen Ansprüchen zurück. Nach dem fulminanten Team-WM Titel scheint das RatPack aber wieder in die gewohnt erfolgreiche Spur einzuschwenken. Wohin die Reise mit dem Einzelweltmeister an Bord gehen mag, kann man sich nur ausmalen. Den anderen Teams dürften angesichts dieses Sensationswechsels einige schlaflose Nächte ins Haus stehen.

Weltmeister Roland „El Rancho“ Kittel gibt seltenes Interview

Die IFORS im Gespräch mit Titelverteidiger Roland „El Rancho“ Kittel.

Nach drei Jahren Corona-Pause steht endlich wieder eine Weltmeisterschaft an. Die Torgel der Teilnehmer sind geputzt, die Ravern glänzt blitzeblank und die isotonischen Getränke werden langsam gekühlt. Die IFORS hat sich kurz zeitgenommen und im Vorfeld des Wettstreits das Ravernodrom mit der der Blauen Couch getauscht, um sich mit dem Überflieger des Ravernsports, Roli „El Rancho“ Kittel, über das anstehende Turnier zu unterhalten.

IFORS: Wie groß ist die Vorfreude nach drei Jahren Corona-Pause wieder einen Weltmeister auszutorgeln?

El Rancho: Die Vorfreude ist natürlich riesig! Endlich wieder WM-Luft schnuppern! Ich hoffe auf ein großes Teilnehmerfeld, auf tolle Ravernodrome und auf die typischen WM-Phänomene: Luk kredenzt ausgefallene Ravernaspezialitäten, unser Präsident Zahnsack nimmt sich wie selbstverständlich ab dem zweiten Durchgang alkoholisch selbst aus dem Spiel, der zweite Präsident Zetti zerbricht an der Doppelbelastung aus Funktionär und Athlet und irgendjemand legt grandios vor und scheitert dann im Turnierverlauf krachend. 

IFORS: Als Titelverteidiger und Rekordweltmeister sind Sie immer der Gejagte. Was macht Sie zuversichtlich, auch bei diesem Turnier wieder als Weltmeister hervorzugehen?

El Rancho: Ich habe mich die letzten Tage immer wieder gefragt, ob ich noch hungrig bin. Seit 2012 in der absoluten Weltspitze mitzutorgeln, geht auch an meinem Körper nicht spurlos vorbei. Es gab Morgen, da konnte ich meinen Wurfarm kaum mehr bewegen. Ohne meine hervorragende medizinische Abteilung, die genau weiß, wann ich in die RavernolSprizz Unterdeckung falle und mir schnell ein isotonisches Getränk reicht, könnte ich dieses Niveau schon lange nicht mehr halten. Aber den anderen Athleten geht es ja nicht anders. Ich erwische mich auch öfters beim Gedanken, ob es dem Sport nicht auch guttäte, neue Titelträger zu sehen. Allerdings weiß ich jetzt schon: Wenn ich an der Linie stehe, will ich den nächsten Titel, dann bin ich im Tunnel! Und ich werde liefern!

IFORS: Wenn Sie an Ihre Kontrahenten im Ravernodrom denken, bei welchem Namen geht Ihnen der Stift am meisten?

El Rancho: Es gibt viele Athleten, die an einem Tag den Unterschied machen können. Bei einer Ravernale ist das Ausschlaggebende jedoch die Konstanz, du musst also auf hohem Niveau kontinuierlich punkten. Da wird das Feld schon dünner und daran ist schon mancher Tagessieger letztendlich gescheitert. Viele galten nach krachenden Tagessiegen schon als uneinholbar! Ich erinnere nur an Luk Graf 2012, dem nach einem bombastischen Start die Luft wie einem Ballon ausging und der wie Ikarus dann eine krachende Bruchlandung erlitten hat. Ich bin sehr gespannt, wer mit der besten Form anreist, wer die lange Turnierpause am besten weggesteckt hat. Ich habe neben vielen weiteren Kandidaten aber offen gesagt Matthias Dettenhofer, Axel Wiegard und Andres Hubero ganz dick am Zettel. Dettenhofer hat beim letzten Turnier erst seine derzeitige absolute Topform unterstrichen, der Urweltmeister Wiegard klebt in der Pro Tour an meinen Versen und ist genau wie Andres Hubero titelmäßig ausgehungert und will es sicher noch einmal wissen.

IFORS: Nach den jüngsten Misserfolgen werden die Stimmen lauter, Sie seien eindeutig übertorgelt. Was halten Sie dagegen?

El Rancho: Es stimmt, dass ich in der letzten Zeit den Sprung nach ganz oben ausgelassen habe. Ich habe aber ja bereits das Thema Konstanz angesprochen. Wenn man sich das aktuelle Pro-Tour Klassement betrachtet, grüße ich trotz fehlender Turniersiege souverän von oben – mühsam ernährt sich das Eichhörnchen! Es muss also erst einmal jemand kommen und an mir vorbei!

IFORS: Zeit für eine brachiale Kampfansage, also bitte:

El Rancho: Ich freue mich unheimlich auf die WM, auf die Athleten, die Kameradschaft und den sportlichen Wettstreit! Was den angeht, so kann ich versprechen, dass sich Sinzing, mit allem was es hat, dem Prüfeninger Sturm entgegenstellen wird, um am Ende die Titel wieder ins Home of the Champions zu holen! Ob der WM-Einzeltitel letztendlich in meiner Sammlung stehen wird, wird sich zeigen. Aber ich bin bereit, ein ordentliches Wörtchen mitzureden! Frisch! Frei! Ravern!

 

Roland Kittel: Rekordweltmeister!

