Kategorie: Tour2016

Kittel krönt sich auf der Zielgeraden

Regensburg (jz), man mag vieles über den Ravernsport denken. Eines jedoch kann dieser Sportart nicht abgesprochen werden: Die Spannung. So unspektakulär man das Saisonfinale erwartete, so nervenaufreibend wurde es am Ende des Turniers auf der Tartanbahns des Stadions am Weinweg in Regensburg.

Sebastian Teufel von den Schmeiss-Ei-High-Towers ging mit satten fünf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Stefan Zenisek ins letzte Turnier der Saison. Auf Roland „El Rancho“ Kittel waren es sogar deren sechs. Und so nahmen die meisten der 15 Athleten bei klirrender Kälte im Stadion am Weinweg schon fast als gesetzt hin, dass der Prüfeninger Traditionstorgler in diesem Jahr nach zwei Vize-Meistertiteln in den vergangenen Jahren endlich seine wohlverdienten Lorbeeren einheimsen sollte.

Das Ravernodrom schien für ein würdiges Finale wohl gerüstet. Und so starteten an diesem besonderen Ort drei Ravernisti um 11 Uhr in ihre Jubiläumsrunde. Sebastian Teufel, Lukas Graf und Johannes Zettel standen da zum 50. Mal am Beginn einer neuen Runde. Zu den Ravernsport-Urgesteinen gesellte sich am Nachmittag dann auch noch Thomas Hook, dem nur die Copa-Danubia aus dem Jahr 2012 in seiner Ravernsport-Historie fehlt. Ein Debüt konnte der Ravernsport an diesem kalten Dezembermorgen aber ebenso feiern: Kathrin Kammermeier eröffnete das Turnier und konnte direkt mit ihrem ersten Treffer auf der Kurzdistanz aufwarten.

Seine Jubiläumsrunde nicht bemerkend startete Johannes Zettel zunächst mit zwei Treffern auf der Kurz und sah zufrieden drein. Kurz darauf konnten mit Lukas Graf und Mustafa Abbas zwei Ravernisti mit den ersten Hattricks des Tages aufweisen. Roland Kittel, der in dieser Saison so ziemlich alles mitgenommen hat, was man an Verletzungen und Mißständen mitnehmen kann, startete mit einem Punkt auf die Kurzdistanz. Dem Toursieg von Sebastian Teufel schien bis da hin nichts im Weg zu stehen. Stand er nach der Kurzdistanz sogar noch weiter vorne als ohnehin bereits.

Der Rest des ersten Durchgangs war geprägt von vielen Fehltreffern. Insgesamt nur noch drei weitere Treffer notierten die Punktrichter. Nämlich die von Roland Kittel auf Mittel- und Langdistanz und den 2-Punkte-Treffer des führenden Sebastian Teufel. Nach dem ersten Durchgang im Stadion am Weinweg betrug der Vorsprung von Teufel weiterhin satte 5 Punkte.

Wer aber nach einem etwas ereignisarmen ersten Durchgang mit einem langweiligen zweiten Durchgang gerechnet hatte, sah sich schnell getäuscht. Erwartungsgemäß schlugen im Nachmittagsdurchgang die Torgel weit häufiger in der Ravern ein. Lukas Graf, Sebastian Teufel und Roland Kittel sorgten für satte neun Treffer in Folge auf der Kurzdistanz. Und immer noch: Fünf Punkte Vorsprung für Sebastian Teufel. Sein Triumph rückte näher. So die einhellige Meinung.

Doch dann: Die Mitteldistanz. Die einstige Paradedistanz des Ex-Weltmeisters und Ex-Tour-Siegers aus Sinzing. Roland Kittel setzt zu ganz wichtigen vier Punkten an die von null Punkten des designierten Siegers entgegnet wurden. Plötzlich stand Teufel mächtig unter Druck. Ob es dieser Druck oder einfach das Momentum von Kittel kann man nicht beurteilen. Jedoch konnte Roland Kittel fast Hollywoodreif seinen ersten Wurf von der Langdistanz versenken. 5 Würfe vor Beginn der letzten Bonusrunde der Saison schiebt sich Kittel an Teufel vorbei. Schleppt sich der in dieser Saison so angeschlagene „El Rancho“ tatsächlich vor Sebastian Teufel über die Ziellinie? Die Bonuswürfe sollten dies entscheiden. Beide Top-Torgler konnten dabei ihr Punktekonto nicht mehr erhöhen und so war es zum zweiten Mal Roland Kittel, der sich den Tour- und den Turniersieg sicherte. Mit einer grandiosen Turnierleistung von 16 Punkten hatte er Sebastian Teufel in allerletzter Sekunde abgefangen. Der trug es mit Fassung. Auch wenn es bereits das zweite Mal in Folge ein Teamkollege war, der ihm den Toursieg entriss. Ohne Zweifel: Betrachtet man diverse Verletzungen Roland Kittel und die gezwungener Maßen mit links geworfenen Torgel am Sinzinger Biberdamm: ein Titel der nicht höher anzurechnen sein dürfte.

