Ein kalter, nebliger Oktobertag kündigte sich bereits in der Früh des 22.10. an. Goldgelbe Blätter liegen über dem sonst so regen Biergarten am Prüfeninger Schloss. Ein Hauch von Winter und verfühte Adventsstimmung in der PRO.Tour 2015/2016.
IFORS-Präsident Lukas Graf begrüßte 18 Sportler im Ravernodrom. Der obligatorische Raverna stand bereit. Während der Begrüßungszeremonie konnte auch Alt-und Ehrenpräsident Johannes Zettel eine fast schon biblische Schuld begleichen. Er ehrte 4 Jahre nach seinem unentschuldbaren Fauxpas seine mittlerweile Ehefrau Verena Zettel als beste Frau der Saison 2012/2013 indem er ihr die Silberne Ehrennadel des Ravernsports überreichte.
Nicht mit am Start war der Tour-Führende Mustafa Abbas, der an diesem nasskalten Samstag durch eine andere Aktivität verhindert war.
Schon zu Beginn des Turniers wurde von allen Sportlern die Torgelqualität gelobt. Die Rückkehr zu den Bahndammtorgeln ermöglichte eine ungeheure Trefferquote. Bei den meisten. So startete Andreas Geim mit einem Hattrick von der Kurzdistanz und lies somit das Team der Schubkramento Kings in einen kollektiven Jubelrausch ausbrechen. Roland Kittel und Andres Hubero taten es dem King gleich. Dummerweise hatten die beiden Teams der Hattricker sich für eine andere Aufstellung entschieden.
Für den Hammer des ersten Durchgangs sorgte der schwach gestartete amtierende Weltmeister Thomas Hook. Mit null Punkten tritt der scheinbar kriselnde Weltmeister an die Langdistanz, nimmt Maß und legt den ersten und einzigartigen Langdistanz-Hattrick hin. Applaus hallt durch den Biergarten, der um diese Jahreszeit eher Stille gewohnt ist.
Die Torgel schepperten nur so in der Ravern. Bernhard Hengl von SEHT legte in seinem ersten Auftritt in der diesjährigen Tour einen faboulösen Auftritt hin und schob sich früh in die Spitzengruppe in der er den ganzen Tag verweilen sollte.
Einen flotten Torgel zauberte auch Franziskus Rupp, der zum Ende des ersten Durchgangs den Torgelgrad des „Gentleman“ erreichte (100 ertorgelte Punkte), aufs Ravernodrom. Lukas Graf torgelte sich mit 7 Punkten zurück in die Saison. Einen rabenschwarzen Tag erwischte der zuletzt wieder erstarkte Johannes Zettel. Bei ihm funktionierte von Anfang bis Ende einfach gar nichts und so fällt der bis dato stärkste Zündi (Manhattan Zündapps = Danubia United) wieder einmal ins graue Mittelfeld der Liga zurück.
Im zweiten Durchgang allerdings sollte dieses wunderschöne Ravernodrom Schauplatz weiterer historische Momente werden. Wieder war es Andreas Geim der mit einem Kurzdistanz-Hattrick den Trefferreigen eröffnete. Wieder waren es drei ganz wichtige Teampunkte für die Schubkramento Kings die sich anschickten die Tabellenführung in der Team-Tour zu übernehmen.
In der Mitteldistanz dann der Furiose Auftritt von Sebastian Teufel. Der Mitteldistanz-Hattrick bedeutete für den Ravernsport ein Novum. Erstmals gab es in einem einzigen Turnier Hattricks von jeder Distanz. Sebastian Teufel, der bis dahin nur magere zwei Pünktchen ertorgelt hatte schob sich ins Tabellenmittelfeld.
Der starke Rückkehrer Matthias Dettenhofer zog mit zwei Treffern von der Langdistanz mit dem Führungsduo Hengl und Hook gleich. Und somit sollte die Entscheidung in den Bonuswürfen unter dem neuen Führungstrio fallen.
Jedoch weit gefehlt. Roland Kittel geht aus einer Mittelfeldposition heraus mit 6 Punkten an die Ultradistanz und versenkt unter tosendem Applaus den Torgel in der Ravern. Plötzlich steht auch Kittel an der Führungsposition. Die Schmeiss Ei High Towers ärgern sich, dass dieser Treffer nicht als Teamwurf herangezogen wurde.
Dies nahm sich sein Teamkollege wohl zu Herzen. Sebastian Teufel, dessen Glücksbringer und Mutter noch rechtzeitig mit Radl und Hund das Ravernodrom erreichte, zelebriert den letzten Wurf in seiner ihm ganz eigenen Art. Er schien sich sicher zu sein als er selbstbewusst diesen Versuch als Teamwurf anmeldete. Als der Torgel durch die Luft fliegt, scheint es als ob die Zuschauer, die Sportler ja als ob die gesamte Erde stillstehen. Einzig ein einsames lang gezogenes „Ziiiiiieh“ aus den Reihen der Sportler hallt durch den bizarr leeren Biergarten. Dann der Einschlag. Der Rest ist Geschichte. Der Sieger des heiss diskutierten Sinzinger Turniers zeigt es seinen Kritikern und holt damit zeitgleich den Titel zurück auf die Prüfeninger Seite, der im Vorjahr von einem Sinzinger entführt wurde.
Dieses Turnier wird in die Geschichte des Ravernsports eingehen. Wie bereits erwähnt waren es die Hattricks auf den einzelnen Distanzen, aber auch die beiden aufeinander folgenden Ultradistanz-Treffer, die dieses Turnier unvergessen machen werden.
Eine unfassbare Ausbeute der Teams lässt die Team-Tour ebenso spannend weitergehen. Ein rundum gelungener Nachmittag. Ein Fest für den Ravernsport, der nach einem solch aufregenden Turnier gelechzt hat. Die Vorfreude auf das letzte Turnier der Saison im weihnachtlichen Regensburg ist somit definitv geweckt.
Ein Hoch auf den Ravernsport, der uns alle immer ein Stück näher zusammenbringt!
Frisch! Frei! Ravern!