Kategorie: Organisatorisches

Ravernalzustand ausgerufen

Düsseldorf (ifors), auf der heute lang erwarteten Pressekonferenz, wurde von der IFORS um 8.30 Uhr Ortszeit obligatorisch und traditionell der offizielle Ravernalzustand ausgerufen. Während um 8 Uhr morgens in verschiedenen Städten der Ravernsportwelt weiß gekleidete Grazien um eine Ravern tanzten und international anerkannte Orchester und Chöre Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ anstimmten, wurde in Düsseldorf während einer Live-Schaltung an alle Schauplätze der offizielle Ravernalzustand ausgerufen. „Wir rufen die Ravernsportler dieser Welt auf, ab kommenden Samstag die Augen auf Santa Margalida zu richten! Es wird wieder ein Ereignis der besonderen Art! Und heute schon freuen wir uns gemeinsam mit den aktiven und passiven Ravernisten dieser Erde, die sich auf das höchste Ereignis des Jahres vorbereiten!“ sprach der Redner, dessen Anwesenheit noch vor der Veranstaltung stark bezweifelt wurde. Danke Udo Lattek!

Der Ravernalzustand 2013 ist hiermit auch offiziell ausgerufen! Freut euch auf die Ravernale 2013!

Vom Tanz mit dem Teufel

Oberrammelfing (ifors), vor kurzem erst hat Sebastian Teufel mit den Schmeiss-Ei High Towers seinen ersten ganz großen Erfolg gefeiert. 11 Tage vor der Ravernale spricht der Angriffslustige Oberpfälzer auf einem Sponsorentermin im wunderbaren Oberrammelfinger Wirtshaus „Zur Post“ mit Ravernale.com, Bürgermeister und Fleischfabrikant Josef Moschner und seiner berüchtigten Tochter Gabi über seine Erfolge, Ziele und lässt dabei kein gutes Haar an seinen Mitstreitern und Konkurrenten. „El Diablo Bavaro“ teilt einmal ordentlich aus: Viel Spaß beim Lesen des Interviews mit dem Vize-Weltmeister von 2009, dem der konstante Erfolg hoffentlich nicht zu sehr zu Kopf steigt 🙂

Ravernale.com: Wie sind Sie mit dem Abschneiden in der vergangenen PRO.Tour-Saison zufrieden?

Sebastian Teufel: Auch wenn ich mit den persönlichen Platzierungen heuer nicht immer ganz zufrieden war, ist das Endergebnis der Saison der absolute Hammer: Zum Ersten ist da natürlich der souveräne  TEAM.Tour-Sieg unserer Schmeiss Ei High Towers zu feiern. Wenn es fürs Team ging, konnte ich zum Glück meine Leistung einbringen und wichtige Punkte für die beiden Team-Siege in Sinzing und München erzielen. Dann bin ich extrem stolz, dass der PRO.Tour-Sieger auch aus meinem Team kommt, Tom Hook hat das wirklich hervorragend gemacht und verdient gewonnen!
Das Minimalziel, noch vor meiner Lebensgefährtin zu landen, habe ich zum Glück erreicht. Da hätte ich mir daheim was anhören dürfen…  Für den ein oder anderen etablierten Ravernist war das ja eine scheinbar unlösbare Aufgabe… (Herr Teufel deutet unauffällig auf das an der Wand hängende Porträt des Ifors-Präsidenten…).
Eine Sache lag mir übrigens persönlich sehr am Herzen: Der Copa Danubia- Titel blieb in Prüfening. Nach der ganzen heißen Luft, die von Sinzing her über die Donau nach Prüfening geblasen wurde, befürchteten die örtlichen Landwirte schon eine lokale Klimakatastrophe!! Um im Wetter-Jargon zu bleiben: Die Schlecht-Werfer-Front aus Viehhausen-Ost donnerte und polterte im Vorfeld großspurig herum, entscheidend eingeschlagen hat es aber nirgends, schon gar nicht in der Ravern. Das Einzige, das man am Schluss hörte, war das dumpfe Geräusch das ertönt, wenn man einen auf den Deckel bekommt.

Ravernale.com: Wird Roland „El Rancho“ Kittel von den Young Boys Ravern seinen Titel verteidigen können? Wer wird Einzel-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?