Einen Titel durfte der extrem starke, an diesem Tag aber von einem extraterrestrischen Kittel geschlagene Vize-Teufel aber doch feiern. Der TEAM.Tour-Sieg 2015/2016 geht dabei zum dritten Mal an den Rekordmeister, die Schmeiss-Ei-High-Towers. Dieser stand allerdings auch nur kurzzeitig zur Debatte. Die Aufstellung der Türme war ein weiteres Mal gekonnt gewählt und somit steht am Ende ein souveräner Titelträger mit 8 Punkten Vorsprung vor den Schubkramento Kings.

Ein weiteres Mal kläglich an den eigenen Ambitionen gescheitert: Danubia United alias Manhattan Zündapps. Ob dieses Projekt noch irgendeinen Erfolg hervorbringen wird?? Fraglich. Vielleicht sollten die Jungs vom Isarstrand sich mal auf etwas anderes als Namensänderungen, Merchandise-Artikel und große Töne konzentrieren.

Gratulation an PRO.Tour- und TEAM.Tour-Sieger. Gratulation an Roland Kittel und die Schmeiss Ei High Towers.

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Andreas Geim2000000000000000000000
Axel Wiegard2500100000000002200000
Birgit Graf2000000000000000000000
Christiane Kittel2400100000010110000000
Franziskus Rupp2510000000000010000300
Johannes Zettel2311000000000010000000
Kathrin Kammermeier2400100000000100200000
Lukas Graf2811100000001110020000
Matthias Dettenhofer2610000000000012020000
Mustafa Abbas2711100000000110000002
Roland Kittel21601000203001110223000
Sebastian Teufel2811100200001110000000
Stefan Zenisek2200100000001000000000
Thomas Hook2400000000000110020000
Verena Zettel2301000000000002000000
Gesamt307566700403014796683302

