Regensburg/Prüfening (ifors), Sonntag der 27.Juli 2014 wird als ein denkwürdiger Tag in den internationalen Ravernsportanalen eingehen. Ein solches Finish in der PRO.Tour wird es wohl kaum ein zweites Mal geben. In einem Finale, in dem die Nerven aller Beteiligten bis aufs letzte strapaziert wurden, setzte sich am Ende völlig überraschend die Mannen von Deportivo Hubi Hu vor allen anderen Titelaspiranten durch und konnten um genau 16:48 Uhr ihren ganz persönlichen Triumph feiern. In der Einzel-Tour musste Roland Kittel, nach einer unterirdischen Leistung, völlig unerwartet noch gehörig schwitzen.
Die Ausgangslage war klar. Es gibt zwei scharfe Rivalen an der Tabellenspitze und zwei Verfolger der TEAM.Tour. Ganz vorne die Schmeiss Ei High Towers mit 23 Punkten. Knapp dahinter mit 22 Punkten die Truppe von Danubia United. Etwas dahinter wiederum mit 18 und 17 Punkten die Ravern Radieserl und die Schubkramento Kings. Die internationalen Ravernsportexperten handelten bereits jeweils einen aus dem Spitzenduo als kommenden Titelträger. Zwar war bereits in den letzten Turnieren deutlich geworden, dass die Schubkramento Kings im Aufwind zu sein scheinen, dennoch schien der Rückstand auf die Spitze bereits zu groß. Das Team von Deportivo Hubi Hu hatte zu diesem Zeitpunkt rein gar niemand auf dem Zettel. Lagen die Hubis mit nur 12 Punkten ja abgeschlagen auf Rang 5.
Rekordverdächtige Kulisse
Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich am Sonntag gegen 11:00 Uhr die Athleten am sensationellen Ravernodrom in der Fürst-Anselm-Allee zum Saisonfinale ein. Mit 33 Sportlern war das Turnier mutmaßlich das größte jemals ausgetragene Ravernturnier. Dies war für alle Beteiligten der große Aha-Effekt bevor überhaupt der erste Torgel durch die Allee auf die Ravern geflogen kam. Mit sechs Neulingen im Feld und einem neuen Team (Stoandlschmeisser) begann das Finale zunächst zögerlich. Ein erstes Ausrufezeichen setzte als achter Torgler Sebastian Leissle, der mit seinen beiden Treffern erstmals in dieser Saison für Punkte auf seinem Konto sorgen konnte.
Eine eher schwache Trefferquote aller Sportler lies das Finale zunächst seinen erwarteten Verlauf nehmen. Als Matthias Dettenhofer auf der Kurzdistanz für Danubia United einen ganz wichtigen Punkt sammeln konnte war der Zweikampf an der Spitze in vollem Gange. Mit einem Doppeltreffer von der Kurzdistanz brachte Andreas Geim die Schubkramento Kings zunächst auf Rang 3 (19 Punkte) der TEAM.Tour-Wertung. Immer noch sahen sich die Experten in ihrer Vorhersage bestätigt. Als der amtierende Weltmeister Andres Hubero mit einem intergalaktischen Teamwurf-Durchgang von der Langdistanz 6 Punkte zu dem 2 Punkte-Teamwurf von Franziskus Rupp hinzufügen konnte, schoben sich Deportivo Hubi Hu mit einem Schlag an den Kings vorbei und waren mit 20 Punkten nun stärkster Verfolger der Top-Favoriten.
Aus zwei mach vier!
Die Ravern Radieserl verabschiedeten sich langsam aber sicher aus der TEAM.Tour und überliessen nun anderen das Feld. Zur Halbzeit war jedoch aus dem Zweikampf ein sich andeutender Vierkampf geworden. Während der Mittagspause im Prüfeninger Schlossgarten, wurde gefachsimpelt und die verschiedenen Szenarien durchgespielt. Was folgen sollte hatte niemand auf dem Schirm.
Durch einen Team-Circle, bei dem alle aufgestellten Spieler ihre Teamwürfe verwandelten, konnten die Schubkramento Kings im zweiten Durchgang sowohl den Vorjahresmeister Schmeiss-Ei-High-Towers, wie die führenden Danubia United einholen. Zur vollkommenen Verwirrung der Zuschauer im Ravernodrom gelang dieses Kunststück allerdings auch Deportivo Hubi Hu. Denn durch Treffer von Tobias Engel auf der Kurz- und Andres Hubero auf der Langdistanz schoben sie sich plötzlich und völlig aus dem Nichts auf einen dreigeteilten 1.Rang vor den Bonuswürfen. Die Schmeiss-Ei-High-Towers lagen zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2 Punkten hinter dem Spitzentrio.