Sebastian Teufel: Der Favoriten-Kreis ist wie jedes Jahr groß. Den noch amtierenden Weltmeister „El Rancho“ kann man auf den ersten Blick sicherlich dazu zählen. Beschäftigt man sich mit diesem selbstbeweihräuchernden Lautsprecher einmal genauer, kann man nur sagen: Der wird’s wohl nicht. Er ist zwar ein guter Techniker auf der Kurzdistanz bei der Pro.Tour gewesen, bei der Ravernale sind die Distanzen jedoch länger. Ich traue ihm einen entscheidenden Treffer von der Langdistanz nicht zu. Bei seiner letztjährigen Paradedisziplin „Mitteldistanz“ hat er sowieso abgebaut und wenn man die nervliche Belastung berücksichtigt, ist er eh überfordert. Im Vorfeld eines Turniers kann er ja noch erzählen was er will, wenn er aber dann an der Wurflinie des Ur-Ravernodrom steht, wird er spüren, wie seine Knie zittern und merken, welche wahre Last so ein Titel hat. Was ich ihm zutraue ist eine Disqualifikation mit 3 platten Reifen oder ein frühzeitiges Ausscheiden wegen einer angeblichen „Verletzung“…
Einen Top-Favoriten sehe ich derzeit nicht, zumal sich einige vielversprechende Athleten von selbst das Leben schwer machen werden: Der Kunstspringer Dettenhofer sollte nur in Begleitung seiner Eltern ins Ravernodrom, der seit neuestem Pfeife-rauchende, uneheliche Sohn von Nick Knatterton Lukas Graf ist schon bei der Auswahl seiner zigtausend Accessoires überfordert und Andi Huber riskiert mit seinen 20kg Torgel jedes Mal eine Sehnenscheidenentzündung.
Bessere Chancen auf den Titel hat selbstverständlich mein Teamkollege Tom Hook, der mit dem Selbstvertrauen des Toursiegs an den Start geht. Als gefährlichen Außenseiter sehe ich den Ravernale-Rookie Jörn Schimmel, da er unbeschwert und mit einer passablen Technik ins Turnier starten kann. Tobi Engel wird in der oberen Hälfte landen, für den Titel fehlt ihm die Konstanz, auch wenn er beim Pro.Tour-Abschluss triumphieren konnte. Tobi „Lugge“ Ludwig und Dr. Udo Brome sind zu einer Überraschung in der Lage, Hansi Zettel nagt, wie man hier in seinem Interview lesen konnte, immer noch an der verkorksten Pro.Tour Saison und wird komplett von der Rolle sein.

Ravernale.com: Kann der RCMM seinen dritten Teamweltmeister-Titel holen, oder bestätigt sich der Trend aus der TEAM.Tour? Wer wird Team-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?

Sebastian Teufel: Am 14.August 2013, nachdem der neue Teamweltmeister feststeht, wird sich der RCMM wohl endgültig auflösen wollen. Da brodelt es ja schon seit der TDM gewaltig und ihre taktische Aufstellung sorgte ja schon bei der Pro.Tour oft für große Erheiterung. Die klammern sich nur noch an ihre vergangenen Taten. Das Einzige, was die noch zusammen hält, ist ihr neues Hobby: Das fieberhafte Tüfteln an ihrer diesjährigen, strenggeheimen Verkleidung. Die Imitation von Balljungen bei den Australian Open ist ihnen bei der Pro.Tour sehr gut gelungen. Chapeau! Ich bin sehr gespannt, was sie sich diesmal ausdenken. Vielleicht kommen sie ja heuer als Tick, Trick und Track oder als Jacob Sisters, das würde dann wenigstens zu ihrer sportlichen Darbietung passen.
Bei den HuBi Hus fehlt der Ober-Hu Franziskus Rupp und somit der mentale Führer und Motivator. Deshalb wird es für die beiden nicht für ganz oben reichen.
Die Jungs von YMCA müssen wohl zunächst einmal ihren mental komplett indisponierten Vorstadt-Cowboy wieder aufbauen, indem sie sich ihren Team-Namen im Gentlemen-Style immer und immer wieder ekstatisch vortanzen. Von sportlicher Konkurrenz ist da dann aber wirklich keine Rede mehr.
Was der vereinsamte Schubkramento King Lugge leisten kann, wird man erst bewerten können, wenn man über eine mögliche Extra-Regelung Bescheid weiß.