Roland Kittel dominiert den Ravernsport nach Belieben. Bei der 8. Ravernsport-Weltmeisterschaft, der Ravernale, siegt Kittel mit zwei starken Durchgängen und wird Weltmeister. Bei der Team-Weltmeisterschaft gewinnt mit den One Wheel Raverneers zum fünften Mal in Folge eine neue Mannschaft nach Nerven zerreißenden KO-Spielen den Titel im Finale gegen die Munich Marble Ravengers. Bei der abschließenden Meisterfeier in der Ravernsport-Alm in Sinzing wählt die IFORS mit Sebastian Teufel (bisheriger Vorsitzender der IFORS-PA) ihren neuen Präsidenten. Eine grandiose Weltmeisterschaft geht zu Ende und stellt zugleich den Startpunkt für die Reise in neue Dekade dar.

Regensburg (ifors), als in den Wochen vor der Ravernale spekuliert wurde, wer genau an der diesjährigen Weltmeisterschaft teilnehmen würde und wie glücklich der Termin letztendlich gewählt wurde, gab es nicht wenige Beobachter der Ravernsport-Szene, die Zweifel an der Jubiläumsravernale hegten. Wie sich letzten Endes am ersten Tag der Ravernale herausstellen sollte, waren es für eine Ravernale mit 15 Athleten völlig normale Teilnehmerzahlen die keinerlei Schwund beim Interesse der Athleten erkennen liesen. Im Gegenteil: Zwei Teams mehr (wenn auch dezimiert) als vor zwei Jahren in Oberndorf hatten für die Team-Weltmeisterschaft gemeldet und ermöglichten somit einen normalen Gruppenmodus, den die IFORS ohne große Diskussionen durch gewunken hatte. Präsident Stefan Zenisek eröffnete die Ravernale mit warmen Worten die einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre darstellten. Viele der Protagonisten von damals standen auch diesmal wieder im Ravernodrom. Leider war es verschiedenen Personen (u.a. Ur-Weltmeister Axel Wiegard und Ex-Weltmeister Andres Hubero) aus terminlichen Gründen nicht möglich dieses Mal an den Wettkämpfen teilzunehmen. Dennoch konnte die Ravernale mit der Team-WM-Vorrunde am Donnerstag, dem 15.08. (einem Ravernsport-Feiertag) starten. Das Feuerwerk in Can Picafort, war auch heuer nicht ins Rahmenprogramm der Titelkämpfe mit aufgenommen worden.

Der WM-Auftakt im Prüfeninger Schlossgarten.
TEAM-WM startet ohne große überraschungen

Die Team-WM startete am Donnerstag jedoch ohne größere Überraschungen. Zwei Teams des Starterfeldes mussten ihre Farben „Solo“ vertreten und zogen dabei den im IFORS-Regelwerk beschriebenen Team-Joker, bei dem es den einzelnen Sportlern erlaubt wird ihr Team bei einer Ravernale auch alleine zu vertreten. 2015 war bereits Birgit Graf (ehemals Oberleitner) so bis ins Halbfinale der Team-WM vorgestoßen. 2019 nun vertraten Christiane Kittel die Schmeiss Girls, Andreas Geim die Schubkramento Kings.

Erwartungsgemäß war die Vorrunde daher für die Solo-Teams eine etwas aussichtslose Mission, die beide Teams jedoch beachtlich meisterten. Die Schmeiss Girls mussten jedoch mit 5 ertorgelten Punkten am Ende den souveränen One Wheel Raverneers, die in der Vorrunde mit Naia Jakob den Kader aus dem erweiterten Team-Kreis auffüllten (23 Team-Punkte in der Vorrunde!!) und den etwas wackeligen und fast vollständig anwesenden Munich Marble Ravengers (magere 6 Punkte!) den Vortritt lassen.

In der Gruppe B kam es zu einem Sportlerdebüt, welches Jahrelang auf sich warten lies. Axel Süß, der in der Vergangenheit bereits als das „Phantom“ von Danubia United galt (er hatte einen Vertrag bei den Oberpfälzern unterzeichnet, kam jedoch nie zu Einsatzzeiten), vertrat im Team der Rat Packs die abwesenden Tobias Engel und Andres Hubero. Gemeinsam mit dem Über-Ravernisten Roland Kittel spazierte er durch die Vorrunde. In einem entscheidenden Vorrundenspiel musste sich Solo-King Andreas Geim dem RC Sinzing 04 „Die Schwanzer“ geschlagen geben.

Kittel torgelt sich schnell und erwartet an die Spitze

Tags darauf, Freitag 16.08., startete die Einzel-WM mit ihren 15 Teilnehmern. Nach 2017 und 2015 die Ravernale mit den meisten Teilnehmern. Mit Spannung wurde dabei der Start von Leo Jakob erwartet, der in der Vorrunde der Team-WM gemeinsam mit seiner Ehefrau Nadia bereits 23 famose Punkte ertorgelt hatte. Kann er Roland Kittel gemeinsam mit Dauer-Vize Sebastian Teufel das Gas einstellen?

