Bad Kötzting (ifors), als sich die aktiven Ravernsportler am Freitag Abend im Brauerei-Gasthof Lindner in Bad Kötzting zum traditionellen GAP-Together einfand, war eines bereits im Vorfeld klar: Ein hochkarätitger Wettkampf steht der PRO.Tour ins Haus. Mit Andres Hubero, Roland Kittel und Axel Wiegard waren alle bisherigen Weltmeister in die Perle des bayerischen Waldes gereist um sich bei bei der Weltpremiere der „Drei-Tageszeiten“ den komplexen Bedingungen zu verschiedenen Tageszeiten zu stellen. Neben dem obligatorischen Nachmittagstorgeln fanden auch das Nachtfackeltorgeln und das Katertorgeln am Sonntag vormittag statt.
Als am Samstag Nachmittag um 14 Uhr die ersten Torgel durch die Luft des einzigartigen Ravernodroms, welches echtes Arena-Feeling aufkommen lies, flogen, staunten die alten Hasen des Sports nicht schlecht. Vinzent Heilmann, der Neuzugang der Schmeiss Ei High Towers lies ordentlich aufhorchen und erzielte bei seinem Debut 8 Punkte in einem einzigen Durchgang. Zeitgleich konnte nur Andreas Geim von den Schubkramento Kings (5 Punkte) ansatzweise dem gebürtigen Dachauer folgen.
Dahinter drängte sich die komplette Ravernsportelite. Weltmeister Andres Hubero (Deportivo Hubi Hu) hatte zu diesem Zeitpunkt gar nur einen einzigen Punkt vorzuweisen.
Marina Müller von den Ravern Radieserln konnte ihr Team mit 4 Punkten (Teamwertung) in die Tabellenspitze der TEAM.Tour werfen, so dass nach dem ersten Durchgang der komfortable Danubia-Vorsprung von 5 Punkten egalisiert werden konnte. Generell war es das Turnier der Marina Müller. Sie konnte bis zum letzten Wurf beim Katertorgeln vorne mithalten. Dies ist die Bestätigung der letzten Entwicklungen im Frauen-Ravernsport: JA! Sie sind immer noch da und messen sich derweil mit den größten des Sports!
Beim erstmals ausgetragenen Nachtfackeltorgler kam es überraschender Weise in der Dunkelheit des Bayerwaldes zu mehr Treffern als beim Nachmittagstorgeln. Als größtes Talent im Dunklen erwies sich dabei der Riese aus Oldenburg. Jörn Schimmel (Dan United), nach diesem Durchgang auch der „Nachtschimmel“ genannt, ertorgelte sich nach mauen 2 Punkten am Nachmittag 9 weitere Punkte unter dem Sternenhimmel von Bad Kötzting. Dabei traf er von allen 3 Distanzen.
Vor dem Katertorgeln am Sonntag, welches mit knapp 90 Minuten Verspätung beginnen konnte, führte somit Jörn Schimmel (11) mit 3 Punkten vor einem interessanten Trio: Andreas Geim, Marina Müller und Neuling Vinzent Heilmann (jeweils 8 Punkte). Jörn Schimmel, der früher abreisen musste, absolvierte seine restlichen Würfe vor allen anderen. Mit einem 0-Punkte-Durchgang zog sich der nach dem Nachtfackeltorgeln favorisierte Schimmel still und leise zurück. Zu diesem Zeitpunkt lag Roland Kittel mit 7 Punkten auf Rang 5 und Weltmeister Andres Hubero mit 4 Punkten auf Rang 9. Doch der letzte Durchgang wirbelte noch einmal gehörig das Classement durcheinander. Marina Müller konnte in der Kurzdistanz erneut zweifach punkten und rückte Jörn Schimmel bereits ziemlich früh auf die Pelle. Auch Roland Kittel konnte Schritt halten und zog mit einem Doppeltreffer von der Mitteldistanz an Marina Müller vorbei.
Extreme Konstanz zeigte währende des gesamten Turnieres Andreas Geim. Dabei belohnte er sich selbst mit einem 3-Punkte Wurf, welcher ihm vor den Bonuswürfen die knappe 1-Punkte Führung vor Roland Kittel einbrachte.
Das im Ravernsport jedoch vieles möglich ist zeigte einmal mehr der amtierende Weltmeister Andres Hubero. Vor den Bonuswürfen rangierte Hubero auf Rang 4. 4 Punkte Rückstand auf Geim! Keiner im Ravernodrom dachte da noch an einen Sieg des Babenshamers. Als der jedoch an die Ultra-Distanz trat ging ein Raunen durch die Arena. Eine kurze Verschnaufpause gönnte er sich bevor er seinen Heavy-Weight-Torgel im klassischen Overhead-Chobb auf die Reise schickte. Als um 10:18 Uhr der Torgel die obere Kante der Wurfschale geradezu bis ins Mark erschütterte. Selten gab es so frenetischen Applaus des Publikums. Zurecht! Ein starker Weltmeister düpiert die Konkurrenz und verweist Geim, Kittel und Müller auf die Plätze.
Das nächste Turnier wird die Tour de Monaco Ende Mai/Anfang Juni sein. Dabei verspricht die IFORS eine stark verbesserte Torgelqualität. Die wiederum kritisierte der Ex-Weltmeister Roland Kittel nach dem Nachmittagstorgeln am Samstag aufs schärfste. Dann sollen auch endlich die Form-Krisen einiger Sportler ein Ende finden.