Ravernale.com: Wie bereiten Sie sich auf die Weltmeisterschaft vor? Wann reisen Sie genau an?

Sebastian Teufel: Die Anreise erfolgt zusammen mit Tom Hook am Samstag, scheinbar sitzen in der Maschine aber auch noch andere Athleten. Die genaue Vorbereitung bleibt wie das Outfit der Zirkustruppe RCMM streng geheim.

Ravernale.com: Haben Sie sich persönlich ein Ziel für die kommende Ravernale 2013 gesetzt, wenn ja welches?

Sebastian Teufel: Es wird sicher schwierig, den überragenden 3. Platz vom Vorjahr zu wiederholen. Ich werde meinen Platz im Klassement schon finden. Nach meiner Auszeit, die ich mir nach der Geburt meines Sohnes Theo nahm, muss ich erst einmal meinen Platz im Feld finden. Welche Nummer abschließend vor meinem Namen steht, kann ich jetzt wirklich nicht sagen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, so schnell wie möglich in die Spur zu kommen und mir eine gute Ausgangslage für den finalen Doppel-Durchgang am 14. August zu schaffen.
In der Team-Wertung sind wir Schmeiss Ei High Towers wohl bei vielen Buchmachern auf Platz 1 gesetzt. Das Team hat bewiesen, dass es gut zusammengestellt ist: Tom Hook als Experte für Kurz- und Mitteldistanz und ich als Langdistanz-Scorer. Bei der Pro.Tour haben  wir mit unseren taktischen Aufstellungen meist das Maximum an Punkten fürs Team herausgeholt. Ich hoffe, dass uns das wieder gelingt. Sollte das der Fall sein, kann es weit nach vorne gehen.
Ein großer Wunsch von mir ist es übrigens, dass der Wettkampf fair abläuft, allem Vorgeplänkel und aller Konkurrenz zum Trotz.

Ravernale.com: Was macht in Ihren Augen den Reiz des Ravernsports und insbesondere der Ravernale in Santa Margalida aus?

Sebastian Teufel: Der Ravernsport hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, aus einer spontanen Idee eine Bewegung zu werden, die mittlerweile enorm viele Anhänger hat. Allein die abgelaufene Pro.Tour-Saison hat mit gut 50 Athleten eine Rekord-Teilnehmerzahl erreicht, die ein klarer Beleg dafür ist, dass der Ravernsport großes Potential hat und bei den Menschen ankommt.
Die Faszination des Wettkampfs und die Geschichten, die dieser Sport schreibt, sind das, was jedes Sportlerherz höher schlagen lassen.
Ich bin vor allem von der Entwicklung begeistert, die der Ravernsport noch vor sich hat: Die mediale Professionalisierung, die mit Engagement vorangetrieben wird, nimmt fantastische Züge an. Die Pro.Tour 2013/14 wird wieder sehr attraktive Turniere aufbieten und die Saison noch spannender machen. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Ravernsport wurde mit der Gründung der Ravern Academy begonnen. Mit Hilfe dieser Einrichtung sollen die Athleten anhand von Forschungsergebnissen noch bessere Leistungen bringen können.
Ich freue mich auf die Zukunft. Ravernfan, was willst Du mehr…

„Ich möchte einen guten Wettkampf abliefern“

München (ifors), im letzten Jahr konnte er mit einem sehenswerten ersten Tag und erzielten 9 Punkten bei der Ravernale recht früh den Grundstein für den Erfolg legen. Am Ende wurde er Vize-Weltmeister hinter Roland Kittel und konnte somit seine erste Einzelmedaille feiern. Lukas Graf! Ravernale.com hat sich mit dem Team-Mitglied des polarisierenden, noch amtierenden Team-Weltmeisters RCMM am Rande des letzten Augustiner Ravernstammtisches im Münchner „GAP“. 14 Tage vor der Abreise nach Santa Margalida spricht „The Ravinator“ über sein Abschneiden in der Tour, seinen Zielen auf Mallorca und über die Titelchanchen von „El Rancho“ Roland Kittel. Viel Spass!