Roland Kittel lies zu Beginn im Prüfeninger Schlossgarten, der nach seinen PRO.Tour-Appearances nun auch heiliger WM-Boden wurde, keine Zweifel aufkommen über wen der Titel hier zu gehen hat. Nach zwei Durchgängen hatte der Sinzinger Abonnement-Meister bereits 16 Punkte ertorgelt und somit sein eigenes WM-Ergebnis von vor zwei Jahren (14 Punkte) übertorgelt und die Weltmeistermarke Huberos aus dem Jahr 2011 eingestellt. Alles deutete darauf hin, dass Kittel seine „Gegner“ auseinander nehmen würde. Hinter Kittel formierte sich nach diesen ersten beiden Durchgängen ein durchschnittlich schwaches Teilnehmerfeld. Die ärgsten „Verfolger“ waren Andreas Geim (8 Punkte), Sebastian Teufel (7 Punkte) und Christiane Kittel (5 Punkte). Der so hoch gehandelte Leo Jakob rangierte mit vier Einzelpunkten im grauen Mittelfeld des Teilnehmerfeldes. Vom Tabellenende bis auf Platz 4 trennten die Athleten nur 4 Punkte. Sozusagen ein dichter Rest!

Nervenkriege in der TEAM-WM

Zwischen dem ersten und zweiten Durchgang der Einzel-WM waren noch die Halbfinals der diesjährigen Team-Weltmeisterschaft angesiedelt. Dabei trafen noch vor der Mittagspause die One Wheel Raverneers auf den RC Sinzing 04 „Die Schwanzer“. OWR an diesem Vormittag aber nicht mehr mit der „Not-Besetzung“ sondern mit der kompletten Mannschaftsstärke am Start. Neben Leo Jakob waren nun auch Teambegründer Andreas Nutz, Alexander Specht und Bastian Gottswinter im Ravernodrom im Schlossgarten vertreten. Ein Halbfinale in welchem, bei einem OWR-Spiel fast erwartet, viele Punkte durchs Ravernodrom schepperten. Ein enges Kopf an Kopf Rennen, welches von Vokuhilas und Schnauzbärten nur so geprägt war. Am Ende machte Leo Jakob beim Stand von 8:9 für die Schwanzer seinen Treffer von der Lang-Distanz und schob die OWR damit noch auf der Zielgerade ins Finale der Team-WM.

Im anderen Halbfinale trafen die am Vortag so famos gestarteten Rat Packs um Roland Kittel und Axel Süß auf die wackelig und nervösen Munich Marble Ravengers aus der bayerischen Landeshauptstadt. Das Rat Pack als amtierender Weltmeister selbstverständlich haushoher Favorit, während MMR eine deutlich solidere und nervenstärkere Leistung als noch am Vortag zeigte. Als es nach dem ersten Durchgang bereits 4:1 für die Mannen von der Isar stand, waren viele auf die Reaktion Kittels gespannt. Seine Nervenstärke ist mittlerweile gefürchtet in der gesamten Ravernsport-Welt. Und so kam es wie es kommen musste. Im letzten Wurf vor den Bonuswürfen glich Kittel das Spiel zum 4:4 aus. Bei der nachfolgenden Team-Diskussion der MMR war die Nervosität mit den bloßen Händen greifbar als sich Johannes Zettel den Torgel schnappte und auf die Kurz-Distanz ging. Mit seinem Treffer von der Kurz-Distanz setzte er das Rat Pack unter Druck. Kittel bekannt für seine Stärke von der Mitteldistanz und dafür sein Team nicht ins Stechen führen zu wollen vertorgelte mit dem letzten Wurf die Chance auf den Team-Weltmeister-Titel.

Das Finale der Team-WM bildeten also die One Wheel Raverneers und die Munich Marble Ravengers.

Thomas Hook (MMR) steht im Finale der Team-Weltmeisterschaft
Kittel schwächelt in Durchgang Drei

Vielleicht war es für Roland Kittel schon zu deutlich. Am Finaltag an der Kleinprüfeninger-Fähre nördlich der Donau ertorgelte der designierte Weltmeister nur vier Punkte und ermöglichte plötzlich doch noch einmal Spekulationen. Leo Jakob, am Vortag mit 4 Punkten zu schwach um Kittel ernsthaft zu gefährden, holte sich den Sieg in Durchgang Nummero drei durch 8 solide ertorgelte Punkte. Wegen seinem schwachen ersten Tag auf der Ravernale lagen zu diesem Zeitpunkt jedoch immer noch 8 Punkte zwischen ihm und Kittel. Besser hatte es da am Vortag Sebastian Teufel gemacht. In einem schwachen dritten Durchgang, bei dem ihm nur 2 Punkte gelungen waren setzte er im Bonuswurf alles auf eine Karte und verringerte souverän mit einem Ultra-Distanz-Treffer Rückstand auf Kittel nochmals auf 6 Punkte. Geht da noch was? Ansonsten herrschte im Ravernodrom trotz überragender Stimmung und optimalen Wetterbedingungen sportliche Tristesse.

Basti Teufel mit einem Ultra-Distanz-Treffer in Durchgang drei.
HERZSCHLAG-FINALE in der TEAM-WM