Sebastian Teufel badet in Bewunderung

Prüfening (jz), nach seinem Sieg beim umstrittenen Ein-Durchgangs-Turnier in Sinzing liess Sebastian Teufel seine Kritiker, die behaupteten sein erster Turniersieg wäre in einem irregulären Wettkampf zustande gekommen, verstummen. Am Ende badet der Prüfeninger in der Bewunderung des gesamten Teilnehmerfeldes. Nicht zuletzt wegen seines Paukenschlag-Ultras unter den Augen der „Mutter Gottes“ (Maria Teufel Anm. d. Red.). Ein erfreuliches und starkes Comeback im Team der Schubkramento Kings lieferte Matthias Dettenhofer, der nach knapp 2 Jahren seine Rückkehr in der Eliteliga der Ravernsportwelt feierte.
Ein kalter, nebliger Oktobertag kündigte sich bereits in der Früh des 22.10. an. Goldgelbe Blätter liegen über dem sonst so regen Biergarten am Prüfeninger Schloss. Ein Hauch von Winter und verfühte Adventsstimmung in der PRO.Tour 2015/2016.
IFORS-Präsident Lukas Graf begrüßte 18 Sportler im Ravernodrom. Der obligatorische Raverna stand bereit. Während der Begrüßungszeremonie konnte auch Alt-und Ehrenpräsident Johannes Zettel eine fast schon biblische Schuld begleichen. Er ehrte 4 Jahre nach seinem unentschuldbaren Fauxpas seine mittlerweile Ehefrau Verena Zettel als beste Frau der Saison 2012/2013 indem er ihr die Silberne Ehrennadel des Ravernsports überreichte.
Nicht mit am Start war der Tour-Führende Mustafa Abbas, der an diesem nasskalten Samstag durch eine andere Aktivität verhindert war.
Schon zu Beginn des Turniers wurde von allen Sportlern die Torgelqualität gelobt. Die Rückkehr zu den Bahndammtorgeln ermöglichte eine ungeheure Trefferquote. Bei den meisten. So startete Andreas Geim mit einem Hattrick von der Kurzdistanz und lies somit das Team der Schubkramento Kings in einen kollektiven Jubelrausch ausbrechen. Roland Kittel und Andres Hubero taten es dem King gleich. Dummerweise hatten die beiden Teams der Hattricker sich für eine andere Aufstellung entschieden.
Für den Hammer des ersten Durchgangs sorgte der schwach gestartete amtierende Weltmeister Thomas Hook. Mit null Punkten tritt der scheinbar kriselnde Weltmeister an die Langdistanz, nimmt Maß und legt den ersten und einzigartigen Langdistanz-Hattrick hin. Applaus hallt durch den Biergarten, der um diese Jahreszeit eher Stille gewohnt ist.
Die Torgel schepperten nur so in der Ravern. Bernhard Hengl von SEHT legte in seinem ersten Auftritt in der diesjährigen Tour einen faboulösen Auftritt hin und schob sich früh in die Spitzengruppe in der er den ganzen Tag verweilen sollte.
Einen flotten Torgel zauberte auch Franziskus Rupp, der zum Ende des ersten Durchgangs den Torgelgrad des „Gentleman“ erreichte (100 ertorgelte Punkte), aufs Ravernodrom. Lukas Graf torgelte sich mit 7 Punkten zurück in die Saison. Einen rabenschwarzen Tag erwischte der zuletzt wieder erstarkte Johannes Zettel. Bei ihm funktionierte von Anfang bis Ende einfach gar nichts und so fällt der bis dato stärkste Zündi (Manhattan Zündapps = Danubia United) wieder einmal ins graue Mittelfeld der Liga zurück.
Im zweiten Durchgang allerdings sollte dieses wunderschöne Ravernodrom Schauplatz weiterer historische Momente werden. Wieder war es Andreas Geim der mit einem Kurzdistanz-Hattrick den Trefferreigen eröffnete. Wieder waren es drei ganz wichtige Teampunkte für die Schubkramento Kings die sich anschickten die Tabellenführung in der Team-Tour zu übernehmen.
In der Mitteldistanz dann der Furiose Auftritt von Sebastian Teufel. Der Mitteldistanz-Hattrick bedeutete für den Ravernsport ein Novum. Erstmals gab es in einem einzigen Turnier Hattricks von jeder Distanz. Sebastian Teufel, der bis dahin nur magere zwei Pünktchen ertorgelt hatte schob sich ins Tabellenmittelfeld.
Der starke Rückkehrer Matthias Dettenhofer zog mit zwei Treffern von der Langdistanz mit dem Führungsduo Hengl und Hook gleich. Und somit sollte die Entscheidung in den Bonuswürfen unter dem neuen Führungstrio fallen.
Jedoch weit gefehlt. Roland Kittel geht aus einer Mittelfeldposition heraus mit 6 Punkten an die Ultradistanz und versenkt unter tosendem Applaus den Torgel in der Ravern. Plötzlich steht auch Kittel an der Führungsposition. Die Schmeiss Ei High Towers ärgern sich, dass dieser Treffer nicht als Teamwurf herangezogen wurde.
Dies nahm sich sein Teamkollege wohl zu Herzen. Sebastian Teufel, dessen Glücksbringer und Mutter noch rechtzeitig mit Radl und Hund das Ravernodrom erreichte, zelebriert den letzten Wurf in seiner ihm ganz eigenen Art. Er schien sich sicher zu sein als er selbstbewusst diesen Versuch als Teamwurf anmeldete. Als der Torgel durch die Luft fliegt, scheint es als ob die Zuschauer, die Sportler ja als ob die gesamte Erde stillstehen. Einzig ein einsames lang gezogenes „Ziiiiiieh“ aus den Reihen der Sportler hallt durch den bizarr leeren Biergarten. Dann der Einschlag. Der Rest ist Geschichte. Der Sieger des heiss diskutierten Sinzinger Turniers zeigt es seinen Kritikern und holt damit zeitgleich den Titel zurück auf die Prüfeninger Seite, der im Vorjahr von einem Sinzinger entführt wurde.
Dieses Turnier wird in die Geschichte des Ravernsports eingehen. Wie bereits erwähnt waren es die Hattricks auf den einzelnen Distanzen, aber auch die beiden aufeinander folgenden Ultradistanz-Treffer, die dieses Turnier unvergessen machen werden.
Eine unfassbare Ausbeute der Teams lässt die Team-Tour ebenso spannend weitergehen. Ein rundum gelungener Nachmittag. Ein Fest für den Ravernsport, der nach einem solch aufregenden Turnier gelechzt hat. Die Vorfreude auf das letzte Turnier der Saison im weihnachtlichen Regensburg ist somit definitv geweckt.
Ein Hoch auf den Ravernsport, der uns alle immer ein Stück näher zusammenbringt!
Frisch! Frei! Ravern!

Ergebnisse (Trefferbild)

Spieler Runden Tot. K K K M M M L L L B K K K M M M L L L B
Andreas Bromberger2400000000010000003000
Andreas Geim2911100000301110000000
Andres Hubero2911120200000000020000
Bernhard Hengl21100002200320000020000
Christiane Kittel2210000000000100000000
Franziskus Rupp2700100200010102000000
Johannes Zettel2100100000000000000000
Katharina Engel2000000000000000000000
Leo Jakob2400000000001000000030
Lukas Graf2811020000031000000000
Matthias Dettenhofer21101000000020000203300
Roland Kittel21111100000000102000005
Sebastian Leissle2910002200000010003000
Sebastian Teufel21311000000000002220005
Stefan Zenisek2801020200000000003000
Thomas Hook21100000033300000200000
Tobias Engel2310000000001010000000
Verena Zettel2200000000000000200000
Gesamt3612387564103399443686123310