Ravernale.com: Wie sind Sie mit dem Abschneiden in der vergangenen PRO.Tour-Saison zufrieden?
Lukas Graf: Nun, der fünfte Platz ist für mich persönlich ok. Was mir weit aus mehr sorgen bereitet, ist die Team-Wertung. Der RCMM als amtierender Team-Weltmeister blieb unter ferner liefen und wurde quasi vorgeführt. Das hat uns als Team schon sehr weh getan. Da müssen  wir erst mal unsere Knochen zusammen sammeln und diese Enttäuschung abschütteln. Die SEHT waren aber auch bärenstark und haben nicht nur auf Grund unserer Schwäche gewonnen.
Ravernale.com: Wird Roland „El Rancho“ Kittel von den Young Boys Ravern seinen Titel verteidigen können? Wer wird Einzel-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Lukas Graf: Erfahrungsgemäß sind Titelverteidigungen fast unmachbar. Man muss aber auch festhalten, dass KR eine unglaubliche Konstanz an der Linie hat, die ich bis jetzt im Sportlerfeld noch nicht gesehen habe. Meiner Meinung nach ist er, trotz des bekannten Ikarus-Effekts der Topfavorit. Wen ich ebenfalls noch ganz oben sehe, ist Tobias Engel. Der hat seinen Rhythmus gefunden und das macht ihn brandgefährlich.

Ravernale.com: Kann der RCMM seinen dritten Teamweltmeister-Titel holen, oder bestätigt sich der Trend aus der TEAM.Tour? Wer wird Team-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Lukas Graf: Ich kann soviel sagen: Wir wünschen uns nichts sehnlicher als den dritten Stern auf der Brust! ABER: wir müssen ungeschönt die Faktenlage interpretieren. Da kommt man nach der PRO-Tour ganz klar zu dem Schluss, dass wir bestimmt nicht der Favorit für die Teamwertung sind. Wir haben bei der Tour alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und ich weiß nicht, ob wir genug Zeit hatten, die Fehler richtig zu analysieren und rechtzeitig zur WM abzustellen. Da liegt auch noch viel Arbeit vor uns, aber wir werden natürlich alles versuchen. Das stärkste Team im Feld sind momentan die Schmeiß Ei High Towers. Ich denke das wird die gesamte Ravern-Community bestätigen. Sie haben das, was in der Teamwertung so wichtig ist: Einen Lang-Distanz-Spezialisten. Wenn Sebastian Teufel seine Langdistanz-Treffer macht, sind sie nahezu unschlagbar. Auch wenn sie auf Mallorca nur zu zweit antreten werden ist dies keine nennenswerter Nachteil. Tom Hook, der Pro-Tour-Sieger, hat sowohl von der Kruz- als auch von der Mittel-Distanz bärenstarke Leistungen gezeigt. Sie sind der klare Favorit in der Team-Wertung.

Ravernale.com: Wie bereiten Sie sich auf die Weltmeisterschaft vor? Wann reisen Sie genau an?
Lukas Graf: Die Vorbereitung besteht in erster Linie aus Fehleranalyse und Erholung. Wir waren nach den letzten Turnieren total überspielt. Möglicherweise ist uns der Erfolg auch etwas zu Kopf gestiegen. Für uns heißt es von Null anfangen. Die Vorbereitung bestreite ich daher so gut es geht gemeinsam mit den Teamkollegen. Denn aus dieser Krise könne wir uns nur gemeinsam heraus torgeln.

Ravernale.com: Haben Sie sich persönlich ein Ziel für die kommende Ravernale 2013 gesetzt, wenn ja welches?
Lukas Graf: Ich möchte einen guten Wettkampf abliefern. Wir spielen in Santa Margalida nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Fans und für das Team. Das waren meine Ziele und werden es auch immer bleiben, solange ich an der Linie stehe.

Ravernale.com: Was macht in Ihren Augen den Reiz des Ravernsports und insbesondere der Ravernale in Santa Margalida aus?
Lukas Graf: Die Ravernale ist viel mehr als der Wettkampf. Im Ravernistischen-Dorf entwickelt sich eine tolle Gemeinschaft, die den Fans oft nicht bewusst wird. Über die Teamgrenzen hinaus gibt es hier viele Freundschaften, die das Leben in den Sportlerunterkünften bestimmen. Die gemeinsame Freizeit abseits des Platzes ist für uns Sportler fast das wichtigste. Ohne sie wäre eine richtige Wettkampfvorbereitung unmöglich. Auf den gemeinsamen Abenden oder in der Pool-Freizeit ist der wahre Geist der Ravernale zu finden.