Gehen die Halbfinals in dieser Team-WM bereits als Nervenkrimis in die Geschichte der Weltmeisterschaften ein, so war das Team-WM-Finale 2019 an Spannung kaum mehr zu überbieten. Da waren sich alle Beteiligten aber auch die Zuschauer einig. Obwohl es noch kurz vor Ende des ersten Durchgangs danach aussah, als würde OWR sich bei einer souveränen 4:0-Führung den Titel sichern, kamen die Munich Marble Ravengers noch einmal ins Turnier zurück. Andreas Bromberger alias „Dr. Udo“ bestätigte die neue Nervenstärke der Isar-Jungs. Er schnappte sich seine Bahndamm-Torgel und verweilte lange an der Abwurfmarkierung. Durch die Ruhe im Ravernodrom konnte man den Herzschlag des Finales deutlich spüren. Bromberger konzentrierte sich, setzte noch einmal ab, konzentrierte sich erneut und betete den Torgel geradezu deutlich in die Ravern. Sein befreiender Jubelschrei hallte durch das Donautal. Zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte Johannes Zettel den Rückstand von MMR auf 3:4 verkürzen und mit seinem letzten Wurf im Bonusdurchgang gerade noch so ausgleichen. Man sah dem Giesinger die Belastung durchaus an. Das spannende Team-Finale ging also in die Verlängerung. Im Kurz-Distanz-Stechen war nun alles möglich. Der bei dieser Team-WM nervlich erprobte Zettel vergab seinen Torgel ebenso wie Andreas Nutz (OWR). Andreas Bromberger verfehlte seinen Torgel bevor Alexander Specht (OWR) mit einer Millimeterentscheidung durch einen „Fling“ OWR auf die Siegerstraße führte. Thomas Hook konnte zwar noch einmal ausgleichen. Leo Jakob versenkte seinen Torgel aber ebenso souverän wie der ehemalige Einzel- und Team-Weltmeister von 2015. Die Niedergeschlagenheit der MMR über den lange ersehnten Titel war deutlich spürbar. Der Jubelgesang der One Wheel Raverneers dagegen, erfüllte das Ravernodrom! Nach der gezeigten Mannschaftsleistung bei dieser Team-WM ein verdienter Team-Weltmeister!

Der neue Team-Weltmeister One Wheel Raverneers (es fehlt Bastian Gottswinter)
Kittel hadert mit seiner Leistung und wird Weltmeister

Kittel waren in der Einzelwertung zwei Sportler bis auf 6 bzw. 8 Punkte auf den Leib gerückt. Trotz einer weiterhin schwachen Leistung des amtierenden und bereits von vielen Szenekundigen Sportlern auch neuen Weltmeisters, konnten Leo Jakob (OWR), Andreas Geim (SKK) und Sebastian Teufel (S04) den Vorsprung nicht mehr massiv verringern. Nur ein Sportler war in der Lage Kittel bis zum Bonuswurf in Schach zu halten. Leo Jakob hatte mit der Ultra-Distanz noch die theoretische Chance das Turnier noch einmal auszugleichen und Kittel ins Stechen zu zwingen. Wenn einem neben Sebastian Teufel, der am heutigen Tag bereits seinen zweiten Ultra-Treffer in seiner Ravernsportkarriere (ein weiterer gelang ihm auf der PRO.Tour aus 25 Metern) in der Ravern erklingen lies, ein Treffer aus 34 Metern zuzutrauen ist dann Leo Jakob. Jakobs bevorzugter Permanent-Torgel zerbrach jedoch kurz vor dem finalen Bonuswurf. Er selbst beschreibt es später als symbolisch. „Zerbrochene WM-Träume“. Jakob verfehlt den Ultra mit einem anderen Torgel und schuf somit Klarheit.

Zerbrochene WM-Träume. Jakobs Permanent-Torgel vor dem entscheidenden Ultra-Wurf.

Roland „El Rancho“ Kittel wird erneut Team-Weltmeister und verteidigt als erster Ravernist überhaupt seinen WM-Titel. Trotz schwacher Leistungen in Durchgang drei und vier, mit welchen der verdiente Weltmeister selbst haderte, gelang dem Sinzinger mit 21 WM-Punkten das Zweitbeste Ravernale-Ergebnis seit Beginn des Ravernsportes. Nicht auszudenken, hätte er den Flow vom Vortag mit nach Kleinprüfening genommen. Kittel ist ein verdienter Weltmeister und durch seinen dritten WM-Titel nun auch alleiniger Rekordweltmeister!

Die Frage wird sein, wann andere Sportler in ihrer Leistung nachziehen. Sicher ist: Die 21 Punkte von Roland Kittel sind keine Überleistung. Aber Kittel ist und bleibt derzeit der konstanteste aller Ravernisten und von daher dürfte ein Titelgewinn in den kommenden Jahren einzig über die Konstanz zu Stande kommen.

STARKE JUBILÄUMSRAVERNALE! Auf die Zukunft!

Fazit: Tolle WM-Tage liegen hinter uns. Die Jubiläumsravernale, welche zum ersten Mal auf Regensburger Boden stattgefunden hatte erfüllte die Erwartungen. Tolle, bereits aus der Tour bekannte Ravernodrome sorgten für eine feierliche und spannende Stimmung. Alles, aber auch wirklich alles belegte wieder einmal die Bedeutung des Ravernsportes für die enge Freundschaft der Athleten untereinander. Bei solch stimmungsvollen und freundschaftlichen Events braucht sich der Ravernsport nur geringe Sorgen um sein Fortbestehen und die Zukunft in einer neuen Dekade machen.

Auf der Meisterfeier auf der Sinzinger IFORS-Alm erhielt Roland Kittel dem Ritus des Weltverbandes nach heiß ersehntes „Rum und Erde“ und ist nun endgültig im Olymp der ersten zehn Jahre „IFORS-Ravernsport“ angekommen.

Am selben Abend wählten die Anwesenden Athleten Turnusgemäß auch noch einen neuen Präsidenten. Die absolut freudige Nachricht: Mit Sebastian Teufel wurde genau die richtige Person zum Präsidenten (First Lady Andreas Geim) gewählt um den Ravernsport in eine mit Sicherheit noch umwerfendere Dekade zu führen. Auf eine glorreiche Zukunft unseres Ravernsportes und die nächsten 10 Jahre!

FRISCH! FREI! RAVERN!

 

Der ewige Roland!