Bonuswürfe bringen die Überraschung
Bei den Bonuswürfen wurde wild taktiert und so kam es, dass Danubia United in Person von Jörn Schimmel vorlegen musste. Als dieser verfehlte war klar: Ein Treffer der anderen drei im Vierkampf würde den erhofften Titel kosten. Und diese Treffer kamen! Zunächst brachte Andreas Geim die Schubkramento Kings mit einem Punkt in Front. Die Anspannung wurde im Ravernodrom immer größer. Als Thomas Hook den Teamwurf für die High-Towers verwarf stand nur noch Andres Hubero dem Glück der Kings im Wege. Mit seinen Nerven aus Stahl versenkte der letzte Sportler, der im regulären Durchgang antrat, einen Treffer von der Kurzdistanz und zwang das Team von Andreas Geim, Axel Wiegard und Stefan Zenisek ins Stechen.
Erstmaliges 10-Meter-Torgeln
Zum ersten Mal in der Geschichte des Ravernsports entschied ein Kurzdistanztorgeln den Meistertitel. Die beiden Top-Favoriten Schmeiss-Ei-High-Towers und Danubia United waren zum zuschauen verdammt, als Axel Wiegard sich den ersten Torgel schnappte und an die Linie trat. Ein hoher Wurf, der jedoch kurz vor der Ravern einschlug und links an der Ravern vorbeirollte war aber nicht genug. Die Chance die Hubi-Hu´s in Führung zu bringen nutzte Tobias Engel jedoch noch nicht. Und so kam es dass Andreas Geim mit seiner unnachahmlichen Kurz-Distanz-Sicherheit erneut die Kings in Führung brachte. Und wieder: Andres Hubero! Der extrem geschätzte Torgler und zurecht Favorit auf den Titel „Welttorgler des Jahres 2014“ setzte dem Treiben in Prüfening die Krone auf: Ausgleich! Und somit endete das Stechen im erneuten K.O.-Stechen.
Den ersten Torgel nahm sich erneut Andreas Geim. Doch ein sensationell knapper Wurf, der an die vordere Unterseite der Ravern schlug war nicht genug. Erneut ist es Andres Hubero, der den Deckel für die Hubi-Hu´s nun drauf machen konnte. Wer hätte das vor dem Turnier gedacht, dass ein Team, welches 4 Teams vor sich und 11 Punkte Rückstand auf die Spitze hat noch in den Titelkampf mit eingreifen könnte. Niemand! Und da war es soweit. Andres Hubero schlenzt den Torgel in Richtung Ravern. Ein kurzes Luftanhalten im Stadion, dann das Scheppern der Wurfschale! Der Titel war tatsächlich in Händen von Deportivo Hubi Hu! Tobias Engel und Franziskus Rupp stürmten direkt auf Andres Hubero los und umarmten den Sinzinger, der in Südostbayern lebt. Anerkennender Applaus erhob sich im Ravernodrom. Kollektives Staunen!
El Rancho feiert seinen verdienten Tour-Sieg im stillen!
Während Hubi-Hu seinen Titel feierte, freute sich einer ganz leise. Roland „El Rancho“ Kittel, der eine sensationelle Saison hingelegt hatte und in diesem Finale mit nur 1 Punkt da stand, hatte die Tour gewonnen. Knapp! Nur die hohe Punktzahl von Andrej Grusdew (STS) und Lukas Lengsfeld (DHH) liessen es zu, dass die Punkteverteilung zu Gunsten des Weltmeisters von 2012 ausfiel. Dennoch! Mit Sebastian Teufel hätte es heute beinahe auch noch in der PRO.Tour eine faustdicke Überraschung gegeben. Dem Gewinner wird’s egal sein! Und trotz der schwachen Leistung kann El Rancho auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken und wird dies mit Sicherheit tun.
Road to Ravernale
In zwei Wochen geht es für ein paar Athleten im Ravernsport bereits weiter. Die Sommerpause ist kurz und der Weg nach Santa Margalida noch weit! Trotzdem werden knapp 15 Torgler den Weg zur 5.Weltmeisterschaft im Ur-Ravernodrom antreten. Bis dahin dürften manche noch das Ergebnis von Sonntag verarbeiten.