„Ein Platz auf dem Podest wäre ein Traum!“

München (ifors), als er im Juni der erste Gesamtsieger der PRO.Tour wurde, hatte der gebürtige Göttinger bis dato noch kein einziges Turnier für sich entscheiden können. Dennoch: Thomas Hook ist derzeit der Shooting-Star des Ravernsports. Team-Tour-Sieger und PRO.Tour-Sieger in einer Person. Unvergessen bleibt das Bild als der Recke beide Trophäen in den Himmel stemmt. Wir haben Thomas Hook im Englischen Garten von München auf eine Bootstour getroffen. Beim Paddeln bzw. Rudern in der Hitze der letzten Woche, gibt uns „Triple-T“ einen kleinen Einblick in seine Gefühlswelt und in seine Erwartungshaltung im Bezug auf die Ravernale. In 18 Tagen ist es soweit: Die Anreise der Ravernalisten nach Santa Margalida steht bevor: Heute verkürzt uns Thomas Hook diese Wartezeit: PRO.Tour-Sieger und Team-Tour-Sieger! Viel Spaß beim Lesen!

Ravernale.com: Wie sind Sie mit dem Abschneiden in der vergangenen PRO.Tour-Saison zufrieden?
Thomas Hook: Nun ja, sehen Sie sich einfach das Endergebnis der PRO.Tour 2012/13 an: Gesamtsieger im Ravern-Einzel und zusätzlich mit einer herausragenden Team-Leistung mit SEHT auch Sieger in der TEAM.Tour! Das Double, was will man mehr? Einziger Wermutstropfen ist lediglich, dass ich bisher keinen Turnier-Sieg erringen konnte, hier ist also noch Luft nach oben. Ansonsten bin ich vollauf zufrieden.

Ravernale,com: Wird Roland „El Rancho“ Kittel von den Young Boys Ravern seinen Titel verteidigen können? Wer wird Einzel-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Thomas Hook: Nein! Es wird ihm vermutlich genauso ergehen wie den Weltmeistern vor ihm. Diesen Titel mit ins Ur-Ravernodrom in Stanta Margalida zu tragen bedeutet auch, eine große Last mit auf den Platz zu tragen – und diesem immensen Druck sind nunmal die wenigsten Sportler gewachsen. Das hat sich ja schon während der PRO.Tour gezeigt, als er unter fadenscheinigen Ausreden die Teilnahme an der Tour De Monaco absagte. Zugegeben, in Prüfening hat er eine sehr gute Leistung gezeigt, aber übers Jahr gesehen war das einfach zu unkonstant für einen erneuten Sieg auf Mallorca.
Die Frage wer denn stattdessen Favorit auf den Titel ist, ist meiner Meinung nach dieses Jahr noch schwerer als sonst zu beantworten. Tobias Engel hat bei der Copa Danubia gezeigt, welche Möglichkeiten er hat, wenn er sie abrufen kann. Basti Teufel ist an sich ein sehr guter Werfer – er hat maßgeblich zum Team-Sieg von SEHT beigetragen – , man wartet eigentlich nur noch darauf, dass er endlich „explodiert“ und richtig absahnt. Und auch dieses Jahr haben wir mit Jörn Schimmel wieder einen „Neuling“ dabei dem ich großes Potenzial unterstelle.
Letztenendes wird es aber wie immer sehr spannend werden, wer das Rennen macht, und es bleibt vorab eigentlich doch nur die altbekannte Ravern-Weisheit: „Der Torgel ist nicht rund und ein Wurf dauert maximal 20 Sekunden.“