Das Wetter meinte es gut mit den Ravernisti der diesjährigen PRO.Tour. Der Finaltag startete zwar bedeckt, aber trocken. Im Laufe des Tages sollte die Sonne, vor allem aber ein überragender Ravernist ein denkwürdiges Ravernsport-Event auf den heiligen Rasen im Sankt-Dominicus-Park auf dem Adlersberg bei Regensburg zaubern. Wegen den hervorragenden Bedingungen in diesem Ravernodrom, diskutiert die IFORS derzeit sogar die Austragung der finalen Durchgänge bei der Weltmeisterschaft 2019 auf dem Adlersberg.

Ein wunderschönes Ravernodrom. Der Sankt-Dominikus-Park auf dem Adlersberg.

Spannende Ausgangslage verspricht ebenso spannenden Turnierverlauf

18 Ravernisti versammelten sich gegen 10 Uhr morgens im Ravernodrom zum großen Finaltag. Die Ausgangslage gab in den meisten Wertungen Anlass zu fast berstender Spannung. So startete die PRO.Tour mit einem extrem knappen Dreikampf an der Spitze in den Tag. Mit Leo Jakob (36 P.), Roland Kittel (35 P.) und Sebastian Teufel (34 P.) führten drei starke Athleten das Feld vor ein paar wenigen Verfolgern an, die sich zumindest noch Hoffnungen auf das Podest machen konnten.

Die TEAM.Tour schien an diesem Tag nicht mehr ganz so spannend zu sein und so diskutierten viele Beteiligte am Ravernodrom die „Namenswette“ zwischen den beiden Rave(r)ngers aus München und Prüfening. Die Munich Marble Ravengers führten vor dem Spieltag die Wertung mit 6 Punkten Vorsprung vor dem Rat Pack und den One Wheel Raverneers an. Selbstbewusst waren die Münchner angereist und wollten den ersten Titel der Vereinsgeschichte mit in die Landeshauptstadt nehmen.

In den Ligen ging es vor allem noch um die Titel. Die Ausgangslage in der Masters League analog zur PRO.Tour. Aber auch in der 2.Liga drängelten sich noch 5 Sportler um den Aufstieg in die Eliteliga. Den Abstieg aus der Masters League noch verhindern hätte Axel Wiegard probiert. Seine Chancen standen allerdings mit 6 Punkten Rückstand auf Thomas Hook nicht besonders gut.

Kittel schiebt sich erstmals in dieser Saison an die Spitze

Das Turnier startete. Und mit zwei Punkten auf der Kurzdistanz marschierten Sebastian Teufel und Roland Kittel im Gleichschritt in Richtung PRO.Tour-Titel. Leo Jakob konnte seine starke Form bis dahin nicht unter Beweis stellen. Dann brach allerdings das Leistungsniveau des gesamten Feldes ein. Nahezu keine Treffer auf der Mitteldistanz ermöglichten es Roland „El Rancho“ Kittel durch zwei Treffer von der Mitteldistanz sich deutlich an die Spitze zu setzen. Auch für die PRO.Tour bedeutete dies, dass der Rekordchampion keinen Zweifel daran entstehen lassen wollte, über wen der Titel auch in diesem Jahr gehen sollte. Als Leo Jakob und Sebastian Teufel auch von der Langdistanz keine Treffer auf ihrem Konto verbuchen konnten lies es sich Roland Kittel nicht nehmen und zog mit einem Dreier von der Lang und einem Mitteldistanztreffer beim Bonuswurf fast schon uneinholbar weg. Die spannende Ausgangsposition schien Kittel innerhalb von einem Durchgang schon zerstäubt zu haben. In der TEAM.Tour bedeutete dieser erste Durchgang für die Munich Marble Ravengers keinen größeren Schaden. Durch selbst eingebrachte 5 Punkte im ersten Durchgang verloren sie auf das starke Rat Pack nur 1 Punkt und hielten den Abstand von 6 Punkten auf die One Wheel Raverneers. Beim Mittagessen sah also vieles nach dem Titelgewinn der Münchner aus. Im Abstiegskampf der Masters League konnte Axel Wiegard 2 Punkte auf Thomas Hook gut machen. Dennoch sah es für den Münchner Hook immer noch sehr gut und komfortabel aus.

Der Raverna-Minister konnte mit einem typischen Ravernsport-Getränk aufwarten.

Ein starker Auftakt in den zweiten Durchgang

Es startete der zweite Durchgang. Und mit einem Hattrick von der Kurzdistanz lies Roland Kittel die ersten bereits Lobeshymnen auf den Sinzinger starten. 14 Punkte nach der Kurzdistanz des zweiten Durchganges: Andreas Geim von den Schubkramento Kings mutmaßte da bereits, dass die Bestmarke von 19 Punkten in einem Turnier hier ganz gehörig zu wackeln beginnen. Keiner der ambitionierten Verfolger konnte auch nur ansatzweise den designierten alten und neuen PRO.Tour-Sieger in Schach halten und so gab es bereits zur Mitteldistanz nur noch theoretische Chancen für Sebastian Teufel, den Abonnement-Meister Kittel noch vom Thorn zu stoßen. Was dann folgte, drehte das gesamte Interesse der Anwesenden von der PRO.Tour plötzlich auf die TEAM.Tour.

