Was soll man zu diesem Ravernsport Wochenende sagen? Eine Aufarbeitung fällt nicht leicht. Nicht weil die Ereignisse so bahnbrechend gewesen wären, und die Hintergründe so komplex. Eher im Gegenteil, an Trivialität war dieses Spektakel nicht zu überbieten.
Aber zunächst zum einfachen und sehr erfreulichen Teil. Die neue Saison ist wunderbar gestartet mit einem tollen Turnier im Wunderschönen Kleinprüfening. Herzlichen Dank an die Organisatoren aus Sinzing. Viele, viele Ravernisti sind gekommen und haben alles gegeben. Beim Turniersieger Roli waren das 19 Punkte (in Worten: neunzehhhhhn). (Das sind drei Punkte mehr, als Deutschland Bundesländer hat!) Danach kamen der erwartend starke Hook und der weniger erwartend starke Geim. Für eine Ausnahmeleistung sorgte aber Christiane, die sich mit 9 Punkten und mit Doppelherz in die Spitzengruppe torgelte. (Das sind zwei Treffer mehr, als die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Brasilien erzielte.) Sie macht sich damit zu einer der Aufstiegskandidaten. Grandios.
Weniger Grandios war das GAPTogether am Vorabend. Um nicht falsch verstanden zu werden, es war schön, unterhaltsam und ein lustiger Abend, aber gleichzeitig präsentierte sich der Ravernsport von seiner peinlichsten und unkreativsten Seite. Was war passiert?
Ausgangspunkt waren wundervolle Transferverhandlungen von DanU mit den SEHT. Das Objekt der Begierde Thomas Hook (Weltmeister). Nach den wundervollsten, kurzweiligsten und nervlich total entspannenden vier (in Worten: VIER) Monaten Verhandlungsphase, war es nahezu im Vorbeigehen und völlig einvernehmlich geschafft. Thomas Hook wechselt zu DanU. Im Gepäck ein neuer Name. „Die Munich Marble Ravengers“. Die Transfersumme: Eine Meisterfeier, Eine Team-Hymne, und die Mediale Begleitung der Feier, als Erinnerung für das erfolgreichste und geschichtsträchtigste Team aller Zeiten (SEHT). Die Übergabe der Transfersumme sollte am GAPTogether erfolgen. Dies fand freundlicherweise bei Geimi statt, der uns von Anfang an mit Blicken und Worten für völlig verrückt erklärte.
(Anmerkung am Rande: Die Schubkramento Kings scheinen den Braten früh gerochen zu haben.)
Hier kam es wohl zu einem der peinlichsten Auftritte in der Ravernsportgeschichte. Die Idioten von Danubia United ließen sich dazu hinreißen, die eigens komponierte Hymne singend vorzutragen. Es handelt sich schließlich um die erfolgreichste und geschichtsträchtigste Mannschaft. Sie sangen mit Überzeugung und aus voller Kehle. Ich werde die Gesichter der zuhörer beim Beginn der dritten Strophe nie vergessen… Was DanU zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, das erfolgreichste und geschichtsträchtigste Team, welches gerade besungen wurde, mit Worten, welche die 12 Taten des Herkules erblassen ließen, wird es bald nicht mehr geben.
(Anmerkung am Rande: Die Schubkramento Kings stopfen sich gegenseitig angekaute Gummibärchen in die Ohren)
Im Anschluss passiert es. Die erfolgreichste und geschichtsträchtigste Mannschaft aller Zeiten löst sich auf. Es entsteht dadurch die erste Vereinshymne ohne Verein. Aber das ist nicht das einzige. Ein neues Team setzt sich zusammen und heißt, wie kann es anders sein, The Raverngers. Wir erkennen demnach eine, auf enorm hohen Niveau gezeigte Kreativität, oder das gleiche, was passiert, wenn ich zwei Kinder frage was sie gerne essen würden und sie antworten mir beide: „Eis“.
( Anmerkung am Rande: Die Schubkramento Kings schlagen ihre Köpfe mittlerweile so fest gegen die Wände, dass Einsturzgefahr droht)
Von dieser lächerlichen Team-Wechsel und Team- Bildungs-Charade bleiben übrig: Roland Kittel (Weltmeister), Tobias Engel (Weltmeister), Andreas Huber (Doppelweltmeister). Ich weiß schlicht und ergreifend nicht, wie ich diese Dummheit der beiden Rave(r)ngers in Worte fassen soll. Da hat sich jemand wirklich die Rosinen raus gepickt. Ein Geniestreich!
(Anmerkung am Rande: Detti und Geimi versuchen Axel davon abzuhalten sich vom Balkon zu stürzen.)
Aber wie es eben beim Ravernsport so üblich ist, kommt die Exzellenz aus dem Zufall. Und es entsteht das Rat-Pack (drei Spieler, vier Weltmeister). Ich bitte den Ravernsport-Gott, dass er dieses Zufalls-Team mit allen nur erdenklichen Titeln schmücken werde, dass sie gelegentlich von dem ebenfalls neuen Team der „One Wheel Raverneers“ – und ebenfalls ein Überbleibsel dieser Verhandlungsposse – herausgefordert werden und ich bitte den Ravern-Gott, dass die Verletzungen, die sich die Kings während dieser Ereignisse zugefügt haben, rasch verheilen werden.
(Anmerkung am Rande: Die Schubkramento Kings legen ihre letzte Beichte ab.)
Der Ravernsport hat jetzt jedenfalls vier neue Teams und ich freue mich, dass ich heute schon mal dem Rat-Pack zum ersten Turnier-Sieg gratulieren darf.
FRISCH! FREI! RAVERN!
P.S.:
Was lernen wir daraus? Wenn uns ein Team zu stark wird, schreiben wir ihm einfach eine Hymne.
Endger