Ravernale.com: Kann der RCMM seinen dritten Teamweltmeister-Titel holen, oder bestätigt sich der Trend aus der TEAM.Tour? Wer wird Team-Weltmeister? Gibt es einen ausgemachten Favoriten?
Thomas Hook: Der RCMM macht zur Zeit tatsächlich keine gute Figur auf oder abseits der Plätze des Ravernsports, ihn für die WM 2013 ganz abzuschreiben halte ich allerdings für einen Fehler. Wir haben im Ravernsport ja schon alles Mögliche erlebt. Die Favoritenrolle würde ich dem Team allerdings dann doch nicht zuschreiben. Hier sehe ich eher die Young Boys vorne, sofern die Teamkollegen von „El Rancho“ dessen bevorstehenden Absturz abfedern können.
Andererseits gibt es ja zur Zeit aufgrund einiger Sportler-Ausfälle heftige Diskussionen rund um den Austragungsmodus des diesjährigen Team-Wettbewerbs. Solange hier keine endgültige Entscheidung seitens der IFORS über eventuelle Regeländerungen getroffen wurde ist eine realistische Einschätzung eigentlich gar nicht möglich.

Ravernale.com: Wie bereiten Sie sich auf die Weltmeisterschaft vor? Wann reisen Sie genau an?
Thomas Hook: Details zu meiner Vorbereitung möchte ich nicht preisgeben. Anreisen werde ich zusammen mit dem „Peloton“ am Samstag.

Ravernale.com: Haben Sie sich persönlich ein Ziel für die kommende Ravernale 2013 gesetzt, wenn ja welches?
Thomas Hook: Mit einem Doppelsieg in der PRO.Tour im Rücken fahre ich eigentlich ganz entspannt nach Santa Margalida. Ich habe denke ich eindrucksvoll bewiesen, dass mein katastrophales Abschneiden bei der WM 2012 wirklich nur ein Ausrutscher war, der sich hoffentlich nicht wiederholen wird. Jetzt zusätzlich auch noch den Weltmeistertitel nach Hause zu holen wäre natürlich die absolute Krönung der Saison. Mir ist zu Ohren gekommen, dass wohl der ein oder andere Ravernist meinen Namen im Zusammenhang der Favoritenrolle genannt hat. Mir ist aber durchaus bewusst, dass ich bisher noch bei keinem Turnier den ersten Platz belegen konnte und dass die Ravernale auf Mallorca sowieso nochmal ein ganz anderes Kaliber ist als die PRO.Tour-Stationen. Von daher gilt für mich: Ein Platz auf dem Podest wäre ein Traum!.
Anders sehe ich das in Bezug auf die Teamwertung. Sofern es die IFORS-Rahmenbedingungen hergeben muss das Ziel sein, die Spieler des RCMM endlich von ihrem allzu hohen Ross herunterzuholen, und SEHT hat in der Saison gezeigt, dass sie auf jeden Fall das Zeug dazu haben, die Rettungsring-Manschgerln vom Thron zu stoßen.

Ravernale.com: Was macht in Ihren Augen den Reiz des Ravernsports und insbesondere der Ravernale in Santa Margalida aus?
Thomas Hook: Um das zu verstehen muss man einfach mal dabei gewesen sein! Die Rundum-Versorgung der Sportler auch in den wurffreien Zeiten; die zahlreichen Attraktionen um das Ravernodrom herum; die ganze Atmosphäre im Ravernodrom wenn es endlich losgeht; die knisternde, fast greifbare Spannung wenn die Athleten im warmen Abendwind antreten um ihre Torgel der untergehenden Sonne entgegenzuwerfen… Das alles zusammen ergibt einfach diese wundervolle unbeschreibliche Mischung, die die Ravernale immer wieder zu einem wahnsinnig tollen Erlebnis macht.

Alles für das Team!

Düsseldorf (ifors), es ist Donnerstag Nachmittag und wir begeben uns nach Düsseldorf-Gerresheim. In einer örtlichen Pizzeria haben wir uns mit Johannes „John Dehre“ Zettel verabredet. Als wir dort ankommen sitzt der 33-jährige Bayer mit Trainingsstandort in Nordrhein-Westfalen legere mit Sonnenbrille und Cap auf einem der zahlreichen Aussensitzplätze des „Bella Vista“ in der idyllischen Heyestrasse. Wer Gerresheim kennt, der weiß, dass die Heyestrasse nicht im geringsten auch nur ansatzweise „idyllisch“ anmutet und das Bella Vista nicht der Inbegriff eines Sternerestaurants ist. Dennoch treffen wir hier auf einen Ravernalisten, der im Ravernsport alles miterlebt hat was es bisher zu erleben gab. Er ist zweimaliger und amtierender Team-Weltmeister und kennt trotzdem die Niederungen des Ravernsports. Den „Kaffeesatz des Ravernsports“, wie er es selbst nennt, musste der gebürtige Regensburger in der abgelaufenen Saison aus nächster Nähe begutachten und wir merken ihm im Gespräch deutlich an, dass er an dem Ergebnis und Platz 14 in der Gesamtwertung der PRO.Tour zu knabbern hat. 22 Tage vor der Abreise ins Mekka des Ravernsports erzählt uns Johannes Zettel wo es für ihn hingehen soll.