Unfassbare Szenen in der TEAM.Tour

Auftritt Andres Hubero (RP). Das Rat Pack lag zu diesem Zeitpunkt noch immer 5 Punkte hinter den selbstbewusst agierenden Ravengers aus der Landeshauptstadt. Roland Kittel, durch die Euphorie seiner atemberaubenden Einzelleistung beschwingt, rief Hubero zu: „Auf gehts! 5 Punkte noch!“. Hubero schien das so dermaßen anzustacheln, dass er nicht nur den ersten Torgel von der Mitteldistanz in die Ravern schmetterte und den Rückstand auf 3 Punkte verkürzte, sondern direkt im Anschluss noch den zweiten hinterher betonierte. Die Gesichtszüge der Münchner Ravernisti: Nennen wir es angespannt! Das Turnier schritt fort und so kam das Turnier auf die Langdistanz. Und wer erinnert sich nicht an historische Sportereignisse wie das Champions League Finale 1999 zwischen Bayern München und Manchester United, oder die dramatischen Finalserie in den NBA-Finals 2006 zwischen den Dallas Mavericks und den Miami Heat bei denen die tragische Figur Dirk Nowitzki einen sicher geglaubten Meistertitel auf den letzten Metern noch verlor. Ein noch sehr junges Beispiel für diese Art von Drama wäre zum Beispiel das Finale des olympischen Eishockeyturniers, bei dem das überraschend auftrumpfende Deutsche Team eine Hand bereits an einer sensationellen Goldmedaille hatte und 55 Sekunden vor Schluss jäh aus sämtlichen Träumen gerissen wurden.

Andreas Bromberger trat auf der Langdistanz für die Münchner an. In der bisher besten Saison seiner Karriere (4.0 Pkt/Runde) avancierte der Giesinger zum Stamm-Langdistanz-Torgler der Ravengers. Seine Quote von 12.5% auf dieser Distanz sollte in dieser Saison einen gehörigen Anteil daran haben, dass das Team um Thomas Hook, Johannes Zettel, Lukas Graf und Jörn Pfeifer den Titel gewinnen hätte können. Nachdem allerdings diesmal das laut erhellende Scheppern der Ravern ausgeblieben war, war die Bahn frei für Roland „El Rancho“ Kittel und das sagenhafte Rat Pack, welches heute aus den beiden Weltmeistern Hubero und Kittel bestand. Sein erster Torgel von der Langdistanz brachte das Rat Pack 2 Punkte in Führung. Der Dritte machte die Lage für die Sportler von der Isar geradezu aussichtslos.Aus 5 Punkten Vorsprung wurden 5 Punkte Rückstand. Innerhalb von nur 2 Distanzen. Und Roland Kittel zersprengte die bisherige Bestmarke von 19 Punkten innerhalb eines Turniers und erhöhte diese auf 22.

Starker Ravernsport und der ewige Roland!

Konsternierte Münchner und ein erneut feierndes Rat Pack. Die mit so vielen Titeln gespickte Glamour-Truppe hatte es wieder einmal allen gezeigt und gewinnt am Ende sogar deutlich und verdient die TEAM.Tour 2018/2019. Nerven wie Drahtseile und eine ungeheure Treffergenauigkeit zeichnen Hubero und Kittel aus. Und so schnappen sie den Münchnern den fast schon sicher geglaubten Titel weg. Chapeau! So ist der Ravernsport. Wer sich zu früh in Sicherheit wiegt, hat die Rechnung ohne Roland Kittel und Andres Hubero gemacht. Und so wurden die Münchner Torgler wieder einmal Opfer einer einzigartigen Leistung ihrer Gegner. War es 2017 im WM-Halbfinale ein Dreier-Hattrick von Sebastian Teufel, so war es heute eine unglaubliche Mannschaftsleistung des Rat Packs, die unfassbare 16 Punkte in die Team-Wertung einbrachten, während die Ravengers deren 6 einbrachten. Kurios: 6 eingebrachte Teampunkte, sind eigentlich gar kein so schlechtes Ergebnis.

Titel für das Rat Pack. MMR fands nicht ganz so prall.

Roland Kittel gewinnt also erneut die PRO.Tour und mit Andres Hubero gewinnt er auch noch die TEAM.Tour. Gratulation an beide.

Das Drama des Abstiegskampfes in der Masters League um Axel Wiegard und Thomas Hook ging dabei fast vollständig unter. Axel Wiegard hatte sich tatsächlich noch an Thomas Hook herangeschlichen. Der allerdings, konnte mit einem Treffer von der Langdistanz seine Klasse sichern. Somit steigen in diesem Jahr Axel Wiegard, Andres Hubero (kurios) und Jörn Pfeifer aus der Masters League ab. Ersetzt werden die drei durch Andreas Bromberger (MMR), Stefan Zenisek (TR) und Johannes Zettel (MMR), die sich im Fünfkampf mit Franziskus Rupp (TR) und Christiane Kittel (SG) durchsetzen konnten.

Ach und eines noch am Ende: Durch die Namenswette, welche die Raverngers aus Prüfening ausgerufen hatten, kam es am Abend zur Vergabe des neuen Team-Namens durch die Munich Marble Ravengers. Das Team um Basti Teufel, Franziskus Rupp, Stefan Zenisek und Bernhard Hengl wird in der kommenden Saison unter dem Namen „RC Sinzing 04 – Die Schwanzer“ an den Start gehen müssen. Es darf bezweifelt werden, dass die Truppe den Namen über die Saison 2019/2020 hinaus behalten wird.

Die IFORS schaut nun voraus auf die Weltmeisterschaft 2019. 10 Jahre nach dem Ur-Torgelfund. Es darf ein Spektakel erwartet werden. Hierzu wird sich die IFORS aber in den kommenden Wochen noch einmal konkreter melden.

Allen Titelträgern gratuliert die IFORS recht herzlich und freut sich schon jetzt auf eine spannende neue Saison 2019/2020.

Bis dahin.

Frisch! Frei! Ravern!