Ravernale.com: Hallo Herr Zettel! Schön dass sie die Zeit gefunden haben sich mit uns zu treffen und uns hier Rede und Antwort zu stehen!
Johannes Zettel: Ja sehr gerne! Neben dem Training und der Düsseldorfer-Couch bleibt mir aber tatsächlich wenig Zeit für Pressetermine. Die Vorbereitungen auf die Ravernale laufen ja bekanntlich auf Hochtouren, und meine Ämter im Marketing und der PR-Abteilung der IFORS fordern ihren Tribut. Aber ich freue mich dass es geklappt hat und wir hier im schönen „Bella Vista“ zusammenkommen konnten.

Ravernale.com: Gleich zu Beginn eine wahrscheinlich eher unangenehme Frage… Wie sind sie ganz persönlich mit ihrem Abschneiden in der abgelaufenen Saison zufrieden?
Johannes Zettel: Wissen sie, es ist wirklich nicht einfach, wenn man bemerkt, dass das Training welches man tagtäglich betreibt in keinerlei Relation zum tatsächlich erbrachten Ertrag steht. Ich bin gelinde gesagt schon äusserst enttäuscht von meiner persönlichen Leistung und habe nach dem Tour-Ende erstmal versucht komplett abzuschalten, habe mich anderen Dingen gewidmet. Vor einer Woche bin ich wieder ins Training eingestiegen und möchte jetzt wieder weiter vorne angreifen. Aber mit dem Abschneiden in der letzten Saison kann und darf ich nie im Leben zufrieden sein. Ich muss es eher als Warnschuss sehen.

Ravernale.com: Von anderen Ravernalisten werden immer wieder die selben Namen als Favoriten auf den Titelgewinn im Einzel genannt. Glauben Sie, dass „El Rancho“ Kittel den Titel verteidigen kann, oder gibts für Sie da einen anderen Favoriten?
Johannes Zettel: Der Kittel Roland ist einer, der wirklich eine herausragende Technik hat, aber ob er den Titel verteidigen kann? Ich weiß es nicht. In Santa Margalida gelten wirklich andere Gesetze. Schon allein die Mitteldistanz liegt ja in der Nähe der Tour-Langdistanz. Ich weiß, dass Detti (Matthias Dettenhofer, Teamkollege von Johannes Zettel, Anm. der Redaktion) ein konstanter Werfer ist, der es immer im Kreuz hat ganz vorne einzugreifen. Aber je länger ich überlege kommen mir auch Namen wie Tobias Engel in den Kopf. Wenn er seine Nerven an der Linie unter Kontrolle bringt, ist er ein Top-Favorit auf den Titel. Oder Andres Hubero, der in den diversen Turnieren konstant werfen kann. Mit Tom Hook habe ich letztlich sicherlich auch den Tourgewinner auf der Liste. Sebastian Teufel kann man ebenfalls eigentlich permanent zum Kreis der Aspiranten zählen. Sie merken schon… Es ist für mich sehr schwer zu sagen wer es wird. Ich denke El Rancho hat keine Chance den Titel zu verteidigen. Zudem gibts ja den bekannten Ikarus-Effekt bei den Weltmeistern… (grinst)

Ravernale.com: Neben der Einzelwertung gewinnt ja die Team-Wertung immer mehr an Prestige und niemand polarisiert da so extrem wie Ihr Team, der RCMM! Glauben Sie, dass der RCMM den Titel-Hattrick anvisieren kann, oder gibts da wie in der Tour ein eher zurückhaltendes Ergebnis?
Johannes Zettel: (lacht laut)… Klar! Der Titel geht nur über den RCMM. Es wäre ja auch schon sehr bescheuert, wenn der einzige, zweifache und amtierende Weltmeister nicht den Titel als Ziel ausgeben würde. Wenn wir uns nur alle drei ordentlich zusammenreissen und an einem Strang ziehen, uns auf die richtige taktische Aufstellung einigen können und unsere Stärken besser bündeln können, dann haben wir sicherlich wieder eine Chance auf den Titel. Aber es wird mit der Aufstellungsreform sicherlich schwieriger den Titel zu holen. Ich sehe eigentlich vier Teams gleichauf… Bis auf die Schubkramento Kings, die ja äusserst dezimiert anreisen, dürfte eigentlich so gut wie jedes Team die Chance auf den Titel haben. Aber wir wollen ihn natürlich ein drittes Mal gewinnen. Da sind wir uns im Team einig und dafür denke ich werden auch Lukas Graf und Matthias Dettenhofer alles geben. Persönliche Interessen, oder die Einzelwertung, denke ich haben wir alle hinten angestellt. Es geht um etwas historisches… Aber das wird schwer genug!

Ravernale.com: Haben Sie sich ein Ziel gesetzt?
Johannes Zettel: Klar denkt man über Ziele nach. In den letzten Jahren konnte ich die eigentlich immer ganz gut erreichen. Mit Platz 4 und 6 in den letzten Ravernalen war ich eigentlich immer ganz zufrieden, auch wenn ich sicherlich gerne einmal eine Einzelmedaille gehabt hätte. In diesem Jahr wäre es mehr als vermessen eine Einzelmedaille als Ziel auszugeben. Ich gehe dieses Jahr voll aufs Team und möchte einfach dass der RCMM sich mit dem dritten Titel sozusagen unsterblich macht und in die Geschichtsbücher des Ravernsports eingeht. Das ist mein Ziel. Alles andere ist nicht relevant.

Ravernale.com: Und auch Ihnen gilt die Frage: Was macht für Sie den Reiz des Ravernsports aus?
Johannes Zettel: Roland Kittel hat das sehr schön umschrieben wie ich es auf Ihrer Webseite gelesen habe… Ich möchte mich nahtlos daran anschliessen. Wenn du im Flugzeug nach Spanien sitzt und am Flughafen schon die Aufregung über das bevorstehende Turnier spürst, die Menschen die herumwuseln und ihr Gepäck am Band holen. Diese wunderbare Internationalität! Wenn man die anderen Sportler dort trifft und mit Ihnen gemeinsam im IFORS-Bus ins Pueblo De Deportes Raverna nach Santa Margalida reist! Wenn man bei der ersten Platzbegehung am Anreisetag den ersten Schritt auf diesen sozusagen heiligen Boden macht, dann steigt einfach das Fieber. Den Höhepunkt dieses Fiebers erreicht man als Athlet dann bei der imposanten Eröffnungsfeier. Das Adrenalin schiesst in deinen Körper und du stehst voller Vorfreude auf dem Main-Court. Wenn sich dann der erste Torgel durch den Abendhimmel dreht und alle gespannt auf Athlet und Ravern starren, wenn man an der Linie steht und einen Wurf abfeuert und im Optimalfall einen Einschlag in der Impact-Zone hört, dann explodieren die Gefühle regelrecht. Dieses Fieber hält dann bis zum Finaltag kontinuierlich an. Es steigert sich sogar! Und wenn man persönlich dann noch die Chance auf einen der begehrten Titel hat, dann ist dieser Ravernsport eine Sucht, der wohl niemand widerstehen kann… Ich freue mich schon jetzt auf die Eröffnungsfeier, wenn der amtierende Weltmeister Roland Kittel nach seiner mit Spannung erwarteten Rede die magischen Worte spricht und somit die Welt in einen Ausnahmezustand verstetzt. „Frisch! Frei! Ravern!“ – Dann beginnen drei Tage, die der Menschheit neue Helden, neue Mythen und nie erwartete Überraschungen und Enttäuschungen bringen. Wahnsinn! Ein Erlebnis für jeden der dabei sein darf und der im Stadion oder zu Hause mitfiebert! Ich freue mich darauf sehr…

Ravernale.com: Vielen Dank für das Gespräch! Einen schönen Nachmittag noch und viel Erfolg beim Training und der anstehenden Weltmeisterschaft.