Ergebnisse

MannschaftTeilnahmeRundenKurz 1Mittel 1Lang 1Bonus 1Kurz 2Mittel 2Lang 2Bonus 2Total
Chemical Sisters02000000000
One Wheel Raverneers02103100005
Munich Marble Ravengers02103100005
Rat Pack020402046016
The Raverngers02200002004
Schmeiss Girls02000010001
Schubkramento Kings02200120016

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Alexander Specht2100000000000100000000
Andreas Bromberger2901000000311010020000
Andreas Geim2310000000000110000000
Andreas Nutz2700100003010000000002
Andres Hubero21100020000001012200030
Axel Wiegard2611000000010110000001
Bastian Gottswinter2401100000000110000000
Christiane Kittel2200100000001000000000
Franziskus Rupp2300000000000000003000
Johannes Zettel2300100000010000000001
Leo Jakob2400000000301000000000
Lukas Graf2601100000010012000000
Petra Hubero2000000000000000000000
Roland Kittel22210120200321112003030
Sebastian Teufel2610100000000010020001
Stefan Zenisek2500000000000000200300
Thomas Hook2400100000000000000030
Verena Zettel2200000000000110000000
Gesamt369844840203975696446395

Der Ravernsport ist eigentlich ganz einfach…

Schön langsam kann man es mit Gary Lineker halten: Der Ravernsport ist ein einfaches Spiel. 20 Sportler werfen 20 Torgel auf die Ravern und am Ende gewinnt Roland „El Rancho“ Kittel. Und es sei vorweg genommen, auch beim Saison-Finale in Sinzing konnte Roland Kittel erneut triumphieren obwohl er nach dem ersten Durchgang bereits sieben Punkte hinter Andres Hubero lag. Dadurch sicherte sich der Überflieger der Saison neben der Weltmeisterschaft und der Team-Weltmeisterschaft darüber hinaus auch noch den Masters-Titel, die TEAM.Tour und nicht zuletzt natürlich auch die PRO.Tour 2017/2018. Sozusagen der Grand Slam von nicht weniger als fünf (!!!) Titeln in nur einer Saison. Die anderen Ravernisti können da nur staunen. Aber alles der Reihe nach.

Wunderschönes Ravernodrom auf dem Sinzinger Sportplatz

Die Ravernisti trafen sich um 10 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit im neuen Ravernodrom am Sportplatz in Sinzing. Insgesamt war das Feld mit 18 Sportlern gut besetzt und so wurde im Namen der Familienbeauftragten der IFORS im Kreis zur Begrüßung gesungen. Um es genau zu sagen, sang der Ravernger Basti Teufel. Der Rest lauschte und war beeindruckt.

Andres Hubero startete Furios in das Turnier. Sein erster Durchgang war geprägt von kuriosen und spektakulären Treffern. Und so torgelte sich der Doppel-Weltmeister mit 12 Punkten im ersten Durchgang deutlich und herausragend an die Spitze eines insgesamt guten Feldes. Ur-Weltmeister Axel Wiegard war dabei sein ärgster Verfolger mit starken 7 Punkten. Sowohl Hubero als auch Wiegard konnten dabei doppelt von der Langdistanz eintorgeln und schienen damit dem Rest des Feldes zu enteilen. Rang drei teilten sich nach dem ersten Durchgang mit 5 Punkten Jörn Pfeifer und eben vorhin besagter Überflieger: Roland Kittel.

Bei frühsommerlichen Temperaturen um die 28 Grad und fast wolkenlosem Himmel gab es inmitten der Mittagssonne ein Novum im Ravernsport. Der zweite Durchgang folgte direkt auf den ersten und die Mittagspause wurde auf das Ende des Turnieres und der Saison 2017/2018 verlegt. Und so ging man nach den Bonuswürfen des ersten Durchganges, in denen sich Basti Teufel mit einem Team-3er von der Langdistanz noch an das Hauptfeld heranschob.

Im zweiten Durchgang sollte es auf der Kurzdistanz nur so scheppern. Zwischendurch gab es eine Treffersalve von 12 aus 15 Würfen. So dass sich mancher Ravernist bereits um seine gute Ausgangsposition zu sorgen schien. Und Roland Kittel? Der traf dabei „nur“ einen Punkt von kurz und robbte sich nur langsam an Wiegard und Hubero heran. Doch dann kam der fast schon obligatorische Ausbruch des Sinzinger Vulkans. Kittel sorgte mit 7 Punkten aus Mittel- und Langdistanz dafür, dass Hubero wegen eines fast unvorstellbaren 0er-Durchganges noch auf Rang 2 zurückfiel. Auf die Tour hätte es am Ende keinen Einfluss gehabt ob Kittel dieses Turnier verlöre. Nein. Aber es passte ins Bild, dass Kittel neben seinen 5 Titeln am Ende der Saison auch noch seinen sechsten Turniersieg einfuhr.

Aber nicht nur um den Turniersieg oder um die Titel wurde an jenem Sonntag Nachmittag getorgelt. Viele Entscheidungen sollten getroffen werden, so auch der Auf- und Abstieg rund um die 2017/2018 neu geschaffene Masters-League. Bereits als Absteiger standen vor dem letzten Turnier Lukas Graf und Mustafa Abbas fest, da sie nicht am Turnier teilnehmen konnten. Das führt zum anderen dazu, dass Graf das Trio derer verlässt, die seit Bestehen des Ravernsportes sämtliche Runden getorgelt hatten, die es zu torgeln gab. 62 an der Zahl. Wer jedoch sollte der dritte Absteiger sein. Lange Zeit sah es so aus, als würde sich Neu-Präsident Stefan Zenisek in die zweite Liga bequemen müssen, da Axel Wiegard mit seinen 8 vorgetorgelten Punkten bereits ein 5-Punkte dickes Polster auf Zenisek aufgebaut hatte. Zenisek traf von der Mittel und versagte von der Langdistanz. Der Bonuswurf im zweiten Durchgang war seine letzte Möglichkeit Wiegard in Stechen um den Abstieg zu zwingen, welches zu Beginn der neuen Saison ausgetragen werden würde. Zenisek entschied sich für die Langdistanz, konzentrierte sich lange Zeit und holte zum ganz großen Wurf aus. 3 Punkte im letzten Wurf der Saison die Wiegard plötzlich wieder in den Abstiegsstrudel ziehen. Stefan Zenisek hat nun zu Beginn der kommenden Saison die Möglichkeit den Klassenerhalt über das Stechen zu erreichen.

Der Aufstieg aus der zweiten Liga war nicht minder spannend. So erhoffte sich Weltmeister-Gattin Christiane Kittel noch den sensationellen Aufstieg in die Masters-League. Und zunächst sah es nicht danach aus, als könnte diese Überraschung gelingen. Hubero und Pfeifer festigten ihre Plätze in der Aufstiegszone. Dahinter ein Hauen und Stechen. Christiane Kittel, Leo Jakob und Tobias Engel lieferten sich einen heißen Tanz um den dritten und letzten Platz in der Masters-League 2018/2019. Leo Jakob legte vor und enteilte den beiden anderen ein wenig. Christiane Kittel traf von Mittel und torgelte sich in der Langdistanz bis auf einen Punkt an Jakob heran. Am Ende setzte sich Leo Jakob durch. Für Kittel und Engel reichte es am Ende um einen Punkt nicht für den Aufstieg in die Beletage des Ravernsportzirkuses.

Das vor der Saison fast scho zufällig entstandene Team um die drei Weltmeister Engel, Kittel und Hubero stand schon fast als TEAM.Tour-Sieger fest. Fünf Punkte Vorsprung vor dem Turnier und bockstarke Einzeltorgeler. Dahinter ging es um die Vize-Meisterschaft. Mit in der Verlosung: Die Raverngers, Die One Wheel Raverneers und die Munich Marble Ravengers. Am Ende setzten sich die Herren aus der Landeshauptstadt München auf den zweiten Rang mit sage und schreibe 12 Team-Punkten. Dabei ertorgelte sich einer die Herzen seiner Teamkollegen, der für lange Zeit auf einem absteigenden Ast schien. Johannes Zettel konnte mit einem Mitteldistanz-Hattrick 6 Punkte zum Punktekonto der MMR beisteuern, die dazu beitrugen, dass MMR letzten Endes als Vizemeister die erste Saison beendet. Einen unfassbaren Sprung mit 8 Teampunkten sicherten sich die Schmeiss Girls. Mit Teamtreffern von Zettel, Kittel und Pfeifer überholten die Girls den letztjährigen Vizemeister: Die Schubkramento Kings. 13 Teampunkte bedeuten dabei die beste Saison für die Schmeiss Girls. Bereits 2013/2014 konnte diese Marke zwar erreicht werden, damals allerdings waren es 9 anstatt 6 Runden die innerhalb einer Spielzeit zu absolvieren waren.

Und nun? Kommen wir zurück zum Überflieger dieser Saison. Roland „El Rancho“ Kittel. Er selbst konnte es nach dem Turnier kaum fassen: „Ich kann das selbst noch gar nicht so recht glauben. Alle 5 Titel. Wenn man mal schaut. Es reichen meistens 12 Punkte für einen Turniersieg.“ – Mit dieser einfachen Erkenntnis könnten in der kommenden Saison vielleicht auch wieder andere Ravernisti nach den Sternen greifen und der Dominanz des Sinzingers ein Ende setzen. Ein Ansporn dürfte es für so einige Sportler sein. Kittel profitierte in dieser Saison selbstverständlich auch von einem sagenhaften ersten Turnier im März 2017. Ebenfalls in Sinzing. Und genau hier schliesst sich der Kreis um die Saison 2017/2018. Wenn der Ravernsport in der Weltmeistergemeinde Sinzing zu Gast ist, dann gibt es für die Gäste von der anderen Donauseite nur eines: Zusehen wie der Ravernsport nämlich wirklich funktioniert. Der ist nämlich ganz schön einfach: 20 Sportler werfen 20 Torgel auf die Ravern und am Ende gewinnt Roland „El Rancho“ Kittel.

Gratulation zu einer herausragenden und historischen Saison!

Team-Ergebnis des Turnieres in Sinzing

Ergebnisse

MannschaftTeilnahmeKurz 1Mittel 1Lang 1Bonus 1Kurz 2Mittel 2Lang 2Bonus 2Total
Rat Pack00430140012
One Wheel Raverneers0200012005
The Raverngers0100330007
Munich Marble Ravengers00201260112
Schubkramento Kings0100020003
Schmeiss Girls0120002308

Ergebnis des Turnieres in Sinzing

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Andreas Geim2801000030001100020000
Andreas Nutz2300000000001002000000
Andres Hubero21201120230300000000000
Anna-Lena Pfeifer1200020000000000000000
Axel Wiegard2801000030300000000001
Christiane Kittel2610000000000000203000
Franziskus Rupp2101000000000000000000
Johannes Zettel2800000200000002220000
Jörn Pfeifer2810100200011100000001
Katharina Engel2100100000000000000000
Leo Jakob2501000000001010020000
Roland Kittel21300020003001002200300
Sebastian Teufel2900100000031112000000
Stefan Zenisek2700000000001010020003
Thomas Hook2600100200000010200000
Tobias Engel2700000030000010000030
Tom Sonnleitner21101120000001102000300
Verena Zettel2301000000000000200000
Gesamt3511827680812